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Wird es plötzlich kalt, bekommen viele Panik

Neuruppin-Bechlin Wird es plötzlich kalt, bekommen viele Panik

Die Tage werden kürzer. Morgens sind die Straßen wieder feucht und rutschig. Zeit, an den Wechsel zu Winterreifen zu denken.

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Auf der Montagemaschine zieht Uwe Wildt einen neuen Reifen auf die Felge.

Quelle: Peter Geisler

Bechlin. Wenn das Wetter der letzten Tage auch eher an den Spätsommer erinnerte: Von einem Tag zum anderen kann es jetzt einen Temperatursturz geben, die Straßen werden rutschig und es ist Zeit für Winterbereifung am Auto. „Wenn es plötzlich kalt wird, bekommen viele Panik“, sagt Uwe Wildt vom gleichnamigen Auto- und Reifenservice in Bechlin, während er ein Winterrad auf die Auswuchtmaschine hebt. „Wir wollen ja keinen Kunden wegschicken, wenn schon Schnee liegt.“ Etwa 20 Autos können am Tag zum Räder- und Reifenwechsel kommen, nebenbei läuft ja noch der normale Werkstattbetrieb. Auch viele Landwirte kommen zum Reifenwechsel an ihren Landmaschinen. Das ist dann Schwerarbeit. So ein großer Traktorreifen wiegt 300 bis 400 Kilogramm. Es ist es auf jeden Fall gut, sich rechtzeitig einen Termin zu besorgen, auch weil es richtig teuer werden kann, wenn man bei Glätte oder Schnee ohne Winterreifen unterwegs ist.

Empfindliche Bußgelder drohen

Wird man erwischt, kostet das dann mindestens 60 Euro Bußgeld. Bei Behinderung oder Gefährdung steigt der Satz auf 80 beziehungsweise 100 Euro an. Kommt es zum Unfall, werden 120 Euro fällig. Egal wie hoch das Bußgeld ausfällt, einen Punkt in der Verkehrssünderkartei gibt es immer noch dazu. Auch können die Versicherungsgesellschaften die Leistungen aus der Vollkaskoversicherung anteilig kürzen.

„Gezielte Kontrollen auf Winterbereifung planen wir nicht“, sagt Toralf Reinhardt von der Polizeidirektion Nord. „Im Rahmen von Geschwindigkeits- und anderen Verkehrskontrollen wird die Bereifung aber natürlich mit überprüft.“

Weiche Gummimischung, viel Profil

Woran lässt sich ein guter Reifen erkennen? Da gibt es Label, wie bei Elektrogeräten, weiß Uwe Wildt. Da fließen Kriterien wie die Stärke des Abrollgeräusches, der Kraftstoffverbrauch und das Bremsverhalten bei Nässe in die Bewertung ein. Buchstaben von A bis F und Zahlenangaben für die Lautstärke der Reifen auf der Straße geben Informationen, wie die Pneus bewertet wurden. Da muss nicht unbedingt ein preiswerter Reifen schlechter sein oder ein hochpreisiger besser. Winterreifen haben eine viel weichere Gummimischung als Sommerreifen und verfügen über spezielle Lamellen. Das sogt bei niedrigen Temperaturen für eine deutlich bessere Straßenhaftung. Die größere Anzahl von Profilrillen kann mehr Wasser ableiten. Die Fahrzeuge schwimmen dadurch bei Matsch und starker Nässe nicht so schnell auf.

Alternative: Ganzjahresreifen

Viele Kunden haben über die Jahre auch ihre Erfahrungen mit „ihrem“ Reifentyp gemacht, sagt Uwe Wildt. Die Wahl richtet sich ja auch immer nach dem Geldbeutel und danach, ob die Fahrer nur rund um ihren Heimatort unterwegs sind oder weite Strecken fahren müssen. Reifenspezialisten wie Wildt werden ihre Kundschaft immer gut beraten können. Das gilt auch bei der Überlegung, ob vielleicht eine Ganzjahres-Bereifung bei den hier im märkischen Land meistens eher milden Wintern ausreicht. „Ganzjahresreifen sind für mich zu viel Kompromiss“, sagt Wildt. Die seien eher Winter- als Sommerreifen. Das führe bei hohen Temperaturen auch zu hohem Verschleiß. Entscheiden muss aber letztlich der Kunde in seiner individuellen Situation.

Richtig lagern

Wie lange können die Reifen eigentlich gefahren werden? Laut Gesetz bis zu einer Profiltiefe von 1,6 Millimetern. Unterhalb von vier Millimetern sei aber kaum noch eine größere Sicherheit gegenüber der Sommerbereifung spürbar, hätten Tests ergeben. Außerdem müssen die Räder oder Reifen richtig aufbewahrt werden und nicht zu alt sein. Dann besteht Gefahr, dass die Gummimischung verhärtet oder porös wird.

„Viele Kunden lagern ihre Radsätze auch gleich bei uns ein. Das ist bequem, die Räder werden frisch gewuchtet, gewaschen und fachgerecht gelagert“, ruft Uwe Wildt, bevor er in den sonnigen Morgen hinausläuft, dem nächsten Kunden entgegen, der rechtzeitig einen Termin zum Rädertausch vereinbart hatte.

Von Peter Geisler

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