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Ostprignitz-Ruppin Windparkpläne: Mehr Details erwünscht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Windparkpläne: Mehr Details erwünscht
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00:17 22.03.2017
Jürgen Kontak (l.) sprach das Thema auch auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung in Zootzen an. Quelle: Björn Wagener
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Zootzen

Mehr Information und Einflussnahme bei den Windraftplänen nahe Zootzen wünscht sich Jürgen Kontak aus dem Dorf. Deshalb ergriff er jüngst vor der Wittstocker Stadtverordnetenversammlung das Wort. Längst nicht jedem Einwohner Zootzens sei bekannt, welche Auswirkungen der geplante Windpark auf die Menschen vor Ort haben würde. Konkret ging es Kontak vor allem um den Lärmpegel und den Abstand der Anlagen zum Dorf, der seiner Meinung nach 2000 Meter nicht unterschreiten sollte. Deshalb schlug er vor, dass das Projekt direkt vor Ort näher vorgestellt werden sollte und die Einwohner grundsätzlich stärker einzubeziehen seien, wenn es um Beratungen zum Thema geht – sowohl im Ortsbeirat als auch in städtischen Ausschüssen. Eine schriftliche Forderung seinerseits sei auch von 19 Einwohnern unterschrieben worden, sagte er.

Es geht um eine Fläche am Waldrand in Richtung des ehemaligen Truppenübungsplatzes, auf der die Firma WPD Onshore GmbH aus Potsdam 15 jeweils rund 200 Meter hohe Windkraftanlagen plant. Der Ortsbeirat hat sich in der Sache komplett für befangen erklärt, da alle drei Mitglieder Landeigentümer im Bereich des möglichen Windparks sind, wie die Ortsvorsteherin Irmgard Ritzmann sagt. Obwohl der Beirat deshalb nicht darüber abgestimmt habe, so sei aber doch über das Projekt in öffentlichen Sitzungen beraten worden, die jeder hätte besuchen können. Dass die Einwohnerschaft nicht ausreichend informiert worden sei, weist sie deshalb zurück. Denn Jürgen Kontak hatte die Sache kürzlich auch auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung angesprochen.

Planungssituation ist kompliziert

Die derzeitige Planungssituation ist kompliziert. Ob der Windpark gebaut werden kann, legt der Regionalplan Windenergienutzung der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel fest. Doch es gibt noch keine gültige Fassung. Der ursprüngliche Plan von 2003 gilt nicht mehr – und der Nachfolger noch nicht. Der aktuelle Entwurf sehe ein verkleinertes Windeignungsgebiet bei Zootzen vor, sagt Andrej Oehlert von der WPD. Deshalb sei davon auszugehen, dass sich die Zahl der möglichen Windkraftanlagen bei Zootzen von zunächst 25 auf etwa 15 verringern werde. Doch ein Entwurf ist noch kein bestätigter Plan. Um den Leerlauf, der mit dem fehlenden Regionalplan einhergeht, zu überbrücken, hat die Stadt Wittstock einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst, das heißt, eine Willensbekundung abgegeben, einen solchen zu erarbeiten. Er würde Detailfragen regeln – etwa hinsichtlich der Zufahrten und der Höhe der Windräder. Denn sollte der Regionalplan eines Tages vorliegen und das beschriebene Gebiet bei Zootzen mit einschließen, wie es der aktuelle Entwurf vorsieht, dann hätte sich die Stadt mit einem Bebauungsplan eine Stellschraube geschaffen, mit der auf bestimmte Bedingungen hinsichtlich Gestaltung des Windparks Einfluss genommen werden könnte.

Erweiterung des Beirates abgelehnt

Laut Bürgermeister Jörg Gehrmann gibt es seit rund zwei Jahren einen „Beirat Wind“ in der Stadt. Er setze sich aus Vertretern der Stadt, von Ortsbeiräten und der städtischen Planungsabteilung zusammen. Auch die Zootzener Ortsvorsteherin Irmgard Ritzmann ist dort vertreten. Kontaks Vorschlag einen weiteren Zootzener in dem Beirat aufzunehmen, lehnt Bürgermeister Gehrmann ab, denn das Gremium habe lediglich informellen Charakter und solle nicht über Gebühr erweitert werden. „Es geht dort darum, die Festlegungen der Regionalen Planungsgemeinschaft zu übersetzen, um den kommunalen Umgang mit ihnen optimal zu gestalten, nicht um Detailfragen“, erklärt er. Sollte in Zootzen vor Ort Informationsbedarf bestehen, so sei er aber bereit, dort über die aktuelle Lage zu berichten.

Auch Andrej Oehlert betont, dass es sich um ein öffentliches Verfahren handele und er großen Wert auf Transparenz lege. „Wir planen den Windpark dort schon seit 2010. Seitdem hat es auch vor Ort mehrere öffentliche Veranstaltungen zum Thema gegeben“, sagt er.

Von Björn Wagener

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