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Wittstock/Dosse Unfallfahrer muss nicht ins Gefängnis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Unfallfahrer muss nicht ins Gefängnis
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00:21 26.01.2019
Kreuz zum Gedenken an Vanessa Fitz aus Dossow, die am 18.9. 2016 am Abzweig Goldbeck tödlich verunglückte. Quelle: Björn Wagener
Neuruppin

Es ist für Eltern das Schlimmste, was ihnen passieren kann: der Tod des eigenen Kindes. Bei einem Verkehrsunfall starb die 17-jährige Vanessa Fitz am Abend des 18. September 2016 noch am Unfallort. Sie war mit ihrem Moped auf dem Heimweg auf der Kreisstraße zwischen Dossow und Wittstock, als sie mit dem Auto von Stephan F. zusammenstieß.

Bewährung statt Gefängnis

Das Neuruppiner Amtsgericht hatte den 27-Jährigen im März 2018 wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt – ohne Bewährung. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Die vierte Strafkammer des Landgerichts Neuruppin entschied nun auf eine Strafe von anderthalb Jahren, die sie zur Bewährung aussetzte. Außerdem muss Stephan F. 6000 Euro an die Opferhilfe zahlen.

Unmut im Zuschauersaal

Dass dies nicht auf die Zustimmung der zahlreich erschienen Zuhörer stieß, war deutlich zu hören. „Ist nicht wahr“, war nur ein Kommentar bei der Urteilsverkündung im voll besetzten Gerichtssaal.

Das Gericht hatte nur noch darüber zu befinden, wie der Angeklagte zu bestrafen war.

Deshalb mussten nicht noch einmal alle Zeugen und Sachverständigen gehört werden. Stephan F. war an jenem Abend zu schnell unterwegs und geriet auf die Gegenfahrbahn. Wie es dazu kam, hatte das Amtsgericht nicht sicher feststellen können.

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Dass die Strafe nicht dem Leid der Eltern und Hinterbliebenen gerecht wird, davon ging das Gericht aus. „Die Folgen des Geschehens stehen im Vordergrund. Das darf aber nicht den Blick auf das Verschulden des Angeklagten verstellen“, sagte Richter Jörn Kalbow.

Unfallfahrer fuhr zu schnell

Es sei eine durchschnittliche Pflichtverletzung, die dem Autofahrer zur Last gelegt werde, nämlich zu schnell gefahren zu sein.

„Auch, wenn das Urteil nicht jedem gefallen wird: Er hat den Schuldspruch akzeptiert“, sagte Richter Kalbow. Das heißt, Stephan F. hat anerkannt, dass er den Unfall verursacht hat. Er allein.

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Das war nicht immer so. Zunächst hatte er von einem Ausweichmanöver der ihm entgegen kommenden Mopedfahrerin gesprochen. Stephan F. ließ nun über seinen Verteidiger erklären, dass er sich abermals hinterfragt habe, und sei zu dem Ergebnis gekommen, den Unfall verschuldet zu haben. Er drückte noch einmal im Gerichtssaal sein Bedauern den Eltern gegenüber aus. Kategorisch wies die Mutter die Entschuldigung zurück.

Dramatische Folgen für die Eltern

Das Gericht berücksichtigte bei seiner Entscheidung, dass die Folgen des Unfalls für die Eltern, Angehörige und Freunde von Vanessa, ganz dramatisch sind.

Anders als der Staatsanwalt, der beantragt hatte, die Berufung zu verwerfen, auch mit Hinblick auf die Verteidigung der Rechtsordnung, hielt das Gericht es nicht für notwendig, den Angeklagten ins Gefängnis zu bringen.

„Ich will nicht sagen, dass so etwas jedem passieren kann“, sagte Richter Kalbow. Das Fahrverhalten des Angeklagten, so schwer die Folgen auch sind, rechtfertigten so eine Maßnahme nicht.

Auch nicht, ihm die Fahrerlaubnis zu entziehen. „Auch wenn diese Entscheidung für Laien nur schwer nachzuvollziehen ist“, sagte Richter Kalbow.

Von Dagmar Simons

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