Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Ciaciuch beklagt Fachkräftemangel und Baustellen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Ciaciuch beklagt Fachkräftemangel und Baustellen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:13 10.10.2018
Jan Redmann (l.) besuchte am Mittwoch Stefan Ciaciuch in Fretzdorf. Quelle: Christian Bark
Fretzdorf

Von den Unternehmen, die sich Anfang der 1990er Jahre nahe der Autobahn 24 bei Fretzdorf angesiedelt hatten, sind nur zwei fortwährend am Standort: Der Autohof und der Fruchtwarenhandel Ciaciuch. Das erklärte Geschäftsführer Stefan Ciaciuch am Mittwoch gegenüber dem CDU-Landtagsabgeordneten Jan Redmann.

60 Beschäftigte arbeiten in dem Betrieb. Quelle: Christian Bark

Letzterer hatte das Unternehmen besucht, um sich über dessen Sorgen und Nöte aber auch Erfolge zu informieren. „Ciaciuch gibt es schon so lange und ich war noch nie dort“, sagte Jan Redmann.

Unternehmensgründer Andrzej Ciaciuch hatte es sich nicht nehmen lassen, den Politiker gemeinsam mit seinem Sohn Stefan über das Firmengelände zu führen. Zu DDR-Zeiten war Andrzej Ciaciuch Leiter des Obst- und Gemüse-Großhandels (OGS) in Kyritz. Den hatte er 1991 gekauft und war 1994 nach Fretzdorf umgezogen.

„Hier sind wir direkt an der Autobahn“, erklärte er. Mit 400 Quadratmetern Hallenfläche hatte das Unternehmen mal angefangen. Mittlerweile sind es 2500. Die letzten Hallen wurden 2016 angebaut.

Stefan Ciaciuch vertreibt auch Fretzdorfer Gemüse. Regionales bestellen viele Kunden gerne. Quelle: Christian Bark

„Bis zu 2000 Produkte können wir Kunden von heute auf morgen liefern“, sagte Stefan Ciaciuch. Von Spreewaldgurken über Kartoffeln bis hin zu Tomaten. Die gibt es übrigens auch gleich von nebenan von Havelia, einem Tochterunternehmen von Werder Frucht, das das Gemüse in Gewächshäusern neben Ciaciuch anbaut.

Der Fruchtwarenhandel beliefert Caterer, Gastronomen, Krankenhäuser, soziale Einrichtungen und Krankenhäuser im nördlichen Brandenburg und südlichen Mecklenburg-Vorpommern. „Frische und Qualität sind uns besonders wichtig“, betonte Stefan Ciaciuch.

Andrzej Ciaciuch (r.) zeigte dem CDU-Landtagsabgeordneten das Warenangebot des Handels. Quelle: Christian Bark

Maximal im Umkreis von 150 Kilometern liefert der Betrieb. Die Frage Jan Redmanns, ob er expandieren wolle, bejahte der Geschäftsführer. Das Liefergebiet soll demnach nach Westen und vielleicht auch Richtung Berlin und Rostock ausgeweitet werden.

Dazu ist allerdings mehr Personal nötig. Und das ist der wunde Punkt des Unternehmens. „Das Fuhrgewerbe hat es extrem schwer, Fachkräfte zu finden“, erklärte Stefan Ciaciuch. Das hänge auch mit der anspruchsvolleren Ausbildung zum Lastkraftfahrer zusammen.

Auf Subunternehmer will Stefan Ciaciuch nicht umsteigen. „Obst und Gemüse sind Vertrauenssache. Da darf kein Fehler passieren“, sagte er.

Seit 24 Jahren in Fretzdorf

1991 in Kyritz gegründet, zog der Fruchthandel 1994 nach Fretzdorf. Seine Hallenfläche hat das Unternehmen dort seitdem mehr als verfünffacht.

60 Beschäftigte arbeiten für Ciaciuch. Darunter Logistiker, Büromitarbeiter und Kraftfahrer. Weitere Fachkräfte werden gesucht.

Ein Lehrling wird im Bereich Lagerlogistik ein anderer im Bereich Groß- und Einzelhandel ausgebildet.

Viele Bewerber, die zum Teil über das Jobcenter vermittelt worden waren, hätten wenig Motivation an den Tag gelegt. „Dabei gibt es finanzielle Anreize wie Prämien für gute Arbeit“, sagte Stefan Ciaciuch.

An Jan Redmann richteten Vater und Sohn Ciaciuch den Appell, dass beim Schulessen mehr auf Qualität statt auf die Preise geachtet werden soll. Auch beklagten die Unternehmer die derzeitige Verkehrsplanung rund um Wittstock. „Wir fahren durch die Baustellen bis zu 140 Kilometer Umweg am Tag“, sagte Stefan Ciaciuch.

„Das muss besser koordiniert werden“, sagte auch Jan Redmann. Außerdem plädierte er dafür, dass Brandenburg mehr Prämien für Bauunternehmen ausschütten sollte, die vorzeitig ihre Arbeit vollenden. In Sachen Fachkräftemangel setzt der CDU-Politiker auf die Qualifizierung und Aktivierung Arbeitssuchender. „Da müssen die Ämter mehr hinterher sein“, sagte Jan Redmann.

Von Christian Bark

Historie nur aus Büchern zu erfahren kann manchmal recht eintönig sein. Deshalb setzt die Wittstocker Polthier-Oberschule seit Jahren auf Zeitzeugengespräche. Am Mittwoch erzählte die Holocaust-Überlebende Tamar Landau den Schülern von ihrem Schicksal.

10.10.2018

Wer Kunde der Wittstocker Bibliothek ist, den erwartet auch digital einiges. Ihr digitales Angebot wie den Online-Katalog oder Lesestifte stellten Bibliotheksmitarbeiter am Dienstag in Freyenstein vor.

09.10.2018

Auf die Suche nach dem Prignitz-Profil begaben sich am Dienstag die Teilnehmer des 14. Tourismusforums des Tourismusverbandes Prignitz. In Wittstock trafen sich Bürgermeister und Touristiker, um über die weitere Entwicklung der Region zu sprechen.

09.10.2018