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Wildniscamp: Kinder erkunden den Wald

Stendenitz Wildniscamp: Kinder erkunden den Wald

Hören wie ein Hirsch, schleichen wie ein Fuchs: Im Wildniscamp am Tornowsee entdecken Kinder den Wald. Auf spielerische Art und Weise erfahren sie zugleich auch etwas über seine Bewohner. Am Freitag endet das Camp.

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Im Wald haben die Kinder Schätze entdeckt – eine gepunktete Spechtfeder und den Wirbelknochen eines Hirsches.

Quelle: Peter Geisler

Stendenitz. Können Kinder hören wie ein Hirsch? Fast. Als einige Teilnehmer des Wildniscamps sich im Wald ein wenig verlaufen, gibt Wildnispädagogin Kristin Henning ihnen einen Tipp. Innehalten. Die Hände hinter die Ohren legen und zu großen Lauschern formen. Plötzlich sind ganz entfernt am vereinbarten Treffpunkt die anderen Teilnehmer zu hören – und die Gruppe findet zurück. „Wir haben gemerkt, wie wichtig es ist, die Ohren einfach mal zu öffnen“, wird Henning später sagen.

Noch bis Freitag nehmen 19 Kinder aus der Region an einem Wildniscamp am Tornowsee teil. Seit Montag haben sie den angrenzenden Wald erkundet, Spuren gelesen, Hütten gebaut und Spiele gespielt. „Kinder sollen sich zu Hause fühlen in der Natur und Natur nicht als Bedrohung empfinden“, sagt Henning.

Bei einer Spurensuche im Wald entdecken die Kinder Federn

Jeden Tag unternehmen die sieben bis 13 Jahre alten Kinder lange Streifzüge durch den Wald. Die Schätze, die sie dabei entdecken, breiten sie nach der Mittagspause auf der Wiese am Tornowsee aus – gepunktete Federn ein Spechtes, der Wirbelknochen eines Hirsches, verschiedenen Gräser und einen Pilz. Wer möchte, darf mit dem Redestab in der Hand von seinen Erlebnissen im Wald erzählen und die Fundstücke vorstellen. Ein Mädchen berichtet von den sirrenden Geräuschen, die ein gestresster Mistkäfer ausstieß, als er auf einer Kinderhand landete. Ein Junge zeigt einen dunklen, keulenförmigen Pilz – die Holzkeule.

Den Namen der länglichen Blätter, die bei dem Streifzug am Wegesrand wuchsen, kennen nur wenige Kinder. „Spitzwegerich“, erklärt Hennings Kollegin Christine Schoenenberg. „Der heißt so, weil er am Wegesrand wächst – ihr könnt seine Blätter auf juckende Mückenstiche drücken.“ Das wollen alle Kinder sofort ausprobieren.

Habicht und Vogelschwarm

Habicht und Vogelschwarm: Bei einem Spiel jagen die Kinder mit Wildnispädagogin Christine Schoenenberg über die Wiese.

Quelle: Peter Geisler

Machen die Jungen und Mädchen sich auf Spurensuche im Wald, schauen sie nicht nur nach Abdrücken auf dem weichen Waldboden. Sie gucken auch nach Fraßspuren, verlorenen Federn, abgeriebenem Fell. „Kinder sehen mehr als Erwachsene“, sagt Henning. Gemeinsam mit ihrer Kollegin lädt sie im Wald zu vielen Spielen ein. „Spontane Tarnung“ etwa – auf Zuruf müssen alle Kinder sofort unsichtbar sein. „Wir knüpfen an die kindliche Neugier an – an das, was Kinder ohnehin interessiert“, sagt Henning. „Tarnen, schleichen, sich verstecken.“

Doch wie schleicht man wie ein Fuchs? Im Wald versuchen die Kinder sich möglichst leise zu bewegen. „Am besten alle hintereinander in einer langen Reihe“, rät Henning. „Brecht nicht nebeneinander wie eine Wand durch den Wald.“

Spiele schärfen die Wahrnehmung

Erfahrungen in der Natur, davon ist Henning überzeugt, sind wichtig für die Entwicklung von Kindern. Viele der angebotenen Spiele sind darauf angelegt, die Wahrnehmung zu schärfen. Nur durch Erfahrungen bekämen Kinder eine gute Verbindung zu sich und ihrer Umwelt, sagt Henning, die mit ihrer Familie in Rohrlack lebt. „Und wer eine gute Verbindung hat, ist eine gefestigte Persönlichkeit.“

Auch das Austesten der eigenen Grenzen schafft Selbstvertrauen. Im Wildniscamp dürfen die Kinder deshalb auch vermeintlich gefährliche Dinge ausprobieren – schnitzen oder Feuer machen. Begleitet von Henning und Schoenenberg können die Kinder austesten, wie sich mit Birkenrinde und Birkenreisig ein Feuer entzünden lässt. Nicht alles brennt – auch das ist eine Erfahrung.

Von Frauke Herweg

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