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Wittstock/Dosse Hier ist Platz für die Trauer
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15:27 30.08.2018
Karin Thieme leitet das Trauercafé im Catharina-Dänicke-Haus. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Der Tod eines lieben Menschen löst Ohnmacht, Schmerz und Trauer aus. Das eigene Leben gerät aus der Bahn und der Verlust wirft viele Fragen auf. Seit Anfang dieses Jahres können Hinterbliebene einmal im Monat das Trauercafé im Catharina-Dänicke-Haus in Wittstock besuchen. Jeder Gast erlebt dort einen offenen und zugleich geschützten Raum. Der Impuls für diese Begegnungsstätte kam direkt aus der Kirchengemeinde.

Bedarf ist vorhanden

„Ich wurde angesprochen, ob ich das übernehmen kann, denn der Bedarf war vorhanden“, erinnert sich Karin Thieme. Die 58-Jährige absolvierte im vergangenen Jahr eine Schulung zur ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterin und entwickelt immer wieder einen sensiblen Umgang bei Grenzsituationen an der Schwelle zum Tod. An ihrer Seite wirken zwei weitere Ehrenamtliche mit. „Zuhören ist sehr wichtig“, sagt Karin Thieme.

Jeder, der den Weg in das Trauercafé findet, erlebt eine Atmosphäre der Geborgenheit. Eine Kerze wird auf dem Tisch angezündet und jeder Besucher kann eine weitere Kerze für den Verlust in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis entzünden. „Es gibt keinen Zwang für das Reden und Erzählen“, sagt Karin Thieme. Niemand muss seinen Namen nennen.

Beginn mit Gedicht oder Geschichte

Thieme liest am Anfang und Ende jedes zweistündigen Treffens ein Gedicht oder eine Geschichte vor. Dann knüpft sie daran an und nach kurzer Zeit beginnt das Erzählen. Emotionen finden Gehör, Tränen fließen.

Die Besucher fühlen sich angenommen von Karin Thieme und ihren Mitstreitern. Niemand muss sich rechtfertigen. Denn oftmals sehen sich Trauernde in einer Rolle der Rechtfertigung, warum sie immer noch nicht in den Alltag zurück gefunden haben. Es gibt kein Rezept, wann Trauer endet und wann die Zeit reif ist, dass sich neue Zuversicht wieder durchsetzt. Karin Thieme spricht mit der Einladung in das Trauercafé zugleich Menschen an, die schon vor längerer Zeit einen Verlust erlebt haben.

Sie lässt sich von Gefühlen leiten

„Die Gespräche sind sehr gut“, sagt Karin Thieme. Sie lässt sich bei dieser Arbeit von rein menschlichen Gefühlen leiten, nimmt sich aber immer zurück. Zugleich erhielt sie Rückendeckung von Renate Schwarz, Leiterin im Hospiz „Wegwarte“ in Neuruppin. Dort ist ebenfalls ein Trauercafé eingerichtet. „Wir orientieren uns daran“, so Thieme. „Ich möchte Menschen in der Trauer helfen, und wenn sie dann nach Hause gehen und sagen, es hat ihnen gut getan, ist das eine gute Sache.“ Wenn Besucher bei den Begegnungen schweigen, geben sie am Ende dennoch ein Echo. „Es hilft ihnen schon zu sehen, dass sie nicht allein sind in ihrer Trauer.“

Info Das Trauercafé ist jeweils am letzten Montag im Monat von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr im Catharina-Dänicke-Haus in der Gröperstraße in Wittstock geöffnet. Darüber hinaus können sich Trauernde mit ihren Fragen an das Büro der Gesamtkirchengemeinde Wittstock telefonisch unter 03394/43 33 14 wenden.

Von Christamaria Ruch

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