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Wittstock/Dosse Immer mehr Hausmüll in Papierkörben
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13:14 26.06.2018
Thomas Zimmermann vom Wittstocker Bauhof beim Leeren von Papierkörben am Dosseteich. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Montags ist es am schlimmsten. Dann sind Wittstocks Papierkörbe randvoll mit dem Dreck vom Wochenende. „Ich habe da schon wirklich alles gefunden – Essenreste, Monatsbinden, volle Windeln. Das ist eine Katastrophe“, sagt Thomas Zimmermann. Als der Mann vom Wittstocker Bauhof einen der Behälter am Dosseteich auf seinen Multicar entlädt und übel riechender Hausmüll die schon gut gefüllte Ladefläche weiter anwachsen lässt, redet er sich erst richtig warm.

„Mit Pisswindeln brechend voll“

„Ich meine nicht nur mal eine Windel – die sind mit Pisswindeln brechend voll bis obenhin. Was meinst du, wie das dann müffelt“, erzählt er und kann es nicht verstehen: „Dass sich die Leute da gar keine Gedanken machen?“ Er habe sogar schon Leute bei ihrer zweifelhaften Art der Entsorgung in flagranti erwischt. „Am Bahnhof war mal eine Frau und drückte ihr Zeug in den Papierkorb. Sie bekam gar nicht mit, dass ich mit dem Multicar neben ihr stand.“ Auf die nicht ganz ernst gemeinte Frage „Soll ich noch ein bisschen mithelfen?“, habe sie sich dann getrollt.

Die Stadt Wittstock kämpfe gegen ein immer mächtigeres Müllproblem, sagt Bauhofleiter Hans-Joachim Mantey.

Jede Woche zwei Tonnen Müll

In den insgesamt 268 Abfallbehältern der Stadt – inklusive der Ortsteile – fielen wöchentlich rund zwei Tonnen Müll an, 60 Prozent davon Hausmüll. Das verursache jährliche Entsorgungskosten von 10 500 Euro. Hinzu komme, dass etwa zehn Behälter pro Monat kaputt gehen, was weitere Kosten in Höhe von 6000 Euro verursache. Ein weiterer großer Posten sei der sogenannte Flugmüll, also Abfall im öffentlichen Raum. Den müsse zwar der Landkreis entgegennehmen, „aber wir müssen ihn einsammeln.“ Er fülle zwölf Container im Jahr. Das bindet bezahlte Arbeitskraft. Kosten: 42 500 Euro im Jahr. So ergäbe sich eine Summe von insgesamt knapp 60 000 Euro – Geld, das eingespart werden könnte, wenn jeder seinen Hausmüll in seiner Tonne und seinen Bioabfall auf seinem eigenen Komposthaufen entsorgen würde.

Auf dem Marktplatz und dem Amtshof besonders extrem

Besonders extrem seien die Bereiche Marktplatz oder Amtshof – und das vor allem in den Ferienzeiten: zerschlagene Flaschen, Biomüll, Fäkalien und vieles mehr. „Die Tendenz ist steigend“, hat Joachim Mantey registriert.

Im Sommer falle mehr an als im Winter, in der Stadt mehr als in den Ortsteilen, was aber allein daran liege, dass in den Dörfern weniger Menschen leben. Dafür werde dort häufiger irgendwo Müll illegal an Wegesrändern entsorgt. 360 Kilometer unbefestigte Wege gebe es laut Mantey im gesamten Stadtgebiet – unmöglich, überall alles im Auge haben zu können. Sondermüll wie etwa Farbreste mache die Entsorgung besonders teuer. Aber auch neben Glascontainern sammele sich schnell Müll, der als Flugmüll entsorgt werden müsse.

Verfolgung der Übeltäter ist schwierig

Die Verfolgung von illegalen Entsorgern sei sehr schwierig, weil man jemandem zweifelsfrei nachweisen müsse, dass tatsächlich er den Müll an dieser Stelle abgelegt hat. Tatsächlich jemanden zu ermitteln und mit einem Bußgeld zu belegen, gelinge daher fast nie.

Doch es gehe nicht nur um den Inhalt aus Papierkörben. Problematisch seien auch Postwurfsendungen, die zuweilen durch die Stadt flattern, weil sie Zusteller in Kästen steckten, die nicht mehr geleert werden oder auf Treppen in Hausfluren legten.

Weitere Papierkörbe zur Laga

Wenn die Landesgartenschau 2019 in Wittstock noch viel mehr Menschen in die Stadt lockt, werde sich auch das Müllaufkommen noch weiter erhöhen. Davon geht die Stadt aus. Es ist geplant, Papierkörbe auf dem Laga-Gelände zu installieren. Auch auf dem Wall in Wittstock, wo ebenfalls viel Flugmüll anfalle, sollen dann nahe den Sitzbänken Papierkörbe aufgestellt werden.

Von Björn Wagener

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