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Ostprignitz-Ruppin Windpark-Projekt Kantow liegt auf Eis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Windpark-Projekt Kantow liegt auf Eis
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00:18 05.03.2016
Windräder in Wäldern sind heftig umstritten. Qulle: Fotolia
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Kantow

Mit einem „Windpark Kantow“ wird es vorläufig nichts. Die von der Fachgruppe Planung, Entwicklung und Bau im Wusterhausener Rathaus erarbeitete Vorlage bekam bei der Sitzung der Gemeindevertretung am Dienstag so viel Gegenwind, dass sie zurückgestellt wurde. Dafür, das Projekt auf Eis zu legen, stimmten zwölf Gemeindevertreter, vier waren dagegen, es gab eine Stimmenthaltung.

Unweit von Kantor ist ein Windeignungsgebiet ausgewiesen

Ausgangspunkt der Debatte waren Wortmeldungen von Uwe Tackmann (Linke) und Oliver Grube (Wählervereinigung Ländlicher Raum). Beide sprachen für ihre Fraktionen. Während Grube das Vorhaben rundheraus ablehnte, ging der Vertreter der Linken zwar soweit nicht, doch brachte sein Antrag den Stein ins Rollen.

Worum geht es? Im Entwurf des Regionalplanes „Freiraum und Windenergie“ ist unweit von Kantow ein Windeignungsgebiet ausgewiesen. Wann der Plan Rechtskraft erlangt, ist bisher nicht abzusehen. Die Idee aus dem Rathaus Wusterhausen besteht nun darin, bis dahin die Planungshoheit der Gemeinde zu nutzen und mit Hilfe eine Bebauungsplanes städtebaulich zu regeln.

Gemeindevertreter Uwe Tackmann Quelle: Wolfgang Hörmann

Was dazu als Begründung angeführt wird, klingt vernünftig. „Aktuell diskutierte Themen wie zum Beispiel Höhenbegrenzung, Dichte der Windkraftanlagen, Eingriff in Natur und Landschaft veranlassen die Gemeinde, hier planerisch tätig zu werden“, heißt es da. Das Gebiet möge städtebaulich verträglich, das „Schutzgut Mensch berücksichtigend“, das gesamte Vorhaben landschafts- und umweltschonend entwickelt werden.

Die Linke machte nun klar, dass trotz der guten Absichten noch etliche andere Fragen zu beantworten seien. So ist vorgesehen, das Anlagen auch im Wald aufgestellt werden. Uwe Tackmann hält das für nicht hinnehmbar.

Tackmann: Zu wenig Naturschutz in Blankenberg, Kantow, Lögow

„Es gibt keinen minderwertigen Wald, wie man uns das immer weismachen will. Es gibt nur Wald, der aufgrund mangelhafter Gesetze und von Gewinnstreben schlecht bewirtschaftet wird“, machte Tackmann seine Meinung deutlich. Außerdem: „Das Gebiet, das beplant werden soll, liegt in einer der schönsten und ruhigsten Ecken unserer Gemeinde.“ Und: „Bei der Planung der Windeignungsgebiete wurde die Region Blankenberg-Kantow-Lögow von der regionalen Planungsgruppe naturschützerisch zu wenig gewürdigt.“ Es seien hier nur Zufallsfunde von schützenswerten Tierarten eingeflossen, die der Unteren Naturschutzbehörde bekannt sind. „Das Gebiet ist nicht erforscht und wir wissen nicht, welche Schätze hier leben“, so Tackmann weiter. Er kenne Gemeinden, die Gutachten anfertigen ließen und dabei seltene schützenswerte Vogelarten und Fledermäuse in solchen Größenordnungen fanden, dass die zur Änderung der zentralen Planung führten. Eine solche Expertise müsse nun auch für Kantow her, lautete der Antrag, der die deutliche Mehrheit fand.

Ein solches Gutachten könne das Vorhaben um Monate verzögern, gab Bürgermeister Roman Blank zu bedenken. Die geschätzten Kosten von rund 30 000 Euro seinen auch nicht im Etat vorgesehen. „Sie haben als Gemeindevertreter vor zehn Minuten den Haushaltsplan für 2016 verabschiedet, jetzt gibt es schon den ersten Nachtrag.“ Es blieb dabei: Die Vorlage ist erst einmal vom Tisch.

Von Wolfgang Hörmann

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