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Wittstock/Dosse Hanfopa auf Bewährung verurteilt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Hanfopa auf Bewährung verurteilt
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00:24 16.09.2018
Wegen des Gießens der Hanfpflanzen wurde ein 71-Jähriger auf Bewährung verurteilt. Quelle: Oliver Berg/dpa
Wittstock

Werner B. wollte seine karge Rente aufbessern und suchte über eine Zeitungsannonce einen Nebenjob. Der brachte den 71-Jährigen nun vor Gericht.

Acht Monate auf Bewährung

Wegen unerlaubten Besitzes von Cannabis und Beihilfe zum Drogenhandel wurde der gebürtige Niedersachse vom Neuruppiner Amtsgericht gestern zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Freimütig hatte der Rentner gleich nach seiner Verhaftung im Oktober 2014 geschildert, wie es zu seiner Tätigkeit im Drogenmilieu gekommen war. Auf seine Anzeige hatten sich bei ihm zwei Männer vorgestellt, zunächst wegen Hausmeisterdiensten. Kurz darauf traten sie an ihn heran, er solle sich um den Kauf eines Hauses in Wittstock kümmern. Das sollte möglichst billig und nicht in der Innenstadt gelegen sein.

Hanfpflanzen in Freyenstein

In Freyenstein wurde Werner B. fündig. Seine bis heute unbekannt gebliebenen Auftraggeber stellten ihm das Geld, insgesamt 10 000 Euro, zur Verfügung. Er selbst gründete, um das Objekt kaufen zu können, eine Limited (eine in England häufige Rechtsform für Unternehmen, vergleichbar der deutschen GmbH).

„Bei meiner finanziellen Lage hätte ich kein Haus kaufen können“, sagte der Angeklagte. So aber ging es. Er zahlte 5000 Euro sofort, den Restbetrag sollte er in Raten zu je 500 Euro begleichen. Zunächst sei es darum gegangen, das Haus bewohnbar zu machen.

250 Euro monatlich fürs Cannabisgießen

Dann kamen die Auftraggeber mit Cannabispflanzen und baten ihn, sich um die Bewässerung und das regelmäßige Düngen zu kümmern - gegen eine Entschädigung von 250 Euro monatlich. Er verpflichtete sich, die Pflege für die ersten 14 Tage eines Monats zu übernehmen und quartierte sich für diese Zeit bei seinem Sohn ein, der in der Nähe wohnte. Er selbst lebt 250 Kilometer entfernt.

„Ich wusste, was das für Pflanzen waren“, sagte Werner B. Und ja, er habe Bedenken gehabt. „Aber für mich waren 250 Euro im Monat viel Geld.“ Der Rentner lebt von einer Rente von etwa 550 Euro und kommt mit einer Aufstockung vom Sozialamt auf knapp 800 Euro, von denen er 350 Euro Miete zahlen muss. Viel Freude an seinem Nebenverdienst hatte der 71-Jährige nicht.

Hausverkäufer entdeckte Hanfanlage

Der Hausverkäufer wollte den Kaufvertrag wegen rückständiger Zahlungen rückgängig machen und entdeckte bei einem Besuch in Freyenstein, die Hanfaufzuchtanlage. Die daraufhin alarmierte Polizei nahm Werner B. fest. Die Beamten entdeckten in dem Haus 122 Hanfpflanzen und eine Anlage mit professioneller Belüftung und Bewässerung.

Werner B. habe sich „völlig unbedarft an einer Geschichte beteiligt, die von Anfang an danach geschrien habe, nicht sauber gewesen zu sein“, sagte Richter Jan Eßer. „Er hat sehenden Auges mitgeholfen.“

Umfangreiches Vorstrafenregister

Für das Gericht kam eine Geldstrafe, wie vom Verteidiger gefordert, nicht in Betracht. Werner B. hat ein umfangreiches Vorstrafenregister. Wegen vielfachen Betruges hat er auch bereits im Gefängnis gesessen. „Angesichts seiner Vorgeschichte, die zwar lange her ist und nichts mit Drogen zu tun hatte, kann es nicht bei einer Geldstrafe bleiben“, sagte Richter Eßer.

Außerdem werden die 750 Euro, die Werner B. mit Blumen gießen verdient hat, eingezogen und er muss noch 30 Stunden gemeinnützige Arbeit innerhalb von sechs Monaten leisten.

Von Dagmar Simons

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