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Wittstock/Dosse Drehleiter kommt an ihre Grenzen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Drehleiter kommt an ihre Grenzen
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12:06 17.03.2019
Der Korb der Drehleiter kann bis zu 180 Kilogramm tragen.
Wittstock

Die Drehleiter der Wittstocker Feuerwehr ist eine ältere Dame – Baujahr 1993. Sie tut ihren Dienst, aber man sollte sie mit Bedacht einsetzen. Das sagt Wittstocks Wehrführer Steffen Müller. Für Baumschnittarbeiten oder ähnliche zweitrangige Aufträge werde sie nicht mehr aus der Garage geholt. Zu groß wäre die Gefahr, dass die Technik, vor allem die Hydraulik, Schaden nehmen könnte, etwa durch Überlastung oder starke Verschmutzung.

Auch wenn es mal kleinere technische Probleme gegeben habe, so macht Steffen Müller klar: „Die Leiter ist einsatzbereit.“ Das habe auch die Landesprüfstelle bestätigt, die das Gerät jedes Jahr genau unter die Lupe nimmt.

Große Runderneuerung alle zehn Jahre

Die Leiter werde jede Woche technisch gecheckt. Alle zehn Jahre stünden zudem große Runderneuerungen an – zuletzt 2013 im Herstellerwerk in Karlsruhe. Die nächste derartige Überprüfung wäre im Jahr 2023 fällig. Doch diese werde wohl nicht mehr durchgeführt. Vielmehr empfiehlt Steffen Müller, die Drehleiter bis dahin durch ein neues Exemplar zu ersetzen. Allerdings auch nicht früher.

Trotz gewisser Einschränkungen, die die betagte Technik mit sich bringt, sollte sie bis kurz vor der nächsten Runderneuerung in vier Jahren halten. Denn die letzte habe Geld gekostet. Die Investition müsse daher über die gesamte mögliche Zeit ausgenutzt werden, wie Steffen Müller sagt. Die „alte Dame“ von 2023 an noch weitere zehn Jahre zu nutzen, hielte er für unangebracht. Sie sei technisch schon heute veraltet.

30 Meter in die Höhe

Die Drehleiter kann etwa 30 Meter hoch ausfahren. Der Korb ganz oben trage aber nur bis zu 180 Kilogramm. Das heißt, wenn ein

Hier geht es hoch hinauf. Quelle: Björn Wagener

Feuerwehrmann mit voller Montur rund 100 Kilogramm wiegt, bleibt bei Rettungseinsätzen ein Spielraum für maximal eine weitere Person. Müssten bei einem Brand mehrere Menschen aus großer Höhe sicher aus einem Haus geholt werden, wäre das problematisch.

„Moderne Drehleitern haben dagegen eine Traglast von 400 bis 500 Kilogramm“, sagt Müller. Außerdem seien sie mit Rettungstragen kompatibel, verfügten über fest montierte Wasserwerfer, eine Schlauchführung und könnten bei Bedarf abgeknickt werden.

Dafür müssten 600 000 bis 700 000 Euro ausgegeben werden. Das Land fördere solche Anschaffungen für sogenannte Stützpunktfeuerwehren. Es könne bis zu 60 Prozent der Kosten übernehmen. Stützpunktwehren agieren über kommunale Grenzen hinweg. So wird die Drehleiter aus Wittstock auch in der benachbarten Gemeinde Heiligengrabe eingesetzt.

29 Einsätze im Jahr 2018

2018 war das mächtige Gerät 29-mal im Einsatz; im Jahr davor 30-mal und 2016 immer noch 21-mal. Knapp 2370 Arbeitsstunden

Gerätewart Tobias Lau an der Drehleiter. Quelle: Björn Wagener

stünden zu Buche, berichtet Gerätewart Tobias Lau. Das sind fast 100 volle Tage. Und es werden noch etliche hinzukommen, bis die „alte Dame“ in Rente gehen darf.

In der Wittstocker Innenstadt kann es für die Drehleiter schon mal eng werden – zum Beispiel in kleinen verwinkelten Gassen wie im Bereich Petersilienstraße. Platzprobleme gebe es mitunter auch im Wohngebiet Waldring. Das habe mit der dortigen Parkordnung zu tun.

Gerade wegen der Wohnblöcke oder auch der hohen Produktionshallen bei Swiss Krono in Heiligengrabe sei eine Drehleiter unerlässlich für die Feuerwehr Wittstock. „Da kämen wir sonst nicht ran. Aber technisch hat uns die Drehleiter bei einem Einsatz noch nie im Stich gelassen“, sagt Steffen Müller.

Von Björn Wagener

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