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Ostprignitz-Ruppin Witterung wird zum Härtefall für die Bienen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Witterung wird zum Härtefall für die Bienen
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00:18 12.06.2017
Kälte mit Folgen: Der Honigertrag fällt bei Christine Mayer halb so hoch wie im letzten Jahr aus. Quelle: Christamaria Ruch
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Jabel

Das Surren des Honigrührers liegt in der Luft. Christine Mayer hält das Gerät mit beiden Händen fest und wartet einige Minuten, bis der süße Saft cremig wird. Während das Gerät auf Hochtouren läuft, „werden die Zuckermoleküle im Honig zerschlagen, werden dadurch feiner und am Ende entsteht ein cremiger Honig“, sagt die Imkerin aus Jabel.

Der Frost zerstörte die Kirschblüten. Quelle: Christamaria Ruch

„Der Rapshonig ruht zwei Tage nach dem Schleudern“, sagt Christine Mayer. Erst wenn der Honig „perlmuttartig glänzt, beginnt der Kristallisationsprozess und dann kann er gerührt werden“, zählt die 62-Jährige routiniert auf. Ansonsten befindet sich der Imkeralltag in diesem Jahr jenseits der Routine. Allein wenn Christine Mayer einen Blick in ihre Aufzeichnungen wirft, sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Bis zum 6. Juni liegt der Honig-Ertrag aus ihren zwölf Völkern bei 84 Kilogramm. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres hatte sie gut 200 Kilogramm Honig von 15 Völkern eingefahren. Der Grund für die viel geringere Ausbeute: „Die Witterung verläuft in diesem Jahr ganz anders“, sagt Mayer. Der lange Kälteeinbruch mit Frostphasen im April wirkt sich bis heute aus. Die frühen Apfelsorten, Kirsche, Pfirsich und Ahorn – fast alle Blüten sind erfroren. Somit fiel die Bienenweide bei diesen Bäumen ins Wasser. Der Widerspruch: Obwohl der Tisch für die Bienen reich gedeckt war, fanden die Bienen keine Nahrung. „Sinkt die Temperatur unter 15 Grad, kommen die Bienen nicht an den Nektar heran“, sagt sie. Im April bewegten sich die Temperaturen lange im einstelligen Bereich.

Die Imkerin aus Jabel kontrolliert regelmäßig die Bienenvölker. Quelle: Christamaria Ruch

Auch die Robinie bietet jetzt so gut wie keine Nahrung. „Die Blüten sind im April im Vorstadium erfroren“, so Mayer. Dem kalten April ging ein warmer März voraus. Die Bienen gingen erfolgreich auf Pollensuche bei Krokus, Schneeglöckchen, Löwenzahn oder Weide. „Der Pollen wird für die Brutaufzucht benötigt, dann geht die Königin in die Eiablage“, klärt die Imkerin auf. „Als es im April so kalt wurde, habe ich auch Zuckersirup zugefüttert, die Völker müssen immer im Blick bleiben, damit kein Futtermangel entsteht.“ Fehlt die Bienenweide, können sich auch die Völker nicht entwickeln. Erfrieren die Obstblüten, fällt die Ernte ins Wasser. Vorbeugend lässt Mayer nun viel mehr Waben als sonst in den Magazinen, den mobilen Behausungen eines Bienenvolkes. „Ich weiß ja nicht, was noch kommt, somit haben die Bienen Nahrung.“

Dennoch bleibt sie gelassen: „Ich freue mich über jedes Kilogramm Honig. Alles ist nur ein Hobby für mich“, sagt sie. Vor fünf Jahren begann sie mit der Imkerei. „Die Erträge bei der Obsternte sind seitdem gestiegen, auch bei den Nachbarn“, so Christine Mayer. Ihr Garten und das grüne Dorf Jabel sind bei normaler Witterung groß genug, um alle Bienen satt zu bekommen. Somit verzichtet sie auf die Wanderimkerei. Ihre Bienenvölker sind gut durch den Winter gekommen. Sie behandelt ihre Bienen vorbeugend mit Ameisen- und Oxalsäure und hält damit die Varroamilbe in Schach. „Ich habe nach dem Winter nur ein Volk durch Varroamilbe verloren“, so Christine Mayer.

Von Christamaria Ruch

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