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Wittstock/Dosse Gesprächsforum zum „Toleranten Brandenburg“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Gesprächsforum zum „Toleranten Brandenburg“
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00:20 20.06.2018
Carmen Lange (r.) führte die Besucher der Tour „Tolerantes Brandenburg“ durch die Ausstellung. Quelle: Christamaria Ruch
Belower Wald

Die sieben Frauen und Männer gehören zum so genannten B-Team und touren derzeit quer durch das Land Brandenburg. Sie stehen für die Mission „Tolerantes Brandenburg“, die in diesem Jahr das 20-jährige Bestehen feiert. Am Sonnabend legte die Gruppe Station in der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald ein.

„Wir touren 14 Tage durch das Land und sind in jedem Landkreis und den kreisfreien Städten zu Besuch“, sagte Tim Peters. Der 21-Jährige aus Blankenfelde-Mahlow ist der einzige in der Gruppe, der die gesamte Tour absolviert. Bei der Tour vom B-Team stehen Jugendeinrichtungen, Bürgervereine oder Aktionsbündnisse im Mittelpunkt, bei denen sich Menschen für eine tolerante Gesellschaft einsetzen.

Brände waren ein Initial

Das Konzept „Tolerantes Brandenburg“ existiert seit 1998 als Strategie zur Bekämpfung von Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. „Wir wollen unterwegs sehen, welche Probleme vorhanden sind und wie sich die Zusammenarbeit entwickelt hat“, sagte Tim Peters. Mit Blick auf die Gedenkstätte im Belower Wald freute er sich vor allem auf die Gespräche mit den Mitarbeitern der Gedenkstätte, Politikern und Mitgliedern vom Bündnis „Wittstock bekennt Farbe.“

Carmen Lange leitet seit 2004 die Einrichtung im Belower Wald und erinnerte zunächst an dunkle Kapitel. 2002 und 2008 erfolgten zwei Anschläge auf die Gedenkstätte. „Der Brand 2002 gab den Ausschlag, dass sich sofort ein Förderverein gründete“, sagte sie. Die Ausstellung unter freiem Himmel steht seit 2010 für Besucher offen. „Wir haben damals ein Zeichen gesetzt und uns getraut und gezeigt, denn Neonazis geben uns nicht vor, wie wir eine Ausstellung zu gestalten haben“, sagte sie.

Warnung vor Immunisierung

Für die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Muhß aus Wittstock ist diese Ausstellung „einmalig.“ Muhß arbeitet zugleich im Bündnis „Wittstock bekennt Farbe“ mit. Der Landtagsabgeordnete Jan Redmann (CDU) erinnerte sich am Sonnabend an einen Vortrag im Landtag. Dort ging es um die Warnung, „dass der Nationalsozialismus seine immunisierende Wirkung verlieren könnte, weil kein Kampf mehr ausgetragen wird.“

Carmen Lange entgegnete: „Das wäre zu einfach gesagt, ein Besuch hier hat keine immunisierende Wirkung. Wenn Täter an solche Orte geführt werden und Reue zeigen sollen, macht sich das die Gesellschaft zu einfach.“ Vielmehr spricht sich Lange „für einen anderen Ansatz aus, bei dem Kindern von klein auf demokratische Werte vermittelt werden.“

Von Christamaria Ruch

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