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Wirbel um das Dorfgemeinschaftshaus

Stüdenitz Wirbel um das Dorfgemeinschaftshaus

Das Stüdenitzer Dorfgemeinschaftshaus sollte „wegen schlechter Auslastung“ an Privatleute verkauft werden – das ließ im Dorf die Wellen hochschlagen. Für Ex-Bürgermeister Martin Krebs ist das sogar ein Anlass, die Politik der Gemeindevertretung generell zu hinterfragen.

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Das Dorfgemeinschaftshaus in Stüdenitz sollte beinahe zu einem kleinen Ärztehaus werden.

Quelle: Matthias Anke

Stüdenitz. „Es ist an der Zeit, die Politik der Gemeindevertretung zu hinterfragen.“ Der erste Satz einer Postwurfsendung an Haushalte in der Doppelgemeinde Stüdenitz-Schönermark erregte dieser Tage in beiden Dörfern Aufsehen. Und erzeugte Aufregung.

Absender sind „einige besorgte Bürger der Gemeinde“. Das wäre anonym, gebe es nicht den Vermerk, wer die Federführung übernimmt. Verantwortlich im Sinne des Presserechts (V.i.d.P.) ist Martin Krebs. Der Ex-Bürgermeister von Stüdenitz trägt Sorgen um die Zukunft des Dorfgemeinschaftshauses in Stüdenitz vor.

Gebäude angeblich schlecht ausgelastet

Das Gebäude der alten Schule solle „wegen schlechter Auslastung und angeblich hoher Bewirtschaftungskosten an eine Privatperson“ verkauft werden. Und das sei „wohl kaum an Ignoranz zu überbieten“, heißt es. Schließlich hätten hier Feuerwehr und Volkssolidarität ihren Platz. Die Jagdhornbläser übten im altehrwürdigen Gebäude. Rückenschule, Frauengymnastik, Familienfeiern zu unterschiedlichsten Anlässen wären künftig vakant.

Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem sich die Schönermarker aus dem ehemaligen Konsum ein schmuckes Zentrum für alle gebaut haben, soll es beim Nachbarn verloren gehen? Das schreit auf den ersten Blick vor Ungerechtigkeit – es ruft aber auch nach Hinterfragen.

Kaufanfrage wieder zurückgezogen

Was ist dran an der Geschichte? „Nichts mehr. Leider“, sagt ein Insider, der namenlos bleiben will. Aber seine Enttäuschung über eine „vertane Chance“, wie er es nennt, ist echt. Die Fakten: Tatsächlich gab es im Amt Neustadt die Anfrage eines Zahnarzt-Paares, das Haus zu erwerben, das bereits jetzt in der Region praktiziert.

Im Gebäude sollte eine größere Praxis unterkommen inklusive Dental-Labor und möglicherweise mit Option auf einen Raum für Sprechstunden eines Allgemeinmediziners oder eines Apotheken-Ablegers. Dass die Mediziner für dieses Vorhaben bisher lediglich eine Anfrage gestellt hatten, sagten sie auch der MAZ auf Nachfrage.

Das Projekt platzte vor der öffentlichen Vorstellung

Demnach wäre das Projekt bei der nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am 27. Februar öffentlich vorgestellt worden. „Die Tagung sollte in Stüdenitz stattfinden, um möglichst vielen Einwohnern Möglichkeiten für ihre Fragen zu geben“, bestätigt es Bürgermeister Gerhard Wilke. Das aber ist nun hinfällig.

Die Zahnärzte haben ihre Anfrage schon am 5. Februar zurückgezogen. Dem Bürgermeister jetzt noch eine Stellungnahme zum Verlauf einer „hochgekochten Diskussion“ zu entlocken, ist daher schwierig. Er wolle sich in dieser Sache „total neutral“ verhalten. „Ich hätte mich bei einer Abstimmung der Meinung der Stüdenitzer angeschlossen“, sagte Wilke am Dienstag der MAZ.

Auszug aus dem Brief der Zahnärzte, der an die Stüdenitzer ging und auch bei Facebook auf der Stüdenitz-Seite gepostet wurde

Auszug aus dem Brief der Zahnärzte, der an die Stüdenitzer ging und auch bei Facebook auf der Stüdenitz-Seite gepostet wurde

Quelle: Facebook

Das Ärzte-Paar hat auf die Postkasten-Aktion mit einem eigenen Schreiben an die Bürger reagiert. „Wir legten großen Wert auf eine gemeinverträgliche Lösung. Ein gemeinsames Miteinander betonten wir jederzeit“, heißt es darin. Weiter: „So wollten wir ausschließlich die Immobilie kaufen und der Öffentlichkeit generell den Zugang zum Spielplatz ermöglichen. Wir mussten jedoch mit Bedauern feststellen, dass es ein starkes Unverständnis in der Gemeinde gibt.

Pro und Contra auf Facebook gepostet

Dieses wurde nicht zuletzt durch eine Facebook-Umfrage öffentlich geschürt, welches uns unverständlich ist.“ Die Rede ist ferner von gestreuten Fehlinformationen. Um der „entscheidenden Instanz“ einen Eklat zu ersparen, habe man den Kaufantrag beim Amt Neustadt und bei der Gemeinde zurückgezogen.

Für Bürgermeister Gerhard Wilke sind damit aber noch nicht alle Messen gesungen. Sollte sich in Stüdenitz ein anderes passendes Grundstück finden, würde er auf die Interessenten zugehen.

Martin Krebs wiederum war für weitere Erklärungen hinsichtlich der Befindlichkeiten im Ort bis Dienstag Abend nicht erreichbar.

Von Wolfgang Hörmann

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