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Wittstock/Dosse Dem Container ein Stück näher
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Dem Container ein Stück näher
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09:54 25.07.2013
Die Ausbildung zu einem Rettungshund erfordert viel Zeit. Aber selbst so ein Dackel wie „Susi“ kann die Prüfung schaffen. Quelle: Köhn
Wittstock

Ihren eigenen Hund hatte sie allerdings, anders als ursprünglich geplant, nicht mitgebracht. „Bei dieser Hitze ist er zu Hause einfach besser aufgehoben“, sagte sie. Dafür übte sie eine Runde mit „Kerry“, der Hündin von Trainerin Christel Rosenblatt, Unterordnung und Apportieren.

Die Bundestagsabgeordnete der Linken hat den Rettungshunde-Verein Wittstock im Jahr 1997 mitgegründet. Seit sie vor acht Jahren in den Bundestag gewählt wurde, hat sie allerdings für die aktive Vereinsarbeit keine Zeit mehr. Dennoch unterstützt sie als förderndes Mitglied die Rettungshundestaffel, und zwar mit Geld: „Unsere Fraktion hat in den letzten beiden Legislaturperioden immer gegen die Diätenerhöhung gestimmt. Es wäre nicht richtig, das Geld dann zu behalten.“

Mit 750 Euro bekam die Wittstocker Rettungshundestaffel gestern eine Spende, die der Verein sehr gut gebrauchen kann. Christel Rosenblatt (3.v.r.) und „Kerry“ nahmen das Geld entgegen. Quelle: Köhn

Und so bringt sie das zusätzliche Geld wieder unters Volk, indem sie soziale Arbeit und Vereine sowie bürgerschaftliche Projekte unterstützt. Im Jahr 2008 hat sie mit 200 Euro monatlich angefangen, ab 2010 waren es 400 Euro, im Jahr 2012 erhöhte sich die monatliche Spende auf 600 Euro und seit diesem Jahr sind es schon 750 Euro. „Die Rettungshundestaffel macht eine sehr wichtige Arbeit“, findet Kirsten Tackmann und wendet sich dann wieder Kerry zu, die mit der nächsten Aufgabe an der Reihe ist.

Zwei Hunde sehen, wie die Trainerin „Beute“ wegwirft, die sie gern apportieren würden. Der erste Hund wird losgeschickt aber auf halbem Wege kommt der Befehl, zu stoppen und „Platz“ zu machen. Der zweite Hund wird herbei gerufen und darf sich seine Beute nun holen. Der erste Hund muss seinen Konkurrenten vorbeilaufen lassen und darf erst dann seinen „Job“ beenden. „Das ist die hohe Schule der Rettungshundearbeit“, erklärt Kirsten Tackmann, „für den Hund, der warten muss, ist das wirklich hoch anstrengend.“

Um das gute Zusammenspiel zwischen Rettungshund und Mensch zu trainieren, bietet der Wittstocker Platz auf einer ehemaligen Bauschuttdeponie allerbeste Voraussetzungen. „Wir werden von vielen Staffeln im gesamten Bundesgebiet um diese Fläche beneidet“, erzählt Christel Rosenblatt nicht ohne Stolz. Zwischen März und Juni und dann wieder ab August kommen sehr häufig Gäste aus anderen Bundesländern. Unlängst waren sogar Schweizer mit ihren Hunden mehrere Tage zum Training da.

„Gerade das Trümmergelände wird von unseren Besuchern immer sehr gelobt. So etwas gibt es kaum noch in Deutschland. Wenn irgendwo ein Gebäude abgerissen wird, dann wird der Bauschutt ja immer sofort abtransportiert und zerkleinert, ein Training ist nicht möglich. Und hier bei uns sind die Trümmer alle fest im Boden, da kann auch nichts passieren.“ Kirsten Tackmann ergänzt: „Das war damals ein absoluter Glücksfall, dass wir das Gelände gefunden haben und dass die Stadt Wittstock es uns zur Verfügung gestellt hat.“Allerdings macht das Gelände auch viel Arbeit. Einmal im Monat müssen zehn Leute fünf Stunden lang arbeiten, um alles in Ordnung zu halten.

Das Geld von der Bundestagsabgeordneten kommt dem Verein sehr gelegen. „Wir sparen auf einen Sanitärcontainer“, sagt Christel Rosenblatt. Selbst für einen gebrauchten, der aber noch gut in Schuss sein sollte, müsste eine vierstellige Summe hingeblättert werden. Und das hat der Verein mal nicht so einfach in der Portokasse.

Nach dieser großzügigen Spende für den Verein wurde weitertrainiert, schließlich mussten die letzten hitzemäßig noch erträglichen Minuten gestern Vormittag ausgenutzt werden, um die Hunde nicht unnötig zu überfordern. Vier ausgebildete und geprüfte Rettungshunde hat die Wittstocker Staffel zur Zeit. Im Moment wird sie aber nicht zu Einsätzen im Ernstfall gerufen.

„Wir können nicht gewährleisten, dass alle Gespanne dann auch binnen weniger Stunden antreten können, und wenn nur zwei verhindert sind, können wir den Einsatz nicht übernehmen.“ Mindestens sechs geprüfte Mensch-Hund-Paare müssen dazu schon der Staffel angehören, so erläutert Christel Rosenblatt.
Nicht jeder Hund kann zu einem Rettungshund ausgebildet werden. Gar nicht geeignet sind allein aufgrund ihrer Körpergröße und ihres Gewichts zum Beispiel Bernhardiner oder Neufundländer. „Zu groß und zu schwer“, sagt die Expertin.

Hinzu kommt, dass große Hunde in aller Regel eine kürzere Lebenserwartung haben als mittelgroße oder kleine, wie zum Beispiel Dackeldame Susi beweist. Die überwand gestern problemlos einige Hindernisse auf dem Platz und nahm an der schwierigen Apportierübung teil – und sie hat, so klein wie sie ist, bereits die sogenannte Flächenprüfung erfolgreich absolviert. „So ein Hund muss einfach einen hohen Beute- und Spieltrieb besitzen“, sagt Christel Rosenblatt.

Von Uta Köhn

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