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Wittstock/Dosse Die elektrische Madonna
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Die elektrische Madonna
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00:19 03.08.2017
„Für mich ist Zoyt (r.) ein Künstler, der aus der Zukunft zurück in die Vergangenheit reist“, sagt Zoyts langjähriger Freund Claas Mehlhop aus Oldenburg bei der Ausstellungseröffnung. Quelle: Claudia Bihler
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Goldbeck

Höchstens 16 Quadratmeter groß ist der ehemalige Wächterraum im Torhäuschen der Burg Goldbeck, in dem der Babitzer Künstler Zoyt am Wochenende zur Ausstellung einlud. Dennoch will Zoyt den Raum mit seinen verwitterten Fresken und der gekalkten Gewölbedecke künftig öfter zu Ausstellungen nutzen und auf diese Weise die wohl kleinste Galerie weit und breit für Künstler und Gäste öffnen: „Ich will wieder mehr und häufiger Kunst auf die Burg bringen“, sagt der Bildhauer und Maler, der das Torhäuschen schon seit mehr als 20 Jahren gepachtet hat, der nun alle seine Werke in sein Atelier nach Babitz geholt hat und den Raum für Ausstellungen nutzen will. Den Auftakt machte er am Wochenende innerhalb des Burgfestes – mit eigener Kunst.

Eine Kitschfigur diente Zoyt als Vorlage für sein Bild „Die elektrische Madonna“. Quelle: Claudia Bihler

Dass seine Kunst kaum unter dem Stichwort „gefällig“ einzuordnen ist, weiß der Künstler selbst. Seine Darstellungen – ob als Holzskulptur oder als Gemälde – sind kantig und fast immer steht ihnen ein Ausdruck von Melancholie oder Tragik ins Gesicht geschrieben. Fragt man Zoyt nach den Geschichten hinter seinen Motiven, antwortet er bereitwillig – etwa mit der Geschichte über das Zirkusmädchen, dessen gewaltsame und tragische Geschichte ihn im preisgekrönten chilenischen Film „Santa Sangre“ – „Heiliges Blut“ besonders berührt hat. Und von dem er eine Holzskulptur gefertigt hat, die nun sozusagen als Leitfigur der Ausstellung angesehen werden kann.

Viele der Ausstellungsstücke haben einen Bezug zur Religion. „Ich bin ein religiöser Mensch“, sagt Zoyt, „wenn ich auch eher zum Buddhismus neige.“ Dennoch zitiert er aus anderen Religionen – etwa mit dem Bild der „elektrischen Madonna“, einer Kitschfigur aus den Räumen des Rockmusikers Kiev Stingls, die der in seiner „Liebeshöhle“ neben einem goldenen Bett platziert hatte. Zoyt: „Dessen surrealistisches Leben hat mich unglaublich begeistert.“

Er zeigt eine Straßenszene mit einem orthodoxen Juden, der an einer Straßenlaterne vor der Synagoge in Zürich sinniert oder auch die landläufig als „Jubos“ bezeichneten Juden in den USA, die neben ihrer ursprünglichen Religion auch den Buddhismus praktizieren: „Für mich zeigen sie auch die Chance für Muslime auf, friedlich mit den Vertretern anderer Religionen zusammenzuleben.“

Die Skulptur von Concha, dem Zirkusmädchen aus dem Film Santa Sangre. Quelle: Claudia Bihler

Fast alle Bilder der Ausstellung entstanden in den vergangenen Monaten. „Ich bin ja eigentlich ausgebildeter Bildhauer und kein Maler“, sagt Zoyt, „in der Vergangenheit habe ich auf meinen Bildern meist sehr flächig gearbeitet. Inzwischen find ich zunehmend auch Gefallen am Spiel von Licht und Schatten bei meiner Malerei.“ Auf dem Weg dorthin sucht er seine Motive auch mal bei anderen Bildhauern – etwa hat er eine Gipsstudie des französischen Bildhauers Auguste Rodin für eines seiner Bilder in die Zweidimensionalität gebracht. Zwei der älteren Werke sind ebenfalls zu sehen – die eine noch deutlichere Verwandtschaft zu Zoyts Skulpturen zeigen. Dazu gehört das Bild „Paarbeziehung“, bei dem ein Paar miteinander verschmolzen ist.

Jeweils während der Sommermonate können auch andere Künstler ausstellen, die sich ebenfalls bei Interesse an ihn wenden können. Zoyt: „Die Betreuung des Raumes während der Öffnungszeiten müssen sie aber selbst abdecken.“

Geöffnet ist die Ausstellung bis Ende August sonntags von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung unter Tel.: 0172/8 86 81 82.

Von Claudia Bihler

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