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Ostprignitz-Ruppin Wisent-Nachwuchs ist noch schüchtern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wisent-Nachwuchs ist noch schüchtern
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22:35 10.12.2015
Der junge Wisentbulle Daflorian hat sich in Kunsterspring schon eingewöhnt. Mit Spelunke (r.) kommt er sehr gut klar. Quelle: Peter Geisler
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Kunsterspring

Die alte Kuh drängelt sich immer vor. Egal, ob’s um ein paar Leckereien geht oder ums Fellkraulen – Spelunke besteht darauf, die Erste zu sein. Peter Mancke, der Chef des Tierparks Kuns­terspring, steckt der Wisentkuh eine Mohrrübe durch den Zaun, in der Hoffnung, dass Spelunke kurz abgelenkt ist. Gleichzeitig wirft er eine zweite Möhre in die Mitte des Geheges. Dort steht Fürana, die demonstrativ ihr Hinterteil in Richtung der anderen beiden Wisente dreht und sich nicht rührt. „Sie ist ein bisschen schüchtern“, sagt Peter Mancke schmunzelnd.

Fürana hielt sich noch etwas abseits. Quelle: Peter Geisler

Fürana ist der neueste Zuwachs im Heimattierpark Kunsterspring. Die junge Wisentkuh ist erst am Mittwoch dort angekommen. Geboren wurde sie im Tierpark Fürstenwalde, von dort haben Fachleute die Kuh per Lastwagen nach Neuruppin geholt.

Dreieinhalb Jahre ist Fürana alt, ein jugendlicher Wisent also. Daflorian, der ihr Partner werden soll, wenn es nach Peter Mancke und Reviertierpfleger Frank Mothes geht, ist noch ein bisschen jünger. Der junge Bulle hatte schon ein paar Tage mehr, sich in Kunsterspring einzugewöhnen. Aufgewachsen auf dem Damerower Werder in Mecklenburg, kam er vor zwei Wochen in den Neuruppiner Heimattierpark.

Die Wisente gehören seit jeher zu den Stars in Kuns­terspring. Die beeindruckenden Waldrinder haben viele Fans. Zwei Wisente hatte der Tierpark bis zu diesem Jahr. Im Sommer war Fürst gestorben. Der Stier war fast 20 Jahre alt – für einen männlichen Wisent ist das sehr ordentlich. Dass er nicht mehr der Jüngste war, hat man ihm zuletzt deutlich angesehen. Er hatte abgenommen, die Hüftknochen waren klar zu sehen, erinnert sich Tierpfleger Frank Mothes: „Wie das im Alter eben so ist.“ Seit Fürsts Tod im Sommer war seine langjährige Partnerin Spelunke allein im Gehege. Die Wisentkuh ist noch ein paar Jahre älter, als es Fürst war. Dafür ist sie aber noch topfit.

Wisente sind Herdentiere. Noch vor ein paar Jahrhunderten lebten die mächtigen Rinder überall in Europas Urwäldern. Doch dann verschwanden die Urwälder, und Wisente wurden immer mehr gejagt. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die kleineren europäischen Verwandten der amerikanischen Bisons fast ausgerottet.

Ganz ohne Machtkämpfe und das eine oder andere Gerangel ging es nicht. Quelle: Peter Geisler

„Wisente sind ein Beispiel dafür, dass eine Art nur überlebt, weil sich einzelne dafür einsetzen“, sagt Tierparkleiter Mancke. In Polen hatten Wildtierexperten in den 20er Jahren ein Rettungsprogramm gestartet und versucht, mit Hilfe der letzten überlebenden Tiere den Bestand nach und nach wieder zu vergrößern. Heute gibt es wieder mehrere hundert Wisente in Europa. Seit den 50er Jahren lebt sogar eine Herde frei im Nationalparks Białowieza in Polen. Dort wird auch das Zuchtbuch geführt, in dem der gesamte Bestand an Wisenten in Europa erfasst wird. Auch die drei Tiere aus Kunsterspring sind im Białowieza-Programm erfasst.

Reviertierpfleger Mothes geht davon aus, dass auch die Kunsterspringer mit ihren beiden jungen Wisenten noch etwas zum Erhalt der Art beitragen können. „Wir bekommen bestimmt Nachwuchs“, hofft Frank Mothes. Ein paar Jahre wird das aber wohl noch dauern. Noch ist Bulle Daflorian zu jung. In den nächsten Jahren werden er und Fürana noch deutlich an Masse zulegen. Eine Tonne bringen ausgewachsene Wisente nur ausnahmsweise auf die Waage, aber die beiden Jungstars aus Kunsterspring haben noch Luft nach oben. Nebenbei lernen sie vielleicht, sich gegen die alte Dame Spelunke besser durchzusetzen.

Von Reyk Grunow

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