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Winfried Müllers Schach- und Schöffentreffen

Dorf Zechlin Winfried Müllers Schach- und Schöffentreffen

Ruhestand ist nichts für Winfried Müller. Der ehemalige Leiter der Evangelischen Schule Neuruppin organisiert Konzerte, in der von seinem Förderverein geretteten Kirche, hat einen Schachzirkel ins Leben gerufen und organisiert Schöffentreffen für 500 Ehrenamtler im Gerichtsbezirk Neuruppin.

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In der weiten Landschaft von Dorf Zechlin genießt der ehemalige Schulleiter Wilfried Müller seinen Ruhestand.

Quelle: Regine Buddeke

Dorf Zechlin. Das Wort Ruhestand gehört nicht in Winfried Müllers aktiven Wortschatz. Der ehemalige Schulleiter der Evangelischen Schule Neuruppin ist auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Schuldienst ein äußerst rühriger Mensch. Der Ex-Berliner ist, als seine Berufslaufbahn in Neuruppin begann, eine Weile gependelt, bevor er sich gemeinsam mit seiner Frau in Dorf Zechlin nierderließ. Hübsch ruhig, im Grünen, mit Blick über die Weiden und Felder.

Als erstes die Kirche auf Vordermann gebracht

„Wir sind durch Zufall auf Dorf Zechlin gestoßen und haben uns sofort wohlgefühlt“, berichtet er. 1997 haben die beiden gebaut. Winfried Müller gehört dem Singekreis Dorf-Zechlin/Kagar an, seine Frau wurde schon 2001 in den Gemeindekirchenrat gewählt. Schnell fiel beiden auf, dass die Dorf Zechliner Kirche zwar reizend, jedoch stark sanierungsbedürftig war. „Du musst noch mal so ’nen Förderverein gründen“, habe seine Frau damals zu ihm gesagt – wohl wissend, dass er selbiges bereits in einer Kirche in Berlin gestemmt hat. „Also habe ich mir einen Vorstand zusammengesucht und bin in die Spendenarbeit eingestiegen“, so der 71-Jährige. „Nach vier Jahren hatten wir 14 000 Euro zusammen“, sagt er stolz. Genug Geld, um die Kirche wieder auf Vordermann zu bringen. Etliche ehemalige Dorf Zechliner, die sich im Ort noch engagieren wollten, hätten gespendet.

Demnächst kommt ein Orgelprofessor aus Tschechien

Zu der Zeit hat Winfried Müller auch begonnen, kulturelle Veranstaltungen in der Kirche zu organisieren. Obschon sich der Verein bald auflöste. „Warum auch nicht – der Zweck war ja erfüllt.“ Und wenn die Kirche jetzt schon so gut ausschaut – warum sie dann nicht mit Leben füllen?, dachte sich der Ruheständler, der nun seit 16 Jahren Konzerte organisiert. Das Spektrum ist breit. Demnächst kommt ein tschechischer Orgelprofessor. Und – das ist ein Höhepunkt – der Kantor der Berliner Matthäi-Kirche, gemeinsam mit einem Rigaer Organisten. Die beiden werden ein Konzert für zwei Orgeln spielen. In der Dorf Zechliner Kirche ist das möglich, weil sie nicht nur über zwei Orgeln verfügt, sondern diese überdies auch noch gleich gestimmt seien: eine Rarität, so Müller, der aber auch jungen Organisten eine Chance gibt, öffentlich aufzutreten: etwa Schülern des Rheinsberger Orgelkurses von Hartmut Grosch und Martin Domke.

Regelmäßige Treffen für ehrenamtliche Richter

Winfried Müller hat noch eine zweite Leidenschaft: Schach. Um regelmäßig spielen zu könen, hat er kurzerhand den Schachzirkel Ruppiner Land gegründet. Kein Verein – eher ein lockerer Zusammenschluss von Freunden des Königsspiels, die regelmäßig zusammenkommen, spielen, klönen. „Wir treffen uns einmal im Monat im ‚Waldeck‘. Bis zu 15 Leute, mit Bierchen oder Wein – das ist immer nett“, sagt Winfried Müller. „Es geht nicht um Wettkampf, nur um Geselligkeit.“ In solch gemütlichen Runden bedarf es keines Schiedsrichters. Obschon Winfried Müller auch diesen geben könnte. Als seine Pensionierung näher rückte, wurde er als Schöffe berufen – als ehrenamtlicher Richter. „Als Schulleiter war ich für das Amt des Jugendschöffen prädestiniert“, erzählt er. Fünf Jahre hat er am Amtsgericht Neuruppin über die Fälle mitentschieden, weitere fünf Jahre am Neuruppiner Landgericht. Und hat dabei sehr viel gelernt. Etwa, dass die Schöffen nie durch die „echten“ Richter überstimmt werden können. Gewurmt hat ihn nur, dass nach den Verhandlungen nie die Möglichkeit bestand, mit den anderen Erfahrungen auszutauschen. „Nach dem Prozess gingen alle immer ihrer Wege und Schluss.“ Müller hörte irgendwann davon, dass es in Berlin-Brandenburg einen Verein ehrenamtlicher Richter gibt. Dem trat er schleunigst bei. Und schlug vor, dass er sich im Gerichtsbezirk Neuruppin um die Schöffen kümmert. Um genau diesen Erfahrungsaustausch zu befördern. „Ein Riesengerichtsbezirk. Mit 500 Schöffen“, beziffert es Winfried Müller, der nun seit mehr als fünf Jahren halbjährlich Schöffentreffen organisiert. „Wir laden Richter, Staatsanwälte oder Verteidiger ein, die von ihrer Arbeit erzählen.“ Einmal hat er eine Besichtigung der JVA Wulkow organisiert. „Damit wir alle mal sehen, wo wir die Delinquenten hinschicken“, sagt Winfried Müller.

Von Regine Buddeke

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