Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Jetzt haben die Anwohnern genug: Antrag gegen Schwerlastverkehr eingereicht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Jetzt haben die Anwohnern genug: Antrag gegen Schwerlastverkehr eingereicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 30.09.2018
Das Tempo-30-Limit für Lkw genügt den Sewekowern nicht. Quelle: Björn Wagener
Sewekow

Der Schwerlastverkehr soll raus aus dem Dorf. Um das zu erreichen, will der Sewekower Ortsbeirat alle Hebel in Bewegung setzen, die ihm zur Verfügung stehen. Daran ließ Ortsvorsteher Martin Schäfer auf der Sitzung am Mittwochabend keinen Zweifel.

Zwar gibt es bereits eine Tempo-30-Begrenzung für Lkw auf der Ortsdurchfahrt, aber die habe nicht die erhoffte Linderung gebracht. „Es ist eher noch schlimmer geworden“, so Schäfer. Die kurvenreiche Kreisstraße 6823, die durch das urlauberfreundliche Dorf führt, berge eine hohe Unfallgefahr.

Lärm und Schadstoffe

Aber auch hinsichtlich des Lärms und der Schadstoffbelastung der Luft solle die Situation nicht länger hingenommen werden. Hinzu komme, dass die Straße zu schmal sei und es deshalb keine Mittelstreifen gibt. Ein Fußgängerübergang sei vom Kreis abgelehnt worden, weil er von zu wenigen Leuten genutzt werden würde, wie es am Mittwoch hieß.

Stadt Wittstock soll Antrag stellen

Vor diesem Hintergrund hat der Ortsbeirat nun beschlossen, dass die Stadt Wittstock einen Antrag mit folgendem Inhalt an den Landkreis stellen möge: Die Ortslagen Sewekow und Berlinchen sowie die Haßlower Chaussee sollen für den Schwerlastverkehr gesperrt werden – konkret für Fahrzeuge im Durchgangsverkehr mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen. So soll verhindert werden, dass auch leere Lkw durchs Dorf poltern. Gleichzeitig wurde auf der Sitzung betont, dass diese Einschränkung nicht für den lokalen Landwirtschafts-, Forst- und Belieferungsverkehr gelten soll.

Unterstützung von den Nachbarn

Dieter Welchering, Ortsvorsteher in Berlinchen, bestätigte am Donnerstag auf Nachfrage, dass dieses Ansinnen, das das Dorf ebenfalls betreffen würde, vom Beirat in Berlinchen mitgetragen werde. „Ich bin selbst ein Verfechter dieser Forderung“, sagt er.

Unterstützt wird der Antrag aber auch von den Nachbarn in Zempow. Der dortige Ortsvorsteher Ulrich Schauder, der auf der Sitzung in Sewekow zu Gast war, regte an, dass die umliegenden Dörfer deutlich klar machen müssten, dass sie hinter dem Antrag aus Sewekow stehen. „Das Ganze wird relevant, wenn die Entscheidungsträger merken, dass in mehreren Orten Unmut und Widerstand vorhanden ist.“ Nur gemeinsam könne der Druck erhöht werden. Zudem schlug Schnauder vor, Kontakt zu Leuten zu suchen, die „im Verkehrsrecht unterwegs“ sind, um sich noch besser aufzustellen.

An der Ortsbeiratssitzung in Sewekow nahmen auch Gäste aus Zempow teil. Quelle: Björn Wagener

Schäfer machte klar, dass Sewekow eine mögliche Ablehnung des Antrages durch den Kreis nicht einfach hinnehmen werde. Stattdessen wolle man in diesem Fall verwaltungsrechtlich klagen.

Klageweg wäre nicht leicht

Dem Ortsbeirat ist bewusst, dass dieser Weg nicht leicht wäre. „Wir sind kein reines Wohngebiet, sondern liegen an einer Kreisstraße. Und Kreisstraßen sind dafür gebaut worden, um überregionale Ziele zu verbinden“, so Schäfer. Dennoch sieht er eine Chance. Nämlich dann, wenn ein noch zu erstellendes Gutachten die übermäßige Belastung durch Lärm, Schadstoffe sowie die erhöhte Unfallgefahr bestätigen würde. Deshalb sei es wichtig, sich einen erfahrenen Verwaltungsrechtler an die Seite zu holen.

Mit allen Kanonen schießen

Wie auch immer der Weg Sewekows zu einer schwerlastfreien Ortsdurchfahrt aussehen wird – fest stehe: „Wir werden uns wehren und aus allen Kanonen schießen, die uns zur Verfügung stehen“, sagte Martin Schäfer.

Die Stadt an der Seite

Die Stadt Wittstock unterstützt die Sewekower dabei. „Der Schwerlastverkehr stellt die Anwohner nicht nur in Sewekow, sondern auch in Berlinchen vor tägliche Herausforderungen“, teilt Stadt-Sprecher Jean Dibbert dazu mit. Es gelte, gemeinsam mit den Anwohnern und Ortsbeiräten vor Ort herauszufinden, welche Möglichkeiten in Frage kommen, um eine Lastenbegrenzung auf der Kreisstraße 6823 zu erreichen.

Von Björn Wagener

Wie wird der Reis auf der indonesischen Insel Bali angebaut? Das erfuhren Sechstklässler der Wittstocker Waldring-Grundschule am Donnerstag. Dabei drehte sich alles um den fairen Handel mit dem asiatischen Grundnahrungsmittel.

27.09.2018

Der Außenbereich am künftigen Polizeirevier in Wittstock ist zurzeit eine Baustelle. Hier wird alles neu gestaltet.

27.09.2018

Spechte hämmern Löcher. Das ist bekannt. Dumm nur, wenn das Tier ein Loch in die Außendämmung eines Hauses arbeitet.

30.09.2018