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Ostprignitz-Ruppin Wildschweine als Seuchengefahr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wildschweine als Seuchengefahr
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00:41 05.03.2018
Die hohe Schwarzwilddichte könnte der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinpest Vorschub leisten. Quelle: dpa
Tornow

Die Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest sei nach wie vor nicht gebannt, warnt die Bundestagsabgeordnete der Linken Kirsten Tackmann aus Tornow bei Wusterhausen. Die Politikerin ist agrarpolitische Sprecherin ihrer Bundestagsfraktion und hat als Veterinärmedizinerin selbst auf dem Gebiet der Tierseuchen geforscht.

Bestände so hoch wie selten zuvor

Kirsten Tackmann fordert vor allem eine deutliche Verringerung der Schwarzwildpopulation. Erfahrungen aus dem Baltikum hätten gezeigt, dass eine hohe Wildschweindichte nicht nur die schnelle Verbreitung des Virus begünstigt, sondern auch dafür sorgt, dass die Seuche über längere Zeit eine Gefahr bleibt.

Die Bundestagsabgeordnete der Linken, Kirsten Tackmann aus Tornow, ist agrarpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.. Quelle: André Reichel

Die Wildschweinbestände befänden sich bundesweit auf einem historischen Höchststand, warnt die Bundestagsabgeordnete. Das Auftreten der Afrikanischen Schweinpest mache eine wirksame Reduzierung nun nötiger denn je, „aber zwingend durch tier- und waidgerechte Jagd“. Kirsten Tackmann regt sogar an: „Da dies im gesellschaftlichen Interesse ist, sollte eine zeitweise Arbeitsfreistellung von Jagdausübungsberechtigten geprüft werden.“

Sowohl die Wissenschaft als auch Behörden nähmen das mit der Afrikanischen Schweinepest verbundene Risiko inzwischen sehr ernst, konstatiert die Landwirtschaftsexpertin. Aber: „Um das Risiko für die Ein- und Verschleppung der Afrikanischen Schweinepest zu reduzieren, muss der Bund mehr tun.“

Vertrauen allein reicht nicht aus

Es sei fahrlässig, davon auszugehen, dass ein Importverbot für Fleischwaren aus betroffenen Regionen ausreicht. Tackmann erinnert an die Skandale rund um Gammelfleisch oder Pferd in der Lasagne. „Dasselbe gilt für das Risiko durch importiertes Wildbret oder Trophäen aus dem Jagdtourismus.“

Die Einfuhr von Schweinefleischprodukten und anderen möglicherweise infiziertem Material aus den von der Schweinepest betroffenen Regionen ist zwar untersagt, Kontrollen gibt es an den EU-Binnengrenzen aber nicht. Bislang setzt die Bundes­regierung vor allem auf Aufklärungskampagnen. Kirsten Tackmann hält das für unzureichend: „Angesichts der schwerwiegenden Folgen von Fehl­verhalten ist hier Vertrauen fahrlässig.“

Die Politikerin geht davon aus, dass noch mehr getan werden muss und getan werden kann: „Wir hoffen alle, dass der Kelch an uns vorüber geht, aber wir müssen alle Eventualitäten für den Seuchenfall umfänglich klären.“

Bisher noch kein Nachweis in Deutschland

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest ist seit 2014 in Polen und Lettland nachgewiesen. 2017 waren auch Tiere in Rumänien und Tschechien betroffen. In Deutschland wurde bisher kein Fall bekannt.

Die Verbreitung der Seuche erfolgt in der freien Natur von Tier zu Tier oder über Zeckenstiche. Auch über Fleischprodukte wird der Erreger verschleppt. Eine Impfung oder andere tiermedizinische Behandlung gibt es bisher nicht. Betroffene Hausschweinebestände werden komplett vernichtet. Zudem gelten weitreichende Handelsverbote, die schon jetzt Auswirkungen auch auf die deutsche und internationale Schweinezucht haben.

Von Alexander Beckmann

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