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Wittstock/Dosse Zum 20. Mal „Weihnachten im Schuhkarton“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Zum 20. Mal „Weihnachten im Schuhkarton“
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16:47 05.11.2018
Kornelia Leddin (v. l.), Andreas Leddin und Manuela Matey gehören zur Kerntruppe der fleißigen Helfer in Wittstock. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Für diejenigen, die ihn packen, mag es wohl oft nur ein einfacher Schuhkarton mit einer Kleinigkeit darin sein – für die Adressaten ist er viel mehr. „Den Kindern kommt es wie ein Wunder vor, dass sie von fremden Menschen etwas geschenkt bekommen“, sagt Evelyne Reinhardt. Sie ist Regionalleiterin für den Nordosten Deutschlands bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Am Sonntagabend war sie zu Gast in der Wittstocker Heilig-Geist-Kirche, um den Helfern und Organisatoren der Aktion zu danken.

Die sind bereits im 20. Jahr dabei. Seit 1999 nimmt der Wittstocker Andreas Leddin die gepackten Kartons entgegen. Seine Wohnung ist Sammelstelle für alle milden Gaben aus ganz Ostprignitz-Ruppin. Vor einigen Jahren ist er sogar mal mit nach Moldawien gefahren, um vor Ort zu sehen, wie die Geschenke bei den Kindern ankommen.

Der Bläserchor der Wittstocker St.-Marien-Gemeinde spielte zum Gottesdienst auf. Quelle: Christian Bark

„Das war schon berührend“, sagt er. Und auch das Publikum in der Kirche war an dem Abend gerührt, als es Filmaufnahmen von Kindern aus aller Welt zu sehen bekam, die sich beim Auspacken über den Inhalt ihrer Kartons freuten. „Da ist immer wieder ganz viel ’Wow’ zu hören“, sagte Evelyne Reinhard. Selbst über eine pinke Badehose habe sich ein Junge mal gefreut. Dennoch mahnte Evelyne Reinhard in dem Zusammenhang, den Kindern doch neue oder neuwertige Geschenke beizulegen, nicht abgenutzte oder unbrauchbare Sachen. „Jemand hatte dem Karton mal ein gebrachtes Gebiss beigelegt“, berichtete die Regionalleiterin.

„Wichtig ist auch, dass die Kartons vor der Abgabe nicht in Geschenkpapier eingewickelt werden“, erklärte Kornelia Leddin. Sie und Manuela Mantey gehören von Anfang an zu zu den Helfern von Andreas Leddin, was das Packen und die Kontrolle der Kartons angeht.

Die Gäste am Sonntagabend nutzten die Gelegenheit, ihre Kartons abzugeben. Quelle: Christian Bark

„Wir müssen die Pakete vorher durchgucken, allein schon wegen der Ausfuhrbestimmungen in manche Länder“, erklärte sie. Die Helfer legen zudem bei Bedarf etwas nach, wenn die Kartons nicht voll genug sind. Sie füllen sie auch ganz, wenn andere keine Zeit zum Packen haben. „Dann können uns die Leute Geld dafür geben und wir übernehmen das Packen dann“, sagte Andreas Leddin.

Laut Evelyne Reinhardt sind seit einiger Zeit sogar Onlineschuhkartons bestellbar. Dabei könnten die Leute online bestimmen, was in den Karton soll und online dafür zahlen. „Das wird immer beliebter“, sagte die Regionalleiterin.

Das Publikum bekam einen Imagefilm zu sehen. Quelle: Christian Bark

Für die Durchsicht opfern die freiwilligen Helfer in Wittstock viele Stunden ihrer Freizeit – machen es aber gerne. „Denn geben ist oft seliger als Nehmen“, sagte Prediger Andreas Weiß. Er hatte an dem Abend den Gottesdienst, der im Rahmen dieser Jubiläumsfeier stattfand, mit gestaltet.

Bis 15. November kann noch gespendet werden

Seit 1996 gibt es die Aktion im deutschsprachigen Raum. Träger ist seit 2002 der christliche Verein „Geschenke der Hoffnung“.

1999 wird auch in Wittstock für „Weihnachten im Schuhkarton“ gesammelt. Dort engagiert sich seitdem Andreas Leddin mit vielen Helfern für die Aktion.

An die Sammelstelle nach Wittstock gelangen Pakete aus ganz Ostprignitz-Ruppin.

400 Kartons sammeln die Wittstocker pro Jahr im Schnitt. 597 Kartons waren mal die Höchstzahl.

Bis zum 15. November darf noch gespendet werden. Die Gaben kommen Kindern in Osteuropa zugute.

Egal, ob man für die Aktion sofort Dankbarkeit erhalten würde, durch das Geben würde man Liebe sähen. Das macht auch Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann seit zwei Jahren. Er dankte den Helfern am Sonntagabend und nutzte die Gelegenheit, mit anderen Gästen seinen Karton abzugeben. „Diesmal habe ich was für einen Jungen zusammengestellt“, sagt er.

Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, kann bis 15. November Kartons in Wittstock beim Fotostudio Mantey in der Poststraße, im evangelischen Gemeindebüro in der Sankt-Marien-Straße, in der evangelischen Kita „Bienenkorb“ sowie nach telefonischer Absprache unter 0173/4833555 bei Andreas Leddin abgeben.

Mehr Informationen hier.

Von Christian Bark

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