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Ostprignitz-Ruppin Wissenschaftler reaktivieren Testfeld
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wissenschaftler reaktivieren Testfeld
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19:03 20.07.2017
Andreas Dahmke (l.) und Götz Hornbruch von der Uni Kiel erklärten, was sie vorhaben Quelle: Christian Bark
Wittstock

Mit dem „Testfeld Wittstock“ bei Alt Daber verbindet der Geowissenschaftler Andreas Dahmke nicht nur gute Erinnerungen. Vor vier Jahren hatten er und seien Kollegen von der Uni Kiel schon einmal auf dem Areal geforscht. „Damals ging es um die Auswirkungen von Kohlenstoffdioxid auf Boden und Grundwasser“, berichtete er. Obwohl die Wissenschaftler mit den Experimenten sogar nachweisen konnten, dass die Lagerung des Gases im Boden negative Auswirkungen auf Grundwasser und Erdreich haben könnte, seien sie damals von verschiedenen Gruppen stark angefeindet worden.

Das wollen sie beim nächsten Experiment auf dem Testfeld nun vermeiden. „Wir machen das so transparent wie möglich“, erklärte Andreas Dahmke bei einer Pressekonferenz im Wittstocker Rathaus am Donnerstag. „Wir unterstützen das Projekt wohlwollend“, bekräftigte Wittstocks Stadtsprecher Jean Dibbert. Das solle mit Informationsveranstaltungen und einer möglichen Zusammenarbeit mit Schulklassen des Gymnasiums realisiert werden.

Auf vier Flächen des Testfelds soll Gas und Wärme in den Boden injiziert werden. Quelle: privat

Bei ihrem jetzigen Experiment handeln die Wissenschaftler ganz im Sinne der Energiewende, wie Dahmkes Kollege Götz Hornbruch erklärte. Es gelte zu erforschen, welche Auswirkungen die Injektion von Gas und Wärme auf Boden und Grundwasser hat. Das sei ein entscheidender Faktor beim Errichten von Wärme- und Gasspeichern im Boden, in die beispielsweise überschüssige Energie von Windkraft- oder Photovoltaikanlagen fließen könne. „Die Energiewende muss auch eine Wärmewende sein“, sagte Andreas Dahmke. Andererseits sei auch ein Kältespeicher im Boden möglich – diese Form von Ressourcennutzung sei die sinnvollste sowie energie- und umweltschonendste.

„Dafür müssen wir nicht mal hunderte Meter tief in die Erde gehen“, erklärte der Universitätsprofessor. Für Wärmespeicher reichten bis zu 40 Metern Tiefe aus. Das habe dann auch nicht allzu große Auswirkungen auf das Grundwasser.

Das Projekt zur Energiewende


ist Teil des Rahmenprogramms „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ vom Bundesforschungsministerium.


fördert der Bund das Teilprojekt mit Themenschwerpunkt „Nutzung unterirdischer Geosysteme“ auf drei Jahre. Eine weitere Förderung würden eine Fortsetzung um sieben Jahre ermöglichen.

Was in Metropolen wie Hamburg aktuell schon praktisch in Form eines unterirdischen Wärmespeichers umgesetzt werden soll, wollen die Wissenschaftler im Kleinen zunächst auf dem Versuchsfeld erforschen. „Eigentlich hätten wir damit viel früher beginnen müssen, aber das Programm kam erst so spät“, sagte Götz Hornbruch. Für drei Jahre sei das Projekt zunächst vom Bund finanziert. Dabei sollen auf vier Flächen des rund zwei Hektar großem Testfeld Luft, Wasserstoff, Methan und bis zu 80 Grad heißes Wasser in kleinen Mengen injiziert werden. „Bis Mitte September wollen wir das Feld erstmal erkunden“, kündigte Götz Hornbruch an. Dann erfolgten Bohrungen und Sondierungen sowie das Errichten von Messstellen. Das eigentliche Experiment sei für Mitte 2018 geplant. Bis 2019 sollen die Ergebnisse ausgewertet sein.

„Wir gehen davon aus, dass die Injektion keine negativen Auswirkungen auf Boden und Grundwasser haben wird“, sagte Götz Hornbruch. Erst recht nicht für die Umgebung, da bei so kleinen Mengen an Gas und Wärme lediglich ein Teil des Versuchsareals, das sich im Besitz des Landes Brandenburg befinde, betroffen sei. Das aber auch nicht nachhaltig. Seien die Ergebnisse vielversprechend, könnten die Forschungen noch sieben weitere Jahre dauern. Eine finanzielle Mehrbelastung war bei der Wahl des Standorts schon entfallen, denn die Kieler hatten das Areal bereits erforscht. Das Testfeld sei in der Wissenschaft zudem prominent, außerdem liege Wittstock verkehrsgünstig zum mit den Kielern kooperierenden Umweltzentrum Halle-Leipzig, sagt Andreas Dahmke.

Von Christian Bark

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