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Wittstock/Dosse Zwei neue Lastenfahrräder für die Mieter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Zwei neue Lastenfahrräder für die Mieter
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14:43 27.06.2018
Neue Lastenfahrräder stehen im Wohngebiet Röbeler Vorstadt in Wittstock zur Verfügung. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Aller Anfang ist schwer. „Damit kann ich mich ad hoc jetzt nicht anfreunden. Aber es ist wohl Gewohnheitssache“, meinte Vize-Landrat Werner Nüse, nachdem er am Dienstagnachmittag in Wittstock eines der beiden neuen Lastenfahrräder ausprobiert hatte und dabei etwas unsicher daherkam.

Viele Ratschläge

Auch alle anderen, die die Räder testeten, hatten ihre liebe Mühe – und nach kleinen Rundfahrten verschiedene Ratschlage parat: Man sol

GWV-Geschäftsführer Hans-Jörg-Löther führte die Gäste durch das Wohngebiet Röbeler Vorstadt. Quelle: Björn Wagener

le zunächst freihändig anfangen, nicht gleich Kurven in Angriff nehmen oder „bloß nicht versuchen, das Gleichgewicht zu halten“.

Die beiden Lastenfahrräder sind das neueste Angebot für Mieter im Wohngebiet Röbeler Vorstadt in Wittstock. Gedacht sind sie für Bewohner, die nicht mit dem Auto zum Einkaufen fahren wollen oder können, aber dennoch einen Fußmarsch vermeiden wollen.

Elektrisch unterstützte Räder

Die Räder sind elektrisch unterstützt betriebene sogenannte E-Bikes, die über zwei Hinterräder verfügen, sodass man nicht umkippen kann. Außerdem gibt es Ablagekörbe – auf einem der Räder verschließbar, auf dem anderen offen. Sie können ab sofort im Wohngebietstreff über die Volkssolidarität ausgeliehen werden, zunächst sogar kostenlos. Für die Räder wurden insgesamt 6400 Euro ausgegeben.

Finanziert wurde diese Summe innerhalb des Modellprojektes „Mobil.Dasein.OPR“. Es wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur innerhalb des Modellvorhabens zur „Langfristigen Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Raumen“ gefördert.

Bundesweit 18 Regionen dabei

Bundesweit haben 18 vom demografischen Wandel besonders betroffene Regionen – ausgehend von ihrer Bevölkerungsentwicklung und ihren längerfristigen Entwicklungsbedingungen – seit Januar 2016 Konzepte erarbeitet, mit denen in Zukunft sowohl die Daseinsvorsorge und Nahversorgung als auch die Mobilität gewährleistet werden kann. Die sogenannte Kooperationsraum- und Mobilitätsstrategie für Ostprignitz-Ruppin bildet die Grundlage für alles weitere, das den Menschen das Leben in Sachen Mobilität auf dem Lande in Zukunft erleichtern soll.

Abschlussrunde im Wohngebiet

Am Dienstagnachmittag fand die Abschlussveranstaltung des Modellprojektes im Wohngebietstreff in der Röbeler Vorstadt statt. Dabei hatten die gut 50 Gäste aus dem gesamten Kreisgebiet zunächst Gelegenheit, sich von Hans-Jörg Löther, Geschäftsführer der Wittstocker Gebäude- und Wohnungsverwaltung, durch das im Wandel befindliche Wohngebiet führen zu lassen. Darunter waren auch Werner Nüse und Bernd Rittmeier, Leiter der Projektgruppe Demografischer Wandel (PG DW) im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).

Garagen für Fahrräder an Bahnhöfen

Neben den Lastenfahrrädern in Wittstock seien in Neuruppin, Kyritz und im Amt Neustadt Dosse innerhalb des Modellprojektes auch Fahrradgaragen „moderner Bauart“ angeschafft worden, so Nüse. Sie dienen dazu, teure Fahrräder an Bahnhöfen sicher abzustellen. Die Garagen gebe es in Neustadt/Dosse, Breddin, Neuruppin-Westbahnhof und am Rheinsberger Tor sowie am Kyritzer Busbahnhof – und „künftig hoffentlich auch“ an der Schnittstelle der Regionalbahn 73 am Kyritzer Bürgerpark Nord, sagte Nüse.

Neue Software für den Nahverkehr

Voraussichtlich im November werde zudem die Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft (ORP) mit einer neuen Dispositionssoftware ausgestattet. Sie ermögliche, dass nicht nur die eigene Fahrzeugflotte, sondern auch andere Fahrdienste und Mobilitätsangebote zentral koordiniert werden können. Wertumfang des gesamten Innovationspaketes samt Garagen und Software: 100 000 Euro, die vom Bund getragen würden, so Nüse.

Blick in die Zukunft

Als „sehr eindrucksvoll“ bezeichnete Bernd Rittmeier das, was in dem Modellprojekt bisher umgesetzt worden sei. Es gehe dabei darum, einen Blick in die Zukunft zu wagen und zu schauen, wie eine Region hinsichtlich ihrer Bevölkerungsentwicklung aufgestellt sein sollte, „damit die Menschen nicht wegen fehlender Infrastruktur ihre Heimat verlassen.“

Um eine Verlängerung beworben

Wie ernst der Kreis OPR diese Aufgabe nimmt, zeigt die Tatsache, dass „er sich um eine Verlängerung des Modellprojektes für ein weiteres Jahr beworben hat“, sagt Nicola Krettek von der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg (REG). Sie nennt noch weitere Innovationen, die anvisiert seien:

Fahrerloser Kleinbus

So werde ein elektrisch betriebener Bürgerbus als Zubringer für die Verbindung Röbel-Wittstock anvisiert. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es einen solchen bereits. In Wusterhausen solle voraussichtlich ab Herbst erstmals ein fahrerloser Kleinbus auf einer knapp vier Kilometer lange Strecke eingesetzt werden.

Doch für all diese Modernisierungen gilt: Die Leute müssen sie annehmen. Um das Thema Mobilität der Zukunft mit all seinen Herausforderungen im Fokus zu behalten, werde ein monatlicher Dialog auf Kreisebene angestrebt, so Nicola Krettek.

Von Björn Wagener

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