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Wittstock/Dosse Flugeinsatz in der Kirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Flugeinsatz in der Kirche
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00:20 28.02.2019
Tabea Kannenberg in der Wittstocker St.-Marien-Kirche. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

In der St.-Marien-Kirche in Wittstock wird es während der Landesgartenschau eine besondere Ausstellung geben. Es geht dabei um Pflanzen, die in der kirchlichen Symbolik eine Rolle spielen. Auch wenn es manchem Besucher nicht gleich ins Auge fällt: In Kirchen finden sich eine ganze Reihe von dargestellten Pflanzen, die nicht nur als Schmuckelemente dienen, sondern auch eine Aussagekraft besitzen, die tief mit der Kirche verwurzelt, heute allerdings längst nicht mehr jedem geläufig ist.

Akanthus-Blätter sind häufig

„Sehr häufig werden zum Beispiel Akanthus-Blätter dargestellt. Bekannter ist Akathus unter dem Namen Bärenklau“, sagt Roswitha Döring, die Leiterin der Regionalakademie des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin in Neuruppin. Sie fänden sich etwa an Kanzeln oder Altären. Sie trügen den Gedanken der Unsterblichkeit und die Hoffnung auf Auferstehung in sich. Das verschlungene Blattwerk symbolisiere die Verstrickungen der Menschen in ihrer Sucht nach Vergnügen, aus denen sie allein nicht mehr herausfinden.

Verzierungen als Symbole

Um diese und viele andere Informationen rund um symbolträchtige pflanzliche Verzierungen in Kirchen näher zu betrachten, war es

Kurz vor dem Absturz: Die Drohne fliegt vor dem Mosaikfenster in der St.-Marien-Kirche. Quelle: Privat

zunächst einmal nötig, diverse Pflanzen-Darstellungen in den Gotteshäusern zu sichten. „Wir haben 23 der insgesamt 80 Kirchen unseres Kirchenkreises daraufhin näher untersucht.“ Um die Auswahl festzulegen, sei zuvor in den Kirchengemeinden nachgefragt worden, wo sich besonders lohnenswerte Beispiele solcher Verzierungen finden.

In der Wittstocker St.-Marien-Kirche fänden sich zum Beispiel Lorbeer an der Kanzel und Eicheln an der Eingangstür, sagt Tabea Kannenberg. Die Mitarbeiterin der Superintendentur begleitet die vorbereitenden Arbeiten auf die Ausstellung.

Drohne flog hoch hinauf

Dabei kam in Wittstocks größter Kirche sogar eine Drohne zu Einsatz. Denn das große Fenster mit farbigen Ornamenten hinter dem Altar beinhaltet neben Darstellungen von Getreide-Ähren auch das ins Glas eingearbeitete Bild einer Distel. Es ist nur einmal vertreten. Aber eben dieses Glas befindet sich ganz an der Spitze des Fensters – ohne Hilfsmittel von unten unerreichbar und damit auch kaum zu entdecken.

Doch gerade diese Distel sollte mit in die Ausstellung aufgenommen werden. Deshalb wurde die Drohne mit einer Kamera dort hinaufgeschickt, um die Distel-Darstellung zu fotografieren. Dabei kam es jedoch zu einem Zwischenfall. Die Drohne touchierte einen Weihnachtsbaum und stürzte ab. Dabei wurden die Rotoren beschädigt, und die Aktion musste abgebrochen und vertagt werden.

Eröffnung am Ostersonntag

Doch solche Probleme bringen den Zeitplan nicht ins Wanken. Die Ausstellung soll am Ostersonntag, 21. April, eröffnet werden und

Dieser obere Teilbereich im Mosaikfenster der Wittstocker St.-Marien-Kirche stellt eine Distel dar. Quelle: Björn Wagener

bis zum 30. Juni zu sehen sein, sagt Roswitha Döring. „Wir wollen aufzeigen und mitteilen, warum diese Pflanzen-Elemente in Kirchen zu finden sind. Denn sie sind nicht zufällig dort.“

Die Dokumentation in den Kirchen sei mittlerweile abgeschlossen. Jetzt gehe es darum, die Begleittexte zu erstellen und die Ausstellung auf die Beine zu bringen, so Roswitha Döring. Finanziert werden solle das Ganze mit Mitteln des Kirchenkreises und Fördermitteln. Die Exposition sei als Begleitprojekt der Landesgartenschau gedacht, jedoch könne sie sich vorstellen, dass daraus sogar eine Wanderausstellung wird.

Weitere Ausstellungen folgen

Nach der Ausstellung rund um die Pflanzen-Symbolik in Kirchen sollen sich laut Tabea Kannenberg noch zwei weitere in der St-Marien-Kirche anschließen. In der ersten werde es thematisch um die Freie Heide gehen. Danach folge eine Cartoon-Ausstellung unter dem Titel „Da blüht uns was“. Dort gehe es um den Klimawandel und die Energiewende.

Die St.-Marien-Kirche

Die St.-Marien-Kirche in Wittstock ist die größte der Stadt und ein weithin sichtbares Wahrzeichen.

Baubeginn war im 13. Jahrhundert.

Vom 68 Meter hohen Turm der dreischiffige Hallenkirche der Backsteingotik aus hat man einen weiten Blick über die Stadt und ins Umland.

Den Altar schmückt ein Aufbau, der 1550 vom Lübecker Bildschnitzer Claus Berg gefertigt wurde.

Sehenswert sind auch ein spätgotischer Sakramentenschrein, eine barocke Holztaufe, eine Lütkemüller-Orgel, die Kanzel oder die Madonnen-Skulptur.

Von Björn Wagener

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