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Wittstock/Dosse Segel im „Dom des Lichtes“ gesetzt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Segel im „Dom des Lichtes“ gesetzt
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00:35 10.05.2018
Jens J. Meyer setzte 38 Segel und schuf das Kunstwerk „The Dome of Light“ im Park des Wittstocker Kunsthauses. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Dieses Licht. Es umschmeichelt die Installation aus weißen Tüchern zwischen Kastanien und Buchen. Dort treten Licht, Sonne und Bäume in einen Dialog mit der Kunst. „The Dome of Light“ (Der Dom des Lichtes) nimmt die Besucher seit den Tagen des offenen Ateliers am Wochenende im Kunsthaus Dosse Park in Wittstock gefangen. Das Kunstwerk bleibt bis Ende kommenden Jahres erhalten.

Jens J. Meyer aus Essen gehört derzeit zu den Künstlern auf Zeit im Kunsthaus am Rande der Dossestadt. Seit 26 Jahren ist er weltweit unterwegs und hat bis auf Afrika auf allen Kontinenten seine Installationsspuren hinterlassen.

„Das Werk entsteht immer erst am Ort, hier ist der Raum durch die Bäume vorgegeben“, sagte Jens J. Meyer am Sonntagnachmittag. Er spannt die kunstvoll geschnittenen und geschwungenen Tücher aus elastischem Polyester auf. „Ich mache den Raum sichtbar, hier ist es ein gefühlter Schutzraum.“ Damit reicht er den Besuchern die Hand: „Ich lade sie ein, „The Dome of Light“ zu betreten und dort inne zu halten.“

Kunstwerk ist 30 mal 15 mal 8 Meter

Die Sonne meint es am Wochenende gut mit ihm und seiner Kunst. Denn erst wenn sie ins Spiel eingreift, weitet sich der Dom des Lichtes unter dem Auge des Betrachters. 30 Meter lang, 15 Meter breit und acht Meter hoch ist das Kunstwerk und malt eine ganz eigene Atmosphäre in den Freiraum und die Zeit. „Ich habe hier vor Ort die 38 Tücher zugeschnitten und in zehn Tagen alles installiert“, so Jens J. Meyer.

Mit 2000 Meter Seil aus dem maritimen Bereich und 2500 Knoten setzte der 60-jährige Künstler die Segel in Wittstock. Die schwarzen Seile erweisen sich als statische Haltepunkte und definieren das Skelett der Installation.

Mit einer Idee reiste er nach Wittstock, denn im vergangenen Jahr besuchte er erstmals das Kunsthaus. Damals war er im mecklenburgischen Mirow zu Gast – die Zusammenarbeit mit den Musikern Katharina Böhm und Jürgen Hauck aus Mirow begann. Sie lassen sich von „The Dome of Light“ inspirieren und spielen am Sonntag vor mehr als 30 Zuhörern.

Tenorflöte, Ocean Drum und Balaphon

Während die Installation aus Tüchern nach außen gewölbt ist und den Besucher darunter abschirmt, steht in der Mitte des Freiraums mit der Klangskulptur das Gegenstück. Sie ist nach unten gewölbt.

Jürgen Hauck entlockte seiner Klangskulptur meditative Musik. Quelle: Christamaria Ruch

Die Wiege aus Federstahl und das darauf ruhende Messingrohr inspirieren Jürgen Hauck zu seiner meditativen Musik. Mit Schlegeln holt er die Töne hervor und lässt sie dann verhallen. Unterdessen steht Katharina Böhm mit Tenorflöte, Ocean Drum oder dem afrikanischen Balaphon bereit und fällt wenig später in diesen Klangteppich ein.

Schon bald nagt der Zahn der Zeit an den Segeln - das nimmt Jens J. Meyer in Kauf. „Bis Ende dieses Jahres verfärbt sich ein Teil der Tücher, dann entferne ich diese und verarbeite sie zu Collagen“, sagte er. Vor der Landesgartenschau im kommenden Jahr in Wittstock steigt er erneut in die Luft und setzt neue Tücher in Szene. Das ist ein Beitrag vom Kunsthaus Dosse Park für die Blumenschau und soll die Gäste auch dorthin locken.

Kunstgespräch mit 12 Künstlern

21 Künstler aus dem In- und Ausland arbeiten in den Ateliers im Kunsthaus Dosse Park. Am Wochenende standen zwölf von ihnen im Kunstgespräch mit gut 150 Besuchern.

Christiane John und Luzian Gryczan laden Besucher zur Ausstellung „Landschaft Leidenschaft“ ein. Quelle: Christamaria Ruch

Die Maler Christiane John, Luzian Gryczan und Werner Klotz eröffneten ihre Ausstellung „Landschaft Leidenschaft.“ Christiane John lässt sich bei ihren großformatigen Werken immer wieder vom Grenzfluss Oder inspirieren. „Das sind keine abgebildeten Landschaften, eher ein Erfassen aus dem Moment heraus zwischen den Welten in der Landschaft“, sagte sie. Seit zwei Jahren arbeitet John in Wittstock. „Hier wirkt die Ruhe und ich male mittlerweile großflächig, denn die Inhalte meiner Bilder sollen sich nun größer zeigen“, umschreibt sie den Sprung vom kleinen zum großen Format.

„Die Gespräche in den letzten zwei Tagen mit den Besuchern waren interessant und vielschichtig“, sagte Luzian Gryczan. Auch bei dieser Ausstellung im Innenraum kommt das Licht ins Spiel. Die Sonne malt die Fensterschatten auf den Fußboden im Ausstellungsraum, verlängert damit die Sichtachsen und lenkt den Blick konsequent zu jedem Bild.

Die Installation „The Dome of Light“ im Kunsthaus Dosse Park, Rosa-Luxemburg-Straße 38 bis 40 in Wittstock ist von Montag bis Freitag zwischen 10 und 16 Uhr frei zugängig. Die Ausstellung „Landschaft Leidenschaft“ steht ebenfalls für Besucher offen. Interessenten können sich beim Maler Luzian Gryczan telefonisch unter 03394/40 33 16 anmelden.

Von Christamaria Ruch

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