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Ostprignitz-Ruppin Willi Lülf ist jetzt Kyritzer Ehrenbürger
Lokales Ostprignitz-Ruppin Willi Lülf ist jetzt Kyritzer Ehrenbürger
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00:26 07.10.2015
Ehrenbürger Wilhelm Lülf und Bürgermeisterin Nora Görke. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Wilhelm Lülf ist seit Sonnabend Kyritzer Ehrenbürger. Dem Altbürgermeister der Kyritzer Partnerstadt Werne in Nordrhein-Westfalen wurde das Ehrenbürgerrecht vor allem auch aufgrund seiner Verdienste um diese Partnerschaft verliehen. Er nahm es nach eigenen Worten „in tiefer Demut“ von der Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke sowie dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Thomas Settgast, entgegen. Neben Willi Lülf gibt es derzeit keine weitere lebende Person mit diesem Status.

In Kyritz wurde am Einheitswochenende „geknattert“. Anlass boten nicht nur 25 Jahre Wiedervereinigung, sondern vor allem die ebenso lange Partnerschaft mit Werne. Und einige sonst verborgene Innenstadthöfe wurden zu öffentlichen Kunstaktionsräumen.

Im Zeichen der nunmehr seit 25 Jahren bestehenden Freundschaft mit Werne stand auch das Stadtfest anlässlich des 25. Jahrestages der Deutschen Einheit. Es begann bereits Freitagabend mit einem Empfang im Hotel „Waldschlösschen“, an dem auch Vertreter aller anderen Partnerstädte teilnahmen – wie auch am folgenden Sonnabend beim Festakt in der Sankt Marienkirche, den der Kyritzer Shantychor „Stella maris“ musikalisch begleitete. Bürgermeisterin Nora Görke begrüßte dort sämtliche Gäste persönlich. Unter ihnen waren neben den Besuchern aus dem schwedischen Svalöv, dem polnischen Wałcz und dem französischen Bailleul sowie den Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke (CDU) und Kristen Tackmann (Linke) auch alle ihre Amtsvorgänger seit den Anfängen der Freundschaft mit Werne: Jürgen Plagemann, Margrit Fulde, Bärbel Stewin und Hans-Joachim Winter.

Gelebte Solidarität zwischen den Partnerstädten

Die Städtepartnerschaft mit Werne bezeichnete der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Jürgen Freier, als „gelebte Solidarität“. Den Weg der deutschen Einheit sei man gemeinsam gegangen. Dass die Kirche als Ort für den Festakt samt der Ehrung Willi Lülfs in Frage kam, erklärte Bürgermeisterin Nora Görke damit, dass sie „in der „Wendezeit eine zentrale Rolle für Christen und Nichtchristen“ spielte. Die deutsch-deutsche Partnerschaft mit Werne habe sich darüber hinaus zu einer „europäischen Gemeinschaft“ entwickelt, nicht zuletzt, da die Kyritzer Partnerstädte längst auch untereinander befreundet sind.

Wernes Vize-Bürgermeisterin Gudrun Holtrup schlug diesen Bogen weiter bis zur internationalen Flüchtlingskrise. „Es sollte doch möglich sein, dass die Menschheit sich besinnt“, sagte sie. Und weiter: „Wir dürfen nicht zulassen, dass es wieder Grenzen in Europa gibt.“

Offen für alles – so auch für die Kunst

Dass Kyritz eine offene Stadt ist und dabei nicht nur eine weltoffene, zeigte sich im Nachmittagsprogramm: Die Aktion „Verborgene Höfe“ ermöglichte einen außergewöhnlichen Bummel entlang der Hamburger Straße. „Kyritz ist offen für Kunst“, hieß es zum Start. Denn an allen neun Orten gab es Open-Air-Präsentationen von Künstlern aus der Region. „Nicht alles kommt danach weg“, erklärte Cornelia Lambriev-Soost. Sie gehörte zusammen mit Uta Bartsch aus Neuruppin zu den Organisatoren der Kunstaktion und sagte das mit Blick auf eine weiß beschriftete, mit dunkler Dachpappe versehene Giebelwand im Hof der Kreisapotheke. Die Barenthiner Künstlerin Annett Glöckner dichtete diese Verse zusammen mit Schülern, aber auch Leuten, die sie beispielsweise beim Einkauf traf. „Danke an alle, die mitgedichtet haben“, sagte Glöckner. Weiter ging es zu den nächsten Stationen: über den Hof hinterm Herrenladen von Rolf Eggeling beispielsweise, wo der Rheinsberger Keramiker Hendrik Schink die Kyritzer für ein mögliches zukünftiges Fest rund ums Thema Kartoffel animierte, bis hin zum Hof hinter dem Designerladen „Stilbruch“ mit Holz-Metall-Bildern von Matthias Zagon Hohl-Stein aus Karwe.

Am Sonntag dann wurde neben dem weiteren Treiben auf der Marktplatzbühne das eigentliche Einheitsfest gefeiert, wie es in Kyritz Tradition hat: das Rosengartenfest. Es gab ein Familien- und Kinderprogramm, unterstützt von den Vereinen aus dem Mehrgenerationenhaus. Darüber hinaus wurde der Rosengarten am Wochenende zum „Denkmal des Monats“ Oktober der Brandenburger Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ gekürt.

Von Matthias Anke

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