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Wittstock/Dosse Dossestadt ist kleine Oase für Sammler
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21:16 28.02.2016
Wieder gut besucht: Die Wittstocker Sammlerbörse zieht jedes Jahr hunderte Interessenten aus ganz Deutschland an die Dosse. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Einmal im Jahr, nämlich am letzten Februarsonntag, wird die Wittstocker Stadthalle zum Mekka für Sammelfreudige aus der gesamten Bundesrepublik. Nach Auskunft der Organisatoren, der Fachgruppe Numismatik bei der Volkssolidarität, waren am Sonntag über 600 Besucher zur diesjährigen Sammlerbörse in die Dossestadt gekommen.

„Mit der Bilanz können wir locker mit den großen Sammlerbörsen in Berlin oder Hamburg mithalten“, freut sich Fachgruppenmitglied Frank Wilcke. Auch die Zahl der Aussteller sei in den vergangenen Jahrzehnten konstant geblieben. Den Großteil der gut 60 Aussteller machten wie immer die Münzsammler, auch Numismatiker genannt, aus. Danach folgten die Philatelisten, also die Briefmarkensammler.

Gemeinsamer Austausch ist Sammlern wichtig

Wilcke selbst ist seit 40 Jahren begeisterter Münzsammler. Am Stand von Wilfried Duy und Werner Dix aus Hoyerswerda, die mit den weitesten Weg an die Dosse hatten, wird er fündig. Als Frank­reichfan interessiert ihn eine 20-Francs-Goldmünze von 1848. „Die dürfte zwischen 170 und 400 Euro wert sein“, murmelt er, während er in seinem Handbuch blättert. Seltenheitswert habe die Münze jedoch nach 1,5 Millionen Prägungen nicht und ihr Zustand sei auch nur „sehr schön“. „Aber der Goldwert ist gestiegen“, wirft Duy ein. Dann beginnt das unter den Sammlern so beliebte Feilschen – Es geht um einen Preis zwischen 200 und 240 Euro. „Das macht schon Spaß“, stellen die Münzfreunde fest.

Besonders der gemeinsame Austausch in gemütlicher Atmosphäre sei der Grund, warum jedes Jahr so viele Aussteller nach Wittstock kämen, so Wilckes Erklärung. Große Sorge mache ihm jedoch die Überalterung. „Leider haben kaum noch junge Leute hier einen Stand“, moniert er.

Petra Mischke aus Berlin suchte Überraschungseier-Figuren. Quelle: Christian Bark

Mit ihren 43 Jahren dürfte Claudia Weinert aus Wittstock noch mit zu den jüngeren Ausstellern gehören. Ihr Tisch steht voll mit Überraschungseier-Figuren. „Es wird immer schwieriger, die loszuwerden“, sagt sie. Die Figuren hätten ihre Kinder in den vergangenen 20 Jahren zusammengesammelt. Doch Happy Hippo und Co. hätten heute kaum noch einen Wert. „Die bekommen Sie mittlerweile nachgeschmissen“, erklärt Weinert. Sie sei froh, wenn sie mit dem Erlös ihre Standgebühren ausgleichen könne und die Sachen in gute Hände kämen.

Sammlerstücke im Internet oft teurer angeboten

Vielleicht in die von Petra Mischke aus Berlin. Pumuckl-Figuren sucht sie, die Mitte der 80er Jahre in jedem siebten Ei versteckt waren. Die findet sie bei Claudia Weinert zwar nicht, dafür ist ihr Mann Hugo aber frohen Mutes, in Wittstock seine Ein-Pfennig-Sammlung erweitern zu können. „Bis zur Rente will ich Pfennigmillionär sein“, beschreibt er sein Ziel. 500 000 Münzen habe er schon zusammen. Die Mischkes sind das erste Mal auf der Sammlerbörse in Wittstock. „Wir hätten nicht gedacht, dass hier soviel los ist“, freuen sich die Berliner. Im nächsten Jahr wollen sie bestimmt wieder vorbeikommen, wie sie sagen, in die kleine Oase für Sammelfreunde.

Museumsleiterin Antje Zeiger (links) suchte nach alten Postkarten aus der Region. Quelle: Christian Bark

Mehr oder weniger privat stöbert sich auch die Leiterin des Museums Alte Bischofsburg, Antje Zeiger, durch die Ausstellung. „Ich bin auf der Suche nach alten Postkarten aus Wittstock und Umgebung“, sagt sie. Am Stand des Kyritzer Antiquitätenhändlers Henning Schröter findet sie, was sie sucht. Wittstocker Postkarten aus den frühen 40er Jahren. So ein Kartenmotiv mit abgebildeten Luftwaffenstützpunkt und Weltkriegsflugzeugen. „Interessant, dass sowas damals für Wittstock stand“, sind sich Zeiger und Schröter einig – übrigens wenig später auch im Preis. „Im Internet ist alles viel teurer“, erklärt der Antiquitätenhändler. Dort könne man auch nicht sofort den Zustand der Ware beurteilen.

Zu Schröters Ware gehören auch Wehrmachtsstahlhelme. „Ich bin froh, dass wir immer weniger Militärisches anbieten“, sagt Frank Wilcke. Das habe damals oft rechtes Klientel angezogen. „Keine Sorge“, beschwichtigt Schröter. Die 200 Euro pro Helm könnten sich die wenigsten Nazis leisten.

Von Christian Bark

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