Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Gitarre und Tanz im Altarraum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Gitarre und Tanz im Altarraum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:24 13.07.2018
Roger Tristao Adao spielt spanische Gitarre, und Sophie Julie tanzt dazu Geschichten. Quelle: Christamaria Ruch
Anzeige
Wittstock

Anmutig übersetzt die Tänzerin Sophie Julie die Gitarrenmusik von Roger Tristao Adao, spürt die Emotionen in den Stücken auf, und der Besucher sieht, was die Musik zu erzählen hat. 50 Zuschauer verfolgten den einstündigen Auftritt am Donnerstagabend im Altarraum in der Marienkirche in Wittstock.

Das Publikum erlebt dabei ein Wiedersehen mit Roger Tristao Adao aus Thüringen. Erstmals trat er mit der französischen Tänzerin Sophie Julie in Wittstock auf. „Gitarre und Tanz ist eine seltene Kombination“, sagt der Kirchenmusiker Uwe Metlitzky bei der Begrüßung. „Er tritt mit einer charmanten Ko-Künstlerin auf, wenn ich von Begleitung spreche, sagt das einfach zu wenig“, so Metlitzky.

Ausdrucksstark: Sophie Julie tanzt auch moderne Elemente. Quelle: Christamaria Ruch

Musik aus verschiedenen Epochen und Stilen erklingt, von Spanien bis zum Barock reichte die Palette. Roger Tristao Adao spielt klassische Gitarre und widmet sich vor allem der spanischen Musik. Sophie Julie füllt mit ihren Choreographien die Bühne, verknüpft Elemente des Ballet mit modernen Tanztechniken, und der Zuschauer kann die Stimmungen in den Musikstücken sehen. Sie fängt die Takte in ihren Tänzen auf, gibt der Melancholie ebenso ein Gesicht wie dem feurigen Flamenco.

Das Programm spannt einen Bogen von Johann Sebastian Bach und dem südamerikanische Komponisten Augustin Barrios bis hin spanischer Musik. „Augustin Barrios hat Tänze für Bach komponiert“, sagt der Musiker. Dann spielte er drei Sätze aus der Bach-Suite a-Moll für Gitarre. „Bach verwendete immer als erste Töne die Noten G, A und F; damit baute er das Motiv jedes Satzes auf“, so Tristao Adao. Und: „Auch wenn man Bach nicht kennt, klingt das wirklich schön.“

Langsam steigert er das Tempo

Die Stimmung der traditionellen Tänze malt Roger Tristao in Dur und Moll. Freude und Leid liegen stimmungsmäßig dicht beieinander, und die einzelnen Tonarten bringen diese Emotionen zum Ausdruck. Langsam steigert er das Tempo: Aus der Tiefe feuern sich die Töne zunehmend an, werden kräftiger und voller.

Auftritt im Altarraum: Die französische Tänzerin Sophie zeigt eigene Choreographien. Quelle: Christamaria Ruch

Sophie Julie tanzt dazu mit leichter Phantasie Geschichten. Jeden Tempowechsel fängt sie auf, verharrt mitunter, holt dann mit weiten Armbewegungen aus, um Freude oder Trauer darzustellen. Der Künstler verschmilzt mit seinem Instrument und spannt bei sparsamer Beleuchtung den Stimmungsbogen von der Melancholie bis zum feurigen Rhythmus.

Sommermusiken starteten 1989

Die Sommermusiken haben in Wittstock eine lange Tradition. Der Kirchenmusiker Uwe Metlitzky begann 1989 seine Arbeit und startete schon kurze Zeit später mit den ersten Konzerten. Dabei tritt er gleichermaßen wie die Gastkünstler in Aktion. „Die Konzerte finden alle zwei Wochen statt und gehen bis September“, sagt er.

Das nächste Konzert erklingt am Donnerstag, 26. Juli, um 19.30 Uhr in der Marienkirche in Wittstock. Sören Weber aus Wittstock am Saxophon, Thomas Kohlmetz aus Linow am Schlagzeug und Uwe Metlitzky an der Orgel präsentieren „Organ meets Drums meets Sax.“

Von Christamaria Ruch

Blandikow und Wernikow hat neue Einheitsführer bei der Feuerwehr. Dieser Wechsel ist notwendig, weil die gesetzlichen Vorgaben des Landes nur ausgebildete Gruppenführer an der Ortswehrspitze zulassen.

12.07.2018

Das Kinderfest wird bei der Wittstocker Wohnungsbaugenossenschaft jedes Jahr gefeiert. Erstmals legte der Veranstalter das Datum in die Sommerferien. Doch der Testlauf verlief anders als erwartet.

12.07.2018

17 Kamera- und Regiestudenten der Filmuniversität Babelsberg sind jetzt in Wittstock unterwegs. Eine Woche drehen sie in Zweierteams Kurzfilme. Um Themen aufzuspüren, gehen sie nicht alltägliche Wege.

12.07.2018
Anzeige