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Wittstock/Dosse Alte Tischlerei wird zum „Café Karmen“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Alte Tischlerei wird zum „Café Karmen“
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13:10 14.03.2019
Von der Baustelle zum Café: Karmen Stutz empfängt ab Spätsommer Gäste in ihrem Café Karmen in Schweinrich. Quelle: Christamaria Ruch
Schweinrich

Karmen Stutz aus Schweinrich erfüllt sich einen Lebenstraum: Sie haucht mit Hilfe von Fördergeld aus dem Leader-Programm einer alten Tischlerei neues Leben ein. Bis zum Spätsommer entsteht dort das Café Karmen.

Ein halbes Jahrhundert ist das Gebäude alt: Schweinestall, Tischlerei, Leerstand – all diese Etappen liegen hinter dem Objekt in Schweinrich. „Ich hatte vor drei Jahren die Idee mit dem Café, und bei den Architekten Kannenberg in Wittstock habe ich erst einmal erfahren, dass es Fördermittel für solche Vorhaben gibt“, erinnert sich die 62 Jahre alter Karmen Stutz.

Der Weg zu den Leader-Fördermitteln

Die Architekten vermittelten den Kontakt zum Büro Blau in Berlin. Der Verein Regionalentwicklung Ostprignitz-Ruppin unter Leitung von Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann arbeitet beim Regionalmanagement mit diesem Büro zusammen. Daraufhin nahm der Förderantrag von Karmen Stutz immer weitere Konturen an. Er meisterte die Hürden und erhielt zunächst ein positives Votum.

Ingrid Lankenau vom Büro Blau Berlin. Quelle: Christamaria Ruch

Auf dieser Grundlage stellte Karmen Stutz den Antrag auf Leader-Fördermittel beim Landesamt für ländliche Entwicklung in Neuruppin. Ingrid Lankenau vom Büro Blau sagt: „Ich möchte mehr private Antragsteller und Gründer ermutigen, Leadermittel für wirtschaftliche Vorhaben zu beantragen.“

„Trotz des hohen Aufwandes habe ich diesen Weg nicht bereut“, sagt Karmen Stutz. Denn: „Jetzt kann ich richtig loslegen und meinen Lebenstraum verwirklichen.“

Nachdem sie 25 Jahre in der privaten Landwirtschaft gearbeitet hat, schlägt sie nun einen völlig neuen Weg ein. Karmen Stutz ist zuversichtlich: „Man wächst mit den Aufgaben und den vielen Hürden im Antragsverfahren.“

Hinter dem Café Karmen steht ein ausgefeiltes Konzept. Die Gäste nehmen an so genannten Thementischen Platz und können auf diese Weise die Prignitzer Leseecke, den Schreib- oder Küchentisch und die Sofaecke kennenlernen.

Moderne Möbel und Familiengeschichte

Dabei harmonieren die individuell zusammengestellten Möbel in Farbe und Stil, wie Karmen Stutz auf Fotos zeigt. Moderne und alte Möbel mit Familiengeschichte finden im Café zueinander. Für die Leseecke ist sie jetzt bereits auf der Suche nach einer breiten Palette an Prignitzer Büchern.

Sie legt bei den Angeboten Wert auf Handarbeit. Kuchen, Torten, Desserts und deftige Schnitten stehen schon bald auf der Speisekarte. „Die Früchte kommen vorwiegend aus der Region. Es gibt hausgemachte Desserts, und der Kuchen wird vorwiegend mit Dinkelmehl gebacken“, sagt Karmen Stutz.

Kuchen und selbstgebackenes Dinkelbrot

Dabei greift sie auf alte und bewährte Rezepte zurück und probiert zugleich viel Neues aus. Wer nicht viel für Süßes übrig hat, dem wird selbstgebackenes Dinkelbrot mit herzhaftem Belag gereicht. Das Café Karmen öffnet von Donnerstag bis Sonntag seine Türen.

Neben einem gut 45 Quadratmeter großen Gastraum mit 20 Plätzen sind Küche, Backraum, Lager und Sanitärbereich in dem Gebäude geplant. An den Gastraum schließt sich unmittelbar eine Terrasse mit 16 Plätzen an.

Der Architekt Gerald Kannenberg (l.) im Gespräch mit Rainer Hahrend von der Firma Unibau Neuruppin. Quelle: Christamaria Ruch

„Die Einrichtung ist behindertengerecht“, sagt Karmen Stutz. Auf dem Hof ist auch eine Ladestation für E-Bikes vorgesehen. „Ich freue mich, dass ich mit den Fördermitteln meine Idee verwirklichen kann“, so Karmen Stutz.

Am 18. Februar fiel der Startschuss für die Bauarbeiten. Derzeit arbeitet Unibau aus Neuruppin auf der Baustelle. „Wir erledigen die Maurer- und Betonarbeiten“, sagt Rainer Hahrend.

Die Wasseranschlüsse sind verlegt. Quelle: Christamaria Ruch

Mittlerweile sind die Arbeiten ein gutes Stück vorangekommen. Die Fensteröffnungen sind vergrößert und lassen schon jetzt viel Licht in das Gebäude. Die Rohre für die Wasserleitungen schauen aus dem Erdreich. An ihrem Verlauf zeichnet sich die spätere Raumaufteilung ab.

„Am Donnerstag wird die Bodenplatte gegossen“, sagte Karmen Stutz am Mittwoch. Der Architekt Gerald Kannenberg schaut kurz auf der Baustelle vorbei und spricht mit den Handwerkern. Bei dem Umbau der alten Tischlerei sieht er kaum Hürden, denn das Haus befindet sich in einem guten Zustand.

Von Christamaria Ruch

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