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Wittstock/Dosse Von Bach bis zu Friedrich dem Großen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Von Bach bis zu Friedrich dem Großen
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00:23 13.08.2018
Uwe Metlitzki (l.) und Sören Weber spielten klassische Stücke aus dem 18. Jahrhundert. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Der kunstliebende Preußenkönig Friedrich der Große an der Querflöte: Dieses Bild dürften die Besucher des Konzerts von Kantor Uwe Metlitzki und Sören Weber am Donnerstagabend in der Wittstocker Marienkirche wohl im Kopf gehabt haben. Nur dass eben nicht der „Alte Fritz“, sondern Sören Weber die Querflöte zur selbst komponierten Sonate des Königs spielte.

„Die Querflöte erlebte im 18. Jahrhundert eine Blütezeit“, informierte der Kantor, der an dem Abend die Orgel spielte, sein Publikum. Eben weil sie sich dem damals aktuell geprägten Klangideal habe gut anpassen können.

Das Publikum lauschte auf der Empore der Wittstocker Marienkirche. Quelle: Christian Bark

Während Sören Weber eine Flöte aus Metall spielte, dürfte jene Friedrichs vor über 250 Jahren noch aus Holz gewesen sein. Erst der Flötenlehrer des Königs, Johann Joachim Quantz, habe entscheidende Veränderungen an dem Instrument auf den Weg gebracht. Die erste zylindrische Querflöte, die der heutigen ähnelt, hatte Theobald Böhm in den 1830er Jahren entwickelt, wie Sören Weber erklärte. 1863 habe es die erste Querflöte aus Gold gegeben. Uralte Funde belegten, dass es schon vor 3000 Jahren Querflöten aus Knochen gegeben habe.

Sonaten aus der Nachbarschaft erklangen

Nachdem die Musiker Friedrichs Sonate vorgespielt hatten, widmeten sie sich dem „Meister“ der Orgelmusik, Johann Sebastian Bach. Der habe 1744 bei Friedrich dem Großen eine Audienz gehabt, wobei der König dem Komponisten sein Thema für dessen späteres „Musikalisches Opfer“ vorgegeben habe. Weber und Metlitzki brachten eine Interpretation nach der Sonate Es-Dur für Orgel zu Gehör.

Sören Weber informierte über die Geschichte der Querflöte. Quelle: Christian Bark

„Mitte des 18. Jahrhunderts war das Bach-Zeitalter schon fast vorbei“, erklärte Uwe Metlitzki. Es begann die empfindsame, galante Zeit, die stärker am Gefühl orientiert gewesen sei.

So auch Franz Bendas Sonate e-Moll. Sie könnte Sören Weber zufolge am Ruppiner oder Rheinsberger Hof des jungen Kronprinzen Friedrichs entstanden sein. 1733 war Benda in preußische Dienste getreten und bis zu seinem Tode 1786 Konzertmeister und musikalischer Berater des Königs. Benda habe übrigens acht Kinder gehabt, von denen alle Musiker geworden seien. „Bis heute gibt es namhafte Musiker aus der Familie“, sagte Sören Weber.

Nächstes Konzert am 23. August

Ihr letztes Stück führte die beiden Musiker zu Carl Philipp Emanuel Bach, dem wohl berühmtesten Sohn Johann Sebastian Bachs. Weil er zunächst in Preußen, später dann als Nachfolger seines Paten Georg Philipp Telemann in Hamburg wirkte, wird er auch Hamburger oder Berliner Bach genannt, wie Uwe Metlitzki erklärte.

Seine Sonate g-Moll für Querflöte und Orgel könnte womöglich auch im Ruppiner Land entstanden sein, als Bach 1738 Cembalist in der Kapelle des preußischen Kronprinzen war. Nach einer Zugabe entließen die Musiker dann ihr Publikum in den Abend.

Am Donnerstag, 23. August, findet in der Wittstocker Marienkirche das nächste Konzert statt. Diesmal ist ab 19.30 Uhr das Wittstocker Saxophonquartett zu hören. Der Eintritt ist kostenlos, Spenden aber willkommen.

Von Christian Bark

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