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Ostprignitz-Ruppin Windräder: Rheinsberg muss weiter bangen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Windräder: Rheinsberg muss weiter bangen
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02:19 26.03.2018
Derzeit stehen rund 1000 Windräder in den drei Kreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel, hier Anlagen bei Darritz. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Ende Juni soll der neue Windplan für die Region Prignitz-Oberhavel in Neuruppin beschlossen werden. Darauf hat sich jetzt der Regionalvorstand geeinigt. Demnach bleibt es trotz zahlreicher Einwände und Hinweise von Bürgern, Initiativen und Behörden bei den 34 sogenannten Eignungsgebieten in Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel, in denen neue Windkraftanlagen gebaut werden dürfen.

Kuschel: Keine Sonderlösungen für einzelne Bereiche

Nicht berücksichtigt wurden beispielsweise die Bedenken aus Rohrlack. Dort sollen kurz vor dem Dorf wahrscheinlich bis zu 23 Windräder gebaut werden, jedes mehr als 200 Meter hoch – wobei nur ein Mindestabstand von 1000 Metern vorgesehen ist. Dieser Abstand wird von den Einwohner als viel zu gering angesehen, auch weil in dem Dorf in sozial-therapeutischen Einrichtungen seit mehr als 15 Jahren Menschen mit Behinderungen arbeiten und leben. Weil diese besonders sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung wie Lautstärke, Bewegungen und Blinklichter reagieren, hatten im Dezember fast 100 Menschen in Rohrlack für einen Mindestabstand von 3000 Metern protestiert. Chefplaner Ansgar Kuschel sieht dafür jedoch keine Chance, da selbst die Gemeinde das Areal als „dörfliches Mischgebiet“ ausgewiesen hat. Damit könnten keine größeren Mindestabstände vorgeschrieben werden, wie es etwa bei Kliniken oder Reha-Einrichtungen möglich wäre. „Wir können keine Sonderlösung für einzelne Bereiche festlegen, dann wird der Plan vom Gericht kassiert“, so Kuschel.

Windräder im Wald möglich

Das gilt ebenfalls für die Forderung des Landschaftsfördervereins Oberes Rhinluch. Dieser hatte Mitte Februar knapp 3000 Unterschriften überreicht, in der Hoffnung, damit den Bau von Windrädern im Wald der Beetzer Heide zu verhindern. „Das Land muss entscheiden, ob und wo in der Heide gebaut werden darf“, sagte Kuschel. Die Planer halten ein Prüfen der Anträge für sinnvoll, so lange die Abstandsregelungen zu den dort bekannten Brutplätzen von Rotmilan sowie Fisch- und Seeadler eingehalten werden.

Das Land entscheidet über Antrag aus Stuttgart

Ganz anders sieht es mit den Plänen für das Errichten von sechs, gut 200 hohen Windrädern bei Dorf Zechlin aus, die die Firma EnBW Windkraftprojekte aus Stuttgart dort errichten lassen will. Denn nördlich von Rheinsberg wird kein Windradeignungsgebiet ausgewiesen, auch weil der Große Zechliner See ein anerkannter Schlafplatz für Singschwäne ist, der einen Schutzbereich von fünf Kilometern verlangt. Die Planungsgemeinschaft werde das Projekt der Stuttgarter deshalb ablehnen, sagte Kuschel. Rheinsbergs Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow begrüßte das am Freitag ausdrücklich – gleichwohl ist längst noch nicht klar, ob nun bei Dorf Zechlin Windkraftriesen gebaut werden. Denn die Entscheidung dafür liegt beim Land, und EnBW hat seinen Antrag noch nicht zurückgezogen. Irritierend ist lediglich, dass der eigentlich für Anfang Dezember geplante Erörterungstermin mit dem Landesumweltamt in Rheinsberg immer noch nicht stattgefunden hat. Die Stadtverordneten hatten es Ende August einhellig abgelehnt, dass bei Dorf Zechlin sechs Windräder entstehen sollen (die MAZ berichtete).

Urteile aus Niedersachsen werden berücksichtigt

Berücksichtigt werden sollen bei dem neuen Windplan jetzt im redaktionellen Teil einige aktuelle Urteile des Oberverwaltungsgerichtes aus Niedersachsen. Dazu habe man sich mit dem Land abgestimmt, so Kuschel. Dabei geht es um das Kennzeichnen von sogenannten harten oder weichen Tabuzonen, in denen keine Windräder gebaut werden dürfen. An den bisherigen Plänen ändere sich dadurch aber nichts, versicherte Kuschel.

Abweichen von der 2-Prozent-Marke

Das Land will zwar, dass die Planungsgemeinschaften jeweils zwei Prozent ihrer Fläche für die Nutzung von Windkraft ausweisen. Doch hat es inzwischen akzeptiert, dass im Bereich Prignitz-Oberhavel mit dem neuen Plan nur 1,5 Prozent der Fläche ausgewiesen werden. Die 2-Prozent-Marke erreichen nur drei der fünf Planungsgemeinschaften, nämlich Uckermark-Barnim, Havelland-Fläming und Lausitz-Spreewald. Leicht darunter liegt die Region Oder-Spree.

Von Andreas Vogel

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