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Wittstock/Dosse Erinnerung in der Kirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Erinnerung in der Kirche
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00:19 13.07.2018
Während des Gottesdienstes: Christoph Römhild, Irmgard Schwaetzer, Matthias Puppe und Michael Schetelich (v.l.). Quelle: Björn Wagener
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Gadow

 Mit einem Gottesdienst in der Kirche in Gadow wurde am Montagabend, 9. Juli, an einen denkwürdigen Tag erinnert. Seit neun Jahren ist die Heide frei. Am 9. Juli 2009 teilte der damalige Verteidigungsminister Franz-Josef Jung (CDU) mit, dass die Bundeswehr auf die militärische Nachnutzung des Truppenübungsplatzes bei Wittstock verzichtet. Die damalige Bürgerinitiative Freie Heide war am Ziel. Genau darum hatte sie seit 1992 gekämpft.

Superintendent Matthias Puppe und Pfarrer Christoph Römhild hielten den Gottesdienst, zu dem die Kirchengemeinde Dosse-Brausebach geladen hatte. Zu Gast war auch Irmgard Schwaetzer, Präses der Evangelischen Kirche Deutschland.

Ein kraftvolles Denkmal

„Freie Heide, das ist ein kraftvolles Denkmal für friedvolles Zusammenleben und gegen den Krieg; ein sichtbares Zeichen für die Kraft von zivilgesellschaftlichem Engagement – gegen die Logik von Politik und für die

Nach dem Gottesdienst gab es ein gemütliches Grillfest. Quelle: Björn Wagener

Veränderung“, sagte sie vor rund 50 Besuchern. Viele Mitstreiter der Freien Heide hätten damals im christlichen Glauben die Wurzel ihres Engagements gesehen. „Weil sich Gott nicht von der Welt ab-, sondern sich ihr zuwendet, hat das Evangelium auch eine politische Bedeutung“, sagte Irmgard Schwaetzer und stellte einen Bezug zur Bergpredigt aus dem Matthäusevangelium im Neuen Testament her. Diese sei bisher auch für sie selbst „Maßstab für jegliche Abwägungen“ im Leben gewesen. Kirche dürfe sich nicht auf sich selbst zurückziehen.

Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft

Sie müsse sich klar von Menschenfeindlichkeit abgrenzen und ihren Beitrag für den Zusammenhalt der Gesellschaft leisten. Dafür brauche es einen Dialog – auch mit jenen Menschen, die eine andere Meinung vertreten. Diesen Dialog hat die Bürgerinitiative Freie Heide in all den Jahren ihres Kampfes geführt. Das erfolgreiche Engagement vor Ort sei ein Zeichen dafür, „dass es sich lohnt, sich für etwas einzusetzen“.

Der Gottesdienst wurde von Christian Gilde an der Orgel begleitet. Die Kollekte (die Spenden am Ausgang) komme der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) zugute, die sich für Frieden und Versöhnung einsetzt, sagte Christian Dörendahl von der Kirchengemeinde. Beim anschließenden Grillfest vor der Kirche verkündete er, dass 227 Euro für diesen Zweck zusammengekommen seien.

Von Björn Wagener

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