Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Windpark Zootzen: Befangenheit und Enthaltungen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Windpark Zootzen: Befangenheit und Enthaltungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 21.11.2016
Andrej Oehlert von der Potsdamer WPD Onshore GmbH stellte die Windparkpläne vor. Quelle: Foto: Wagener
Anzeige
Zootzen/Wittstock

Bei Zootzen könnte ein Windpark entstehen – mit womöglich 25 jeweils 200 Meter hohen Anlagen auf einer rund 970 Hektar großen Fläche am Waldrand in Richtung des ehemaligen Truppenübungsplatzes. Der Windpark würde genug Strom liefern, um mehr als 60 000 Haushalte zu versorgen. Ob er aber tatsächlich gebaut werden kann, ist noch ebenso unklar wie die Frage nach der Zahl der Anlagen.

Andrej Oehlert von der WPD Onshore GmbH aus Potsdam, die die Anlagen dort errichten möchte, geht von mindestens zehn bis 15 Stück aus – zuzüglich weiteren zehn im Wald. Diese Zahlen nannte er auf der jüngsten Sitzung des Wittstocker Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Bauausschusses. Der beschäftigte sich am Donnerstagabend mit diesem Projekt. Es ging um die Frage, ob das Aufstellen eines Bebauungsplanes sinnvoll wäre. Zu einer klaren Position fand das Gremium am Ende nicht. Die Abstimmung ergab weder Ja-, noch Nein-Stimmen, sondern lediglich zwei Enthaltungen.

Der gesamte Ortsbeirat ist befangen

Die Zurückhaltung hing aber offensichtlich auch mit einer ungünstigen Terminierung zusammen. Denn zeitgleich mit dem Ausschuss beriet auch der Ortsbeirat in Zootzen darüber. Dort war von vornherein jedoch mit keiner Entscheidung zu rechnen, denn der gesamte Beirat hatte sich für befangen erklärt, weil dessen Mitglieder auch betroffene Landeigentümer seien, wie die Ortsvorsteherin Irmgard Ritzmann sagt. Das war dem Wittstocker Landwirtschaftsausschuss zwar bekannt, aber Thomas Kur-schat sagte, dass er keine Entscheidung treffen wolle, ohne die Meinung des Ortsbeirates zu kennen. Auch wenn dort kein Abstimmungsergebnis zustande kommen kann, so müsse es doch eine grundsätzliche Meinung pro oder kontra geben.

Vor Ort überwiegt Zustimmung

Irmgard Ritzmann sagte am Freitag, dass der Beirat die Entscheidung den städtischen Ausschüssen überlassen wolle und das Thema dorthin zurückverweise. „Aber wenn wir entscheiden könnten, wären wir dafür.“ Vor Ort überwiege die Zustimmung, eben weil viele Landbesitzer ihre Flächen für diesen Zweck verpachten. Andrej Oehlert bestätigt, dass es rund 50 Landbesitzer gebe, mit denen auch bereits entsprechende Verträge geschlossen worden seien. Doch trotz der Befangenheiten und Enthaltungen in den Gremien wurde im Ausschuss darüber diskutiert. Vor allem Martina Grubetzki sieht die Sache kritisch: „Wir haben nur die verschandelte Landschaft und bekommen den Strom dafür auch nicht billiger“, sagte die sachkundige Einwohnerin, nachdem Andrej Oehlert die Pläne vorgestellt hatte. Demnächst wird das Thema nun den Hauptausschuss beschäftigen.

Doch ganz gleich, welche Position die Wittstocker Ausschüsse und später die Stadtverordneten beziehen werden: Sie können den Windpark weder beschließen noch ablehnen. Denn Grundlage für diese Entscheidung ist allein der Regionalplan Windenergienutzung der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel. Das Problem: Es gibt keine gültige Fassung. Der ursprüngliche Plan von 2003 gilt nicht mehr – und der Nachfolger gilt noch nicht. Laut Thomas Berger-Karin von der Planungsgemeinschaft werde der Regionalversammlung voraussichtlich Ende März 2017 ein Entwurf vorgelegt.

Eine Grauzone, ähnlich wie 1990

Deshalb herrscht zurzeit eine Art Leerlauf. Denn wo kein Plan ist, kann nichts genehmigt und folglich auch nichts gebaut werden. „Es ist eine Grauzone, ähnlich wie 1990“, beschrieb die Sachgebietsleiterin Sabine Hentschke die Situation am Donnerstagabend. Doch auch wenn es noch keinen Regionalplan gibt, so gehe die Stadt nach Lage der Dinge davon aus, dass die anvisierten Flächen wahrscheinlich als Windeignungsgebiete eingestuft werden, sagt der Stadt-Sprecher Jean Dibbert. Genau deshalb werde nun die Aufstellung eines Bebauungsplanes diskutiert. Dieser würde zumindest die planungsrechtlichen Zulässigkeitsvoraussetzungen zum Bau von Windkraftanlagen sichern. Das wiederum würde die Dinge beschleunigen, sollte der große Regionalplan eines Tages vorliegen.

Von Björn Wagener

Einmal im Jahr wird bei der Landwirte-Familie Stark in Maulbeerwalde geschlachtet – diesmal war es ein knapp einjähriges Bullenkalb. Hilfe haben die Starks von Mario Hartwig aus Dossow, der ohne Bezahlung arbeitet, weil er die bäuerliche Tradition unterstützen will.

21.11.2016

Nein, den Alten Backofen werden Michaela und Jörg Lehmann nicht wieder zum Leben erwecken. Jedenfalls nicht selbst. Doch das Paar, das aus Berlin aufs Land nach Vielitz bei Lindow gezogen ist, kann sich gut vorstellen, dass der Ofen tageweise wieder raucht. Die Ex-Großstädter sind ganz hingerissen von ihrer neuen Heimat.

21.11.2016

Bundesweit ist die Stadt Neuruppin eine Ausnahme: Als eine der wenigen mittelgroßen Regionalstädte kann sie Wanderungsgewinne beim Zu- und Wegzug von Menschen verzeichnen. Eine Studie empfiehlt, diese Entwicklung in jeglicher Hinsicht zu stützen – auch, um die Abwanderung von Fachkräften zu bremsen.

21.11.2016
Anzeige