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Wittstock/Dosse Harken und Gießen im Unterricht
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16:58 17.04.2019
Schüler der Waldring-Grundschule pflegen jede Woche ihre Beete im Dossegarten der Röbeler Vorstadt. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Schon im vergangenen Herbst hatten sie beim „Entrümpeln“ des Geländes geholfen. Damals war auch der erste Spatenstich für die Hochbeete im sogenannten „Dossegarten“ erfolgt, die die Kinder der „Schulgarten-AG“ aus der Waldring-Grundschule nun regelmäßig pflegen. „Wir kommen jeden Donnerstag hier her“, berichtet Lehrerin Eva Zirke.

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Kerstin Mansfeld bewaffnet sie sich und die Kinder aus der ersten und zweiten Klasse mit Gießkannen, Schaufeln und Harken. Die holen sie aus einem Keller in der Röbeler Vorstadt. „Die Planungen für einen Gemeinschaftsgarten dauern seit 2018 an“, informiert Quartiersmanagerin Lissy Boost. Dorthin setzt sich die Schulgarten-AG dann in Bewegung.

Durchs Wohngebiet ging es zum Garten. Quelle: Christian Bark

Einst waren auf dem Grundstück an der Dosse in diesem Teil des Wohngebiets zwei Kleingärten untergebracht. Nachdem ihre Besitzer sie abgegeben hatten, haben das Quartiersmanagement von der Volkssolidarität und die Gebäude- und Wohnungsverwaltung GWV die beiden Parzellen zusammengelegt. 4500 Quadratmeter misst das Areal, das als Gemeinschafts- und Schulgarten dienen soll, nun.

Vorfreude auf Möhren und Blumen

„Schön ist auch, dass der Garten mit Schwengelpumpen ausgestattet worden ist“, sagt Kerstin Mansfeld. Dort machen sich die Schüler sogleich zu schaffen, um ihre Gießkannen zu füllen. Dann gießen sie die Hochbeete, auf dass die Erde nicht mehr so trocken ist und Salat, Kohlrabi und Co. gut wachsen können. „Ich freue mich vor allem auf Möhren“, sagt Lasse Rexin. Der Siebenjährige hat schon bei seinen Eltern mit im Garten geholfen, für ihn ist die Arbeit also nicht neu.

Die Schüler füllen die Gießkannen mit Wasser aus der Schwengelpumpe. Quelle: Christian Bark

Ebenso kennt sich Nele Granzow schon mit Gartenarbeiten aus. „Wir haben auch einen Garten mit vielen Sonnenblumen“, berichtet die Siebenjährige. Außerdem helfe sie ihrer Oma immer beim Harken auf dem Friedhof. Im Gegensatz zu Lasse freut sie sich weniger auf Gemüse, sondern auf Blumen wie Veilchen oder Tulpen. „Ich hingegen freue mich auf die ersten Erdbeeren“, sagt Lehrerin Kerstin Mansfeld.

Das Areal bietet viel Platz und zwei Häuschen. Quelle: Christian Bark

Bis dahin müssen Lehrer und Kinder den Garten aber noch weiter fleißig hegen und pflegen. Und nicht nur sie sind auf dem Gelände aktiv. „Es ist ein ganzes Netzwerk aus Schulen, Kitas und dem Quartier“, erklärt Lissy Boost. So plane beispielsweise eine Kita die Errichtung von Insektenhotels. Auch die Wittstocker Mosaikschule will sich im Garten mit einbringen. Jugendliche der Wittstocker Förderschule mit Schwerpunkt „Lernen“ wollen demnächst den Geräteschuppen auf dem Areal sanieren. „Das Projekt muss eben langsam wachsen“, sagt die Quartiersmanagerin.

Jede Nutzergruppe erhalte dann einen eigenen Schlüssel. Auch eine Gruppe aus der Tagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (Awo) gehöre dazu. Sie wolle ebenfalls Beete bepflanzen und pflegen. Während aus einer Laube ein Schuppen wird, in dem die Kinder der Schulgarten-AG jetzt schon ihre Gartengeräte abstellen, soll eine zweite Laube als Aufenthaltshäuschen dienen, mit Gruppenraum und Sanitäranlagen. „Wir planen hier Expertenworkshops und Gartenfeste“, kündigt Lissy Bost an.

Lissy Boost kennzeichnet den Garten mit seinem neuen Namen. Quelle: Christian Bark

Wo jetzt noch karger Boden ist, soll demnächst Wiese wachsen und ein Pavillon errichtet werden. „Außerdem ist eine Streuobstwiese geplant“, sagt die Quartiersmanagerin. Natürlich könnten auch die Anwohner den Garten als Naherholungsbereich mitnutzen, in Absprache mit dem Quartiersmanagement. Zudem soll der Garten von einer Person regelmäßig betreut und so Öffnungszeiten ermöglicht werden. Dafür hat das Quartier eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (MAE) zugesichert bekommen. „Wir suchen nur noch jemanden, der die Stelle besetzen möchte“, so Lissy Boost.

Fördermittel ermöglichen das Projekt

In den kommenden Wochen und Monaten wird sich auf dem Gelände noch viel tun. „Der Garten soll dieses Jahr arbeitsfähig werden“, erklärt die Quartiersmanagerin. Offiziell eröffnet werden soll der Garten am 5. Juni – „Zum Tag des Schulgartens“. Bald sollen das Eingangstor dann auch hölzerne Lettern schmücken, auf denen „Dossegarten“ zu lesen sein wird. Bis dahin hat Lissy Boost erstmal ein Schild am Tor befestigt, das auf den Namen hinweist.

Finanziert wird das Projekt nicht nur durch die GWV, sondern auch aus Förderprogrammen. So gab es von der Postcode-Lotterie 10 000 Euro und von „Anstiftung.de“, einer Stiftung die urbane Gärten unterstützt, 3500 Euro.

Von Christian Bark

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