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Wittstock/Dosse Historische Postkarte gibt Rätsel auf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Historische Postkarte gibt Rätsel auf
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16:22 10.09.2018
Diese Postkarte aus den 1920er Jahren zeigt die Hausnummer 60. Damals waren alle Häuser der Innenstadt durchnummeriert Quelle: Privat
Wittstock

Mit dem Brand des Wittstocker Rathauses vor 64 Jahren gingen auch wertvolle historische Dokumente verloren, die im dort untergebrachten Stadtarchiv lagerten. Wenn nun Gebäude oder Straßenzüge saniert werden sollen, fehlen den Beteiligten also die Pläne, weshalb sie sich anderer Puzzleteile bedienen müssen, um so gewisse Fragen klären zu können.

So hat es auch lange Zeit Markus Hennen getan. 25 Jahre lang hatte er für die Stadt Wittstock gearbeitet, auch als Sanierungsbeauftragter. Obwohl derzeit ohne Auftrag in der Dossestadt, bleibt Hennen Wittstock doch immer verbunden, wie er sagt. Auch bei der Suche nach besagten „Puzzleteilen“. „Bei jedem Postkartensammler frage ich nach, ob er auch was von Wittstock hat“, erklärt er.

Markus Hennen war lange Zeit Sanierungsbeauftragter in Wittstock. Quelle: Peter Degener

Vor einigen Tagen erwartete ihn eine besondere Herausforderung. „Ein alter Bekannter der, Fotos und Postkarten sammelt, übergab mir eine Postkarte aus seinem Besitz mit der Bitte zu recherchieren, ob das gezeigte Gebäude in der Altstadt von Wittstock stehen würde“, blickt Markus Hennen zurück. Die Aufnahme sei im Jahr 1925 per Post von Wittstock aus verschickt worden.

Historische Pläne helfen bei der Spurensuche

Über ein Mitglied des Fördervereins zur Erhaltung der historischen Stadtmauer wurde Hennen auf das Wittstocker Häuserbuch von Wilhelm Polthier aufmerksam. Danach kamen in dieser Zeitspanne zunächst nur eine Straße in Frage: die Burgstraße, deren damalige Nummer 60 ziemlich sicher heute in der Straße „Auf der Freiheit“ gelegen hat. Der letzte Eigentümer der Nummer 60 sei 1946 die Witwe Hedwig Schläfke gewesen. Das Haus wurde in den 1970er Jahren abgebrochen.

Nach Gesprächen mit Axel Zippel von der unteren Denkmalschutzbehörde in Neuruppin und dem Wittstocker Historiker Wolfgang Dost kam Markus Hennen jedoch zu einer anderen Schlussfolgerung.

Der Wittstocker Historiker Wolfgang Dost verfügt über wichtige Pläne zur Stadtgeschichte. Quelle: Christian Bark

„Das Häuserbuch ist zwar eine große Leistung, wurde aber nicht konsequent durchgeführt“, erklärt Wolfgang Dost im MAZ-Gespräch. Es sei zwischen 1945 und 1947 entstanden, als Wilhelm Polthier in Wittstock gerade Literatur aus der Nazi-Zeit aussondern sollte. In diesen Jahren und auch später, denn das Buch sei erst in den 60er Jahren fertiggestellt und in den 90er Jahren herausgegeben worden, hätten sich einige Straßennamen permanent verändert.

Das Gebäude in der Baustraße 27 verfällt heute zusehends. Quelle: Christian Bark

Über einen Stadtplan Axel Zippels aus dem Jahr 1920 war Markus Hennen zufolge nicht auszumachen, wo sich das Gebäude denn nun befunden habe. Einfacher wurde es, wenn man einen alten Stadtplan des Bürgervereins aus dem Jahr 1897 mit Ergänzung von 1902 zurate zieht. Über den verfügt Wolfgang Dost. Anhand der dortigen Häusernummerierung war die Nummer 60 rasch zu finden.

„Bis 1927 waren alle Innenstadthäuser durchnummeriert, unabhängig vom Straßennamen“, erklärt der Historiker. Demnach befindet sich das Gebäude heute in der Baustraße 27. „Es ist hilfreich, nun über eine historische Ansicht zu verfügen“, sagt Markus Hennen, auch mit Blick auf eine mögliche Restaurierung des Hauses.

Von Christian Bark

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