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Wittstock/Dosse Familie Thonack lebt im Dorf ihren Traum
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16:16 08.03.2019
Ellen und Kay-Michael Thonack engagieren sich in einem Bildungsprojekt in Äthiopien. Quelle: Christamaria Ruch
Sewekow

Ellen und Kay-Michael Thonack wohnen seit 15 Jahren in Sewekow, haben dort Fuß gefasst, eine Familie gegründet und fühlen sich in der Dorfgemeinschaft wohl. Damit gehören sie längst nicht mehr zu den unbekannten Nachbarn.

Dennoch trat das Ehepaar nun beim Seniorentreffen in Sewekow auf. Immer am ersten Mittwoch im Monat steht dort „Mein unbekannter Nachbar“ auf dem Programm. Dieses Mal stand der Nachmittag im Feriengut in Sewekow aber vielmehr unter dem Thema „Unser langer Weg nach Sewekow.“

Ellen und Kay-Michael Thonack arbeiten beide am Wittstocker Gymnasium. Die Kunstlehrerin kam 2003 vom Studium in Berlin an die Wittstocker Schule und lernte dort ihren späteren Mann Kay-Michael kennen. Der heute 54-Jährige unterrichtet die Fächer Wirtschaft, Arbeit, Technik und Physik. Ellen Thonack ist 51 Jahre und mit Leib und Seele mit der Kunst verbunden.

Jeden Monat erfahren die Zuhörer in Sewekow bei „Mein unbekannter Nachbar“ von interessanten Lebenswegen. Quelle: Christamaria Ruch

„In meiner Kindheit sind wir oft durch Sewekow gefahren“, erinnert sich der gebürtige Wittstocker. Schon damals empfand Kay-Michael Thonack Sewekow „als schönes Dorf. Und ich dachte, wenn ich irgendwann mal die Chance habe, herzuziehen, mache ich das.“ 2004 fasste er dann mit seiner Frau die Gelegenheit beim Schopfe und zog in das Dorf. „Wenn ich heute von der Schule hierher fahre, kann ich wirklich sagen, ich komme nach Hause“, bekannte er am Mittwoch.

Die Dorfgemeinschaft meinte es gut mit den Zugezogenen und bis heute ist die erste offizielle Begegnung beim Weihnachtsbaumverbrennen noch sehr präsent. „Es wurde ein sehr langer Abend, der dann im Bauerncafé Nöhmke mit 30 Leuten ausklang. Da konnte ich wirklich sagen, dass wir angekommen sind“, sagte Kay-Michael Thonack.

Hilfsprojekt für Äthiopien liegt dem Paar am Herzen

Das Ehepaar berichtete bei dem geselligen Treffen im Sewekower Feriengut aber auch von einem Projekt, das ihnen am Herzen liegt. Bis heute steht Ellen Thonack mit einer Freundin aus der Kindheit im engen Kontakt. Susanne Epple ist Völkerkundlerin, arbeitet immer wieder in Äthiopien und lernte dort ihren Mann Gebre kennen. Auch er ist Ethnologe. Das Ehepaar engagiert sich im Verein „Aisosh Ethiopia! (Kopf hoch Äthiopien!), Bildung für Südäthiopien“ mit Sitz in Mainz. Der Verein unterstützt junge Schulabgänger im Süden Äthiopiens, wenn sie zur Berufsausbildung oder zum Studium gehen.

„Wir waren zweimal in Äthiopien und haben 2014 auch den Süden des Landes bereist, wo der Verein tätig ist“, sagte Ellen Thonack. Oftmals sind die jungen Menschen dort, die nun zum Studium gehen, die ersten in ihrer Familie, denen dieser Weg offen steht. „Ihre Eltern sind häufig noch Analphabeten, aber die Kinder schaffen das. Es gibt Dörfer, dort hat der erste Einwohner einen Abschluss an der Universität geschafft“, sagte Ellen Thonack.

Spannend: Die Besucher begutachten eine handgefertigte Axt aus einem äthiopischen Dorf. Quelle: Christamaria Ruch

Mehr als 60 junge Menschen aus Südäthiopien konnten bisher mit finanzieller Hilfe aus dem Verein unterstützt werden. „Es gibt dafür aber strenge Kontrollen, denn die jungen Leute müssen regelmäßig nachweisen, dass sie ihre Prüfungen abgelegt haben“, sagte die Lehrerin. Darüber hinaus zeigten Ellen und Kay-Michael Thonack bei ihrem Vortrag Alltagsgegenstände aus Äthiopien: Eine Axt und ein Melkschemel, beides Handarbeit, sind dort für den täglichen Gebrauch in der Landwirtschaft lebensnotwendig.

Wer sich über den Verein „Aisosh Ethiopia! Bildung für Südäthiopien“ informieren oder dem Verein mit Spenden helfen will, kann sich gern per E-Mail an Kay-Michael Thonack wenden: k.thonack@t-online.de.

Von Christamaria Ruch

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