Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Wir müssen erst mal helfen

Neue Unterkünfte für Flüchtlinge in Neuruppin Wir müssen erst mal helfen

Der Andrang war verhalten: Die Kreisverwaltung hatte am Freitagnachmittag Interessierte eingeladen, sich die neuen Unterkünfte für Flüchtlinge anzuschauen, die gerade in Neuruppin errichtet werden. Anwohner sind durchaus skeptisch. Darauf hielt Bürgermeister Jens-Peter Golde ein leidenschaftliches Plädoyer für Menschlichkeit.

Voriger Artikel
Die Wirtschaft in Ostprignitz-Ruppin ist stark
Nächster Artikel
Pritzwalk: Drei Künstler stellen aus

Auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde schaute sich in den Unterkünften um.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Drei Betten, drei Stühle, drei Tassen, je drei tiefe und drei flache Teller, Besteck und Bettwäsche: Es ist nicht viel, was die Flüchtlinge erwartet, die demnächst in die Unterkünfte an der Alt Ruppiner Allee einziehen können. Aber die Zimmer sind neu, trocken und sauber. Es gibt Toiletten, Duschen und eine große Gemeinschaftsküche. Davon konnten sich am Freitagnachmittag Neugierige bei einem Tag der offenen Tür überzeugen, zu dem der Landkreis in das hölzerne Wohnmodul auf das Gelände der einstigen Panzerkaserne eingeladen hatte.

„Wir sind gut vorbereitet“, sagt Vize-Landrat Werner Nüse (SPD). Demnach wird jedem Flüchtling eine Wohnfläche von sechs Quadratmetern eingeräumt. Diese Fläche kann sich allerdings auch in einem Zimmer für drei Personen befinden. Gleichwohl sind viele misstrauisch, was der Staat wildfremden Leuten so einfach bereitstellt. „Viele Leute sind sehr skeptisch. Hören Sie sich doch mal um“, sagt Brigitte Peter. Die Anwohnerin aus der Musikersiedlung machte sich am Freitag selbst ein Bild von den Unterkünften. „Wir müssen erst mal helfen. Es geht um arme Menschen, die aus ihrer Heimat geflüchtet sind“, entgegnet Jens-Peter Golde. Der Neuruppiner Bürgermeister schaut sich ebenfalls die neuen Unterkünfte an. Golde versucht, schwer zu greifende Ängste vor Fremden zu zerstreuen. „Im vergangenen Jahr sind 47 000 Flüchtlinge nach Brandenburg gekommen, aber 20 000 sind nicht geblieben.“

Niemand weiß, ob die Unterkünfte für Flüchtlinge gebraucht werden

Wie viele geflüchtete Menschen in diesem Jahr in Brandenburg und in Ostprignitz-Ruppin untergebracht werden sollen, das weiß niemand. „Wir haben seit Monaten keine Prognosen mehr vom Land erhalten“, sagt Vize-Landrat Nüse. Gleichwohl hat der Kreis jetzt eines von zwei Wohnmodulen mit 126 Plätzen an der Alt Ruppiner Allee fertiggestellt. Auch die Arbeiten im Gebäude der einstigen Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) schräg gegenüber sind bereits weit fortgeschritten. Dort sollen ab Juni oder Juli bis zu 100 Asylbewerber wohnen können – wenn die Plätze denn gebraucht werden. Aber was passiert, wenn keine Flüchtlinge mehr kommen? „Dann werden wir sicher mit der Stadt spannende Ideen entwickeln“, sagt Nüse. Eine könnte sozialer Wohnungsbau sein, so Golde. Der Bürgermeister ist froh, dass die einstige Panzerkaserne wieder in den Fokus der Stadtentwicklung gerückt ist. Golde geht davon aus, dass in den Unterkünften zunächst Flüchtlinge wohnen werden – und appelliert an eine Willkommenskultur. „Da sind wir alle in der Pflicht.“ Der Beginn dafür könnte ein Lächeln zur Begrüßung sein.

Von Andreas Vogel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg