Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Wittstock: Die neue Biotonne ist der Hit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock: Die neue Biotonne ist der Hit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 27.02.2016
Kurze Taufe vor Inbetriebnahme: Ein Liter lauwarmes Wasser soll helfen, die Filter einsatzbereit zu machen. Helmut Last (von rechts) zeigte das am Montag unter anderem Jürgen Lüdecke und Lieselotte Toepper aus Blumenthal. Quelle: Christian Bark
Anzeige
Blumenthal

Eigentlich ist Helmut Last beim Landkreis-Ostprignitz-Ruppin eher das, was man einen Schreibtischtäter nennen würde. Doch in dieser Woche hat der Berater für Gewerbeabfälle seinen Büroplatz mit dem Steuer eines Transporters getauscht. In seinem Laderaum klappern von Montag bis Freitag täglich 40 Biotonnen. Die neuen Modelle werden im gesamten Landkreis verteilt. „25 habe ich heute Vormittag ausgeliefert“, sagt der 63-Jährige. Dazu sei er im gesamten Raum Wittstock unterwegs gewesen und nun am frühen Nachmittag in Blumethal.

Insgesamt fünf braune Tonnen lässt Last in dem Ortsteil der Gemeinde Heiligengrabe. Zwei davon gehen an Lieselotte Toepper und ihren Schwiegersohn Jürgen Lüdecke. „Ich bin bei der letzten Wittstocker Gewerbeschau auf die Tonnen aufmerksam geworden“, erinnert sich Toepper.

Die neue Tonne hat einen Geruchsfilter. Quelle: Christian Bark

Damals hätte der Landkreis schon an seinem Stand über die Neuheit informiert, Ende 2015 dann auch schriftlich. „Da habe ich Interesse bekundet“, sagt die 88-Jährige. Und nun ist es soweit, Helmut Last hält mit seinem Transporter in Blumenthal und übergibt die Tonnen. Sowohl Toepper als auch ihr Schwiegersohn wollen darin hauptsächlich Rasenschnitt und Lebensmittelreste entsorgen. „Früher konnten wir das mal auf dem Gelände einer Agrargenossenschaft abliefern“, erinnert sich Jürgen Lüdecke. Das sei nach einem Eigentümerwechsel nun nicht mehr möglich und sein Dunghaufen im Garten werde immer größer.

Die Dunghaufen wurden immer größer

Doch bevor der 64-Jährige seinen und den Bioabfall-Behälter seiner Schwiegermutter auf den Hof rollen kann, erklärt Helmut Last den beiden noch, wie sie die Tonnen auch richtig in Betrieb nehmen. Neu ist der Spezialdeckel mit luftdicht versiegelnder Gummilippe sowie integriertem Geruchsfiltersystem. Die bereits eingelegten Naturfilter müssen vor Gebrauch noch mit Wasser begossen werden.

Statt der vom Hersteller empfohlenen Menge von einem halben Liter Wasser, verwendet Last einen ganzen Liter Wasser und dann noch lauwarm. „Dann geht der Filter besser auf“, erklärt er. Das sei wie mit Kakao-Pulver. Nach dieser kurzen Prozedur sind die neuen Tonnen einsatzbereit. Zumindest für die nächsten zwei Jahre, bis die Filter gewechselt werden müssen.

Nichts stinkt mehr: Neue Biotonnen sind versiegelt

Vorteile an der Versiegelung und am Filter sind Last zufolge die nahezu ausbleibende Geruchsentwicklung des Abfalls und dessen rascher Zerfall. „Es entwickelt sich eine Art Mikroklima in der Tonne“, erklärt der Kreismitarbeiter. Das sorge dafür, dass zum Beispiel Gras schneller von Organismen zersetzt werde und auch Maden nicht lange in der Tonne überleben könnten. Während Jürgen Lüdecke und Lieselotte Toepper die 120-Liter fassenden Behälter von oben bis unten in Augenschein nehmen, rollt Last schon die nächste Tonne zu einem Nachbarhaus. Er muss im Zeitplan bleiben, wie er sagt. So auch sein Kollege, der parallel zu ihm im Raum Kyritz die Tonne ausliefert. Gemeinsam wollen sie 400 Stück über den gesamten Landkreis verteilen. Die nächsten 400 sollen Anfang April bereitgestellt werden.

Bis Mai sollen 3000 neue Biotonnen ausgeliefert werden.

Neben den in gesamt Ostprignitz-Ruppin über 1100 neubestellten Biotonnen müssen im Bereich des Altkreises Neuruppin noch fast 1500 alte gegen neue ersetzt werden, wie Ursula Kohlmey von der Abfallwirtschaft des Landkreises informiert. „Täglich gehen neue Bestellungen ein“, sagt sie. Sodass wahrscheinlich bis Anfang Mai an die 3000 neuen Tonnen ausgeliefert sein werden. Vornehmlich an Hausbesitzer, wie Kohlmey betont.

Die neue Biotonne

1427 Biotonnen werden ab 7. März im Altkreis Neuruppin ausgetauscht.

Bis 22. Januar wurden 1143 Tonnen im Landkreis neu beantragt. Davon im Altkreis Kyritz 265, im Altkreis Wittstock 195, im Altkreis Neuruppin 683.

120 Liter Biomüll fassen die Behälter der Firma ESE aus Neuruppin.

Alle 14 Tage werden die Tonnen geleert. Der Inhalt gelangt in eine Biogasanlage zur Gewinnung erneuerbarer Energien.

4,58 Euro
pro Leerung zahlen Kunden. Bereitstellungsgebühren entfallen. Die Anschaffung ist freiwillig.

Alle zwei Jahre müssen die Geruchsfilter gewechselt werden.

Denn bei denen gebe es zum einen mehr Platz für den zusätzlichen Behälter und zum anderen könne so besser von der Abfallwirtschaft kontrolliert werden, dass auch wirklich nur Biomüll in der Tonne lande.

Das sei bei noch größeren Gemeinschaftstonnen für Mehrfamilienhäuser schwierig. „Bei mir ist das ein Problem“, bemerkt Helmut Lange. Er wohne zur Miete in einem Neuruppiner Mehrfamilienhaus und davor lande in diesen tagen keine braune Tonne. In dieser Hinsicht müsse sich der Kreis noch etwas einfallen lassen, um auch den Biomüll dieser Bürger in einer Biogasanlage zu regenerativer Energie umwandeln lassen zu können.

Von Christian Bark

Ostprignitz-Ruppin Rechtsamt sieht Befangenheit - Gumtow will jetzt klagen

Der Hauptausschuss der Gemeindevertretung Gumtow hat Bürgermeister Stefan Freimark beauftragt, Klage vor dem Verwaltungsgericht einzureichen. Es geht um einen von der Kommunalaufsicht für rechtswidrig erklärten Beschluss zur Entgeltordnung für Sporteinrichtungen. Das Rechtsamt sieht Befangenheit bei sieben Abstimmenden.

27.02.2016

Ein Getränkemarkt ist am frühen Dienstagabend in Neustadt überfallen worden. Wie die Polizei informiert, sollen zwei Maskierte mit einer Geldkassette geflohen sein. Als sich ihnen ein Zeuge in den Weg stellte und einem die Maske vom Kopf riss, fielen Schüsse. Verletzt wurde offensichtlich jedoch niemand.

24.02.2016
Kultur Die Absurdität der Logik - Sarah Bosetti las in Rheinsberg

Wo käme man denn hin, wenn man dem Energie-Vertreter an der Haustür die Gesprächsführung überließe? Sarah Bosetti gibt sich nicht mit Zuhören zufrieden. Ihr Sprachwitz verlangt, nach draußen gelassen zu werden. Und das nicht zu knapp. Mit scharfem Blick und scharfer Zunge spiegelt sie ihre Welt: fröhlich bis witzig, logisch bis skurril oder surreal: und immer wortgewaltig.

27.02.2016
Anzeige