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Wittstock/Dosse Zu viel Tempo in Biesen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Zu viel Tempo in Biesen
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12:47 27.11.2018
Am Biesener Ortseingang gibt es keine Verkehrsinsel, die Kraftfahrer bremsen könnte. Quelle: Björn Wagener
Biesen

60 sind die neuen 50: Die meisten Kraftfahrer, die durch Biesen kommen, gönnen sich ein paar Stundenkilometer mehr, ohne wirklich zu rasen. Das ergaben Geschwindigkeitsmessungen mit der Tempoanzeigetafel im September 2018. Da waren zum Beispiel von den 9672 Fahrzeugen, die in 24 Stunden aus Richtung Freyenstein kommend gemessen wurden, 4070 mit Geschwindigkeiten von mindestens 60, aber weniger als 70 km/h unterwegs. Nicht über die erlaubten 50 km/h, aber schneller als 40 Stundenkilometer fuhren dagegen nur 2622 Autos. Natürlich gibt es auch die klassischen Raser. 14 waren schneller als 100, vier schneller als 110 und weitere vier noch darüber.

Spitzenreiter bei Tempo 145

Das Maximaltempo lag bei gemessenen 145 Stundenkilometern. Die Ergebnisse aus der Gegenrichtung – also aus Wittstock kommend – weichen zwar leicht ab, doch der Trend ist der gleiche.

Nicht zum ersten Mal kamen Tempomessungen in Biesen zu dem Ergebnis, dass viele Kraftfahrer auf der Ortsdurchfahrt zu schnell unterwegs sind. Auf der Sitzung des Ortsbeirates am Montagabend glaubte man auch zu wissen, was diese Situation noch befeuert – und zwar die Bauweise der Ortseinfahrt.

Verkehrsinsel würde Verkehr bremsen

Während es in vielen anderen Dörfern mittlerweile Verkehrsinseln an Ortseingängen gibt, die den Verkehr bremsen, können Autofahrer in Biesen nach wie vor einfach geradeaus hineinfahren. Daran baulich etwas zu ändern, hält Ortsvorsteher Burkhard Schultz jedoch kaum für machbar. „So etwas wird immer nur im Zusammenhang mit einem neuen Straßenbau umgesetzt.“ Doch ein solcher stehe momentan nicht auf der Tagesordnung.

Diese Situation warf die Frage auf, wozu überhaupt Geschwindigkeitsmessungen stattfinden, wenn keine Konsequenzen folgen. Zwar gab es am Montagabend den Vorschlag, den Bereich an der Bushaltestelle zumindest zeitweise auf Tempo 30 zu begrenzen, aber das müsse auch kontrolliert werden. Jedes Tempo-30-Limit könne die Polizei aus personellen Gründen nicht überwachen, sagte Burkhard Schultz, obwohl die Präsenz der Beamten durchaus spürbar sei. „Zweimal am Tag rollt hier ein Transporter durch.“

Andere haben Vorrang

Bauamtsleiter Friedhelm Kanzler verwies auf die „nachrangige“ Priorität der Landesstraße 14. Das heißt, sie wird vergleichsweise weniger stark befahren als andere Landesstraßen und müsse sich diesen deshalb in der Sanierungsplanung unterordnen. „Da kann man nur immer wieder darauf drängen und hoffen, dass das Land reagiert. Ein Ausbau wie etwa in Babitz wäre das Ziel. Aber so weit ist man hier noch nicht“, sagte Friedhelm Kanzler.

Angst um Sicherheit der Kinder

Die Biesener haben vor allem Angst um die Sicherheit der Kinder im Dorf, nicht nur auf der Ortsdurchfahrt, der Chaussee, sondern auch auf der Dorfstraße. Deshalb will der Ortsbeirat zur nächsten Sitzung Wittstocks Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg einladen, um zu hören, welche Möglichkeiten bestünden, um in Biesen für eine Verkehrsberuhigung zu sorgen.

Von Björn Wagener

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