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Wittstock/Dosse Ältester Schütze räumt immer noch ab
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15:11 30.07.2018
Jürgen Kontak und Wolfgang Schulz (r.) trainieren regelmäßig auf dem Gadower Schießplatz. Quelle: Christian Bark
Gadow

Ursprünglich war Wolfgang Schulz 1954 ja in den Gadower Motorsportverein der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) eingetreten, um mit AWO- und EMW-Motorrädern durch die Gegend heizen zu können. Mit dem Motorrad fuhr er sogar bis Berlin. „Irgendwann hatte die Dorfjugend dann noch Lust auf den Schießsport bekommen“, erinnert er sich. So entstand 1959 der Gadower Schützenverein, dem der 80-Jährige als Gründungsmitglied bis heute angehört.

Ob mit Langwaffe oder Revolver – Wolfgang Schulz schießt auch mit 80 noch den Adler von der Stange. Quelle: Christian Bark

Das heutige Vereinsheim und die Schießbahnen gab es damals freilich noch nicht. „Der Schießplatz entstand nach und nach“, sagt Wolfgang Schulz. In den 70er Jahren war dann der Motorradsport in Gadow etwas eingeschlafen, was blieb war der Schützenverein in der GST. Zu DDR-Zeiten konnten die Gadower sogar noch auf Tontauben schießen, wie Wolfgang Schulz berichtet. „Das hat viele junge Leute angezogen“, sagt er.

Jeden Sonntag wird trainiert

Doch nach der Wende und der Neugründung des Vereins 1990 war das Vereinsgelände verkleinert worden. „Wir haben keinen Platz zum Tontaubenschießen“, sagt Schützenvereinspräsident Jürgen Kontak. Wenn die Gadower mal Tontauben schießen wollen, müssten sie zum Schießplatz nach Neu Daber. „Vielleicht haben wir es deshalb nicht so leicht, junge Schützen für uns zu gewinnen“, vermutet Jürgen Kontak.

Auf seinen Verdienstorden ist Wolfgang Schulz besonders stolz. Quelle: Christian Bark

Die hätten in ihm und auch Wolfgang Schulz sicher erfahrene Lehrmeister und Schützenbrüder. Denn mit seinen 80 Jahren trainiert Wolfgang Schulz immer noch regelmäßig. „Jeden Sonntag geht’s auf den Schießplatz“, sagt er. Dort schießt er mit Revolver und Langwaffe.

Mit 80 wieder einmal Vogelkönig

Dass die Augen mit 80 nicht mehr so gut sind wie zur Jugendzeit des Gadowers, macht Wolfgang Schulz wenig aus. „Ich schaue ja durchs Zielfernrohr“, sagt er. Alles, was er brauche, sei eine ruhige Hand.

Die hat er beim jüngsten Adlerschießen einmal mehr bewiesen. Von 21 teilnehmenden Schützen hatte er den Rumpf des Sperrholzadlers herunter geschossen und wurde damit Vogelkönig. Auszeichnungen hat Wolfgang Schulz in seinem Leben schon viele geholt. Besonders stolz ist er seinen Verdienstorden der Stufe 3 vom Brandenburgischen Schützenbund.

Wolfgang Schulz hat in Gadow das Adlerschießen gewonnen. Quelle: Privat

Im kommenden Jahr feiert der Gadower Schützenverein sein 60. Schützenfest und damit auch die sechs vergangenen Jahrzehnte seines Bestehens. „Schön, dass sich die Tradition in Gadow so lange halten konnte“, sagt Wolfgang Schulz. Er hoffe, dass die Feier zumindest in Ansätzen so lebhaft wird, wie zu DDR-Zeiten.

Fast 60 Jahre Schießsport in Gadow

1959 kam der Schießsport zum 1954 gegründeten Motorradsportverein in Gadow hinzu. Der Schützenverein wurde 1990 neugegründet. Zu DDR-Zeiten gehörten die Vereine der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) an.

40 Mitglieder sind aktuell im Verein aktiv. Mit seinen 80 Jahren ist Wolfgang Schulz das älteste aktive Mitglied.

Auf sechs Schießständen kann mit Kleinkalibergewehren sowie auf zwei Schießständen mit Pistolen geschossen werden. Zu DDR-Zeiten fand auch Tontaubenschießen in Gadow statt. Weil dafür nicht mehr ausreichend Gelände vorhanden ist, weichen die Gadower ab und an nach Neu Daber aus.

„Damals war das Schützenfest der gesellschaftliche Höhepunkt im Jahr“, blickt er zurück. Bis zu 5000 Besucher seien gekommen, die sechs Bierhähne seien nicht zugemacht worden.

Ganz so wild wollen es die Schützen dieser Tage zwar nicht angehen, trotzdem darf Jürgen Kontak zufolge 2019 aber kräftig gefeiert werden. „Wir sind da im Gespräch mit dem Ortsbeirat und der Kirchgemeinde“, sagt der Vereinspräsident. Gemeinsam wolle man bei dem „gesellschaftlichen Höhepunkt“ an einem Strang ziehen.

Von Christian Bark

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