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Wildschweine auf dem Vormarsch

Dreetz Wildschweine auf dem Vormarsch

In Dreetz macht man sich zunehmend Sorgen um die Aktivität des Schwarzwildes. Die Tiere seien bis dicht an bewohnte Bereiche vorgedrungen. Beispielsweise sei ein Spielplatz am Ortsrand inzwischen komplett umgewühlt. Auf dem Schaden bleibt die Gemeinde wohl sitzen.

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Wildschweine erweisen sich immer aufs Neue als äußerst anpassungsfähig.

Quelle: Alexander Beckmann

Dreetz. Während im Amt Neustadt der Biber seit Monaten für negative Schlagzeilen sorgt, plagt ausgerechnet die Gemeinde, die den Nager im Wappen trägt, eine ganz andere Heimsuchung. In Dreetz bereiten die Aktivitäten der Wildschweine zunehmend Sorge.

Bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung kam das zur Sprache. Immer näher rücken die Tiere auf der Futtersuche demnach ans Dorf heran. In der Waldsiedlung seien sie längst regelmäßig zu Gast und beispielsweise auch hinter der Heimatstube bis an die Bebauung herangerückt. Besonders aktiv, so die Beobachtung, sind die Wildschweine zudem auf dem Spielplatz am Ende der Straße der Jugend. Dort haben sie ganze Arbeit geleistet. „Auf dem Spielplatz ist die ganze Fläche umgewühlt“, sagt Bürgermeister Bernd Schindler. In diesem Ausmaß habe man im Dorf bislang noch nicht mit so einem Problem zu kämpfen gehabt.

Im Grunde hält sich der Schaden am Spielplatz noch in Grenzen, Bernd Schindler und die Gemeindevertreter sind aber trotzdem besorgt: Was, wenn sich jemand wegen des zerwühlten Untergrundes verletzt? Muss die Gemeinde dann für den Schaden aufkommen?

Ärger mit Wildschweinen ist nichts ganz Neues für Dreetz. Vor gut drei Jahren hatten die Tiere ausgerechnet kurz vor Saisonstart einen Großteil des Sportplatzes am Waldrand verwüstet. Der Sportverein hatte das zum Anlass genommen, den Zaun ums Gelände zu stabilisieren. Seitdem herrscht zumindest dort weitgehend Ruhe.

Sollte auch der Spielplatz eingezäunt werden? Auf diese Frage reagierten die Gemeindevertreter jetzt noch skeptisch – wohl nicht zuletzt wegen der Kosten.

Andere Optionen zeichnen sich allerdings derzeit kaum ab. Nachfragen bei den örtlichen Jagdpächtern hätten ergeben, dass eine Bejagung an den betroffenen Stellen nicht infrage kommt. „Das ist ja schon im Dorf“, sieht auch Bürgermeister Bernd Schindler ein.

Das hat allerdings noch eine weitere Folge. Das Landesjagdgesetz legt in Paragraf 44, Absatz 1 fest: „Wildschäden an Grundflächen, auf denen die Jagd ruht oder nicht ausgeübt werden darf, werden nicht erstattet.“ Die Dreetzer müssen also selbst wieder herrichten, was die Wildschweine angerichtet haben – oder den Schaden irgendwie von vornherein verhindern.

Im Dorf vermutet man, dass der zunehmende Bestand die Wildschweine so dicht an die Besiedlung herantreibt. Doch dieser Einschätzung mag sich Neustadts Amtsdirektor Dieter Fuchs, selbst Jagdpächter in Dreetz, nicht anschließen. „Ärger mit Wildschweinen haben wir da regelmäßig.“ Nach dem Ende der Maissaison machten sich die Tiere auf die Suche nach eiweißreicher Nahrung. Grünanlagen und Gärten würden zum Ziel.

Die Maisernte habe den Jägern übrigens wie in jedem Jahr eine gute Gelegenheit geboten, sich einen Überblick über den Bestand zu verschaffen. „Das war eigentlich nicht besorgniserregend“, schätzt Dieter Fuchs ein.

Dass Wildschweine in besiedeltem Gebiet ein Problem sein können, weiß er durchaus. „Man müsste sie da bekämpfen, wo sie sind, und da beginnt die Schwierigkeit.“ Jagd sei nun einmal nicht überall möglich.

Von Alexander Beckmann

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