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Wittstock/Dosse Auf Wellenlänge mit der ganzen Welt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Auf Wellenlänge mit der ganzen Welt
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20:10 17.04.2018
In seiner Scheune in Eichenfelde hat Raimund Keßner seine Funkausrüstung untergebracht. Quelle: Christian Bark
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Eichenfelde

Schon wenn man an Raimund Keßners Haus in Eichenfelde bei Wittstock vorbeikommt, fallen einem die vielen Antennenmasten auf. Sie sind für den begeisterten Amateurfunker quasi das Tor zur Welt. „Ich hatte schon als Kind Interesse an der Funktechnik“, erinnert sich der 57-Jährige. Damals habe ihm sein Physiklehrer als Anerkennung für gute Leistung mal eine Hand voll Transistoren geschenkt, auf dass er daraus etwas basteln möge. „Doch mit dem Amateurfunk war es in der DDR recht schwierig“, erklärt Raimund Keßner und verweist auf die restriktive Politik des sozialistischen Systems.

Schließlich war der gebürtige Heiligengraber aber seiner Leidenschaft für Elektrotechnik treu geblieben und machte eine Ausbildung zum Elektriker. Auch dabei habe er allerhand Kreativität beim Basteln an den Tag gelegt. „Anfang der 80er habe ich meinen eigenen Computer zusammengeschraubt“, blickt Raimund Keßner zurück. Heute arbeite er als Servicetechniker für Waagentechnik. Als die Computer ihm als Hobby zu langweilig wurden, entdeckte er vor gut neun Jahren wieder seine alte Leidenschaft: die Funktechnik.

„Ein Bekannter in Heiligengrabe ist Funkamateur“, sagt Keßner. Über ihn sei er zum Deutschen Amateur Radio Club (DARC) gelangt, dessen Ortsverband Wittstock-Pritzwalk er seit vergangenem Jahr vorsteht. Über einen Intensivlehrgang eignete sich der Eichenfelder das Wissen autodidaktisch an, was ihm noch fehlte. „Die technischen Voraussetzungen dafür brachte ich ja mit“, sagt er. Wer als Amateurfunker einsteigen wolle, müsse eine Prüfung über die Bundesnetzagentur ablegen. Je nach Begabung und Erfahrung sei man entweder Einsteiger (Klasse E) oder Fortgeschrittener (Klasse A), der sich sein Funkgerät selbst bauen und alle zulässigen Frequenzen nutzen dürfe. Dann erhalte jeder Funkamateur sein individuelles Funk Rufzeichen. Raimund Keßners Kennung ist „DL3OP“in Funkersprache „Delta Lima Three Oscar Papa“. Dabei stehen die ersten zwei Buchstaben für das Land – also Deutschland.

Eine Erinnerungshilfe bei der Funkersprache. Quelle: Christian Bark

Wer sich nicht an die Regeln und die vorgegebenen Sendefrequenzen halte oder gar ohne Kennung und Prüfung funke, gelte als „Schwarzfunker“. „Das kann in entsprechenden Fällen sogar eine Straftat sein“, erklärt Raimund Keßner. Manchmal komme as aber ungewollt vor, dass Funkamateure die Frequenzen von Nachbars Fernseher stören würden und umgekehrt. „Darüber lässt sich aber reden“, so der DARC-Ortsverbandsvorsitzende. „Amateurfunk ist nun mal Experimentalfunk“, fügt er hinzu. Trotzdem müsse sich an gesetzliche Bestimmungen gehalten werden. Auf seinem Grundstück hat Raimund Keßner drei Masten zu stehen, wobei zwei mit Antennen bestückt sind. „Die dürfen nicht höher als zehn Meter sein, sonst benötige ich eine Baugenehmigung“, sagt er.

Alle Kabel führen ins Herzstück des Funksystems, Raimund Keßners Scheune. In einem Raum hat er seine Funkanlage und so manches historische Accessoire wie alte Radios aus seiner Kindheit und sowjetische Funkgeräte aus den 50er Jahren. Mit „CQ“ bekundet Raimund Keßner seinen Kontaktwunsch. Dann hat er seinen DARC-Freund Heinz Hantke aus Lögow in der „Leitung“. Sie tauschen technische Daten wie Empfangsstärke, Geräteeigenschaften und Fragen nach dem Befinden aus. „Wir hören uns nachher wieder“, verabschiedet sich Raimund Keßner mit den Ziffern „73“, was „tschüss“ heißt. Denn jeden Sonntag sind die Funkamateure aus der Prignitz zu hören. Dabei geht es eben nicht um Radiosendungen, sondern um den Austausch von Fachwissen.

Raimund Keßner kann auch digital funken – allerdings nur schriftlich. Dabei schreibt er mit einem Ukrainer. Wieder beim Sprechfunk, meldet sich ein junger Tscheche. „Der nimmt an einem Wettbewerb teil“, weiß Raimund Keßner. Ziel sei es, möglichst viele Funker in kurzer Zeit zu kontaktieren.

Der Amateur Radio Club in der Prignitz

Mit rund 1000 Ortsverbänden ist der Deutsche Amateur Radio Club (DARC) bundesweit die größte und weltweit die drittgrößte Amateurfunkvereinigung. Darin sind 34 000 Funkamateure vertreten. 806 davon stammen aus Brandenburg.

Seit 1990 gibt es den Ortsverband Wittstock-Pritzwalk. Die 24 Mitglieder stammen aus der gesamten Prignitz. Einmal im Monat kommen die Funkamateure zusammen. Jedes Jahr treffen sie sich zu einem „Fieldday“, wobei Funktechnik auf freiem Feld ausprobiert wird.

Englisch ist die Hauptfunkersprache, manchmal wird aber auch länderübergreifend Deutsch gesprochen. Dem Amateurfunkdienst sind international diverse Frequenzbereiche zugewiesen, innerhalb derer die Sende- und Empfangsfrequenzen frei gewählt werden dürfen.

Funkamateure stehen in Notfällen wie Stromausfällen mit ihrer Technik auch bereit, den Behörden- oder Rettungsfunk zu unterstützen.

Von Christian Bark

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