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Wittstock/Dosse Irish Folk und Open Air am Nebelsee
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Irish Folk und Open Air am Nebelsee
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12:26 03.08.2018
Volkhard Brock gastierte am Strand vom Nebelsee und spielte Tin Whistles, Mandoline oder Pickinggitarre. Quelle: Christamaria Ruch
Sewekow

Mit „Dirty old town“ singt Volkhard Brock gleich zum Auftakt seines Konzertes eine Hommage an die schmutzige Vergangenheit seiner Geburtsstadt „Halle an der Säure.“ Die irischen Gassenhauer gehören am Donnerstagabend genauso zum Open-Air-Konzert wie Balladen oder Trink- und Sauflieder.

Vertraute irische Melodien

Mit den ersten Takten auf Gitarre, Mandoline oder Tin Whistles setzen sich vertraute irische Melodien beim Publikum fest. Auf einer Decke, im Liegestuhl oder paarweise im Strandkorb verfolgen die mehr als 60 Zuhörer den Auftritt am Strand vom Nebelsee; der Musiker spielt direkt am Fuße vom Seehotel Ichlim Irish Folk.

Das Konzert gehörte zur Kunstreihe „Theater am Strand.“ Der Heimatverein Sewekow und das Seehotel Ichlim bereiteten den Auftritt gemeinsam vor.

Konzert für Augen und Ohren: Das Publikum erlebte beim Konzert auch das Wechselspiel des Abendlichts. Quelle: Christamaria Ruch

Vom Seemannslied – da gibt es so viele in Irland wegen der Insellage – bis hin zu sanften Balladen gibt der Musiker unplugged, also ohne Verstärkung, Lieder zum Besten. Volkhard Brock prostet mit einem Glas Bier immer wieder dem Publikum zu. „Das sieht ja nicht so gut aus, wenn der Musiker öffentlich dehy-driert“, sagt er und bittet um Nachsicht. „Die Trink- und Sauflieder haben allesamt bis zu 86 Strophen. Das reicht, um alles auszuziehen, was die Iren so tragen“, so Brock.

Reichlich Whisky in den Liedern

Das legendäre „Green Sleeves“ erklingt auf dem Dudelsack vor der untergehenden Sonne am Nebelsee. Den Stoff für Legenden um die typisch irischen Musikinstrumente liefert der Musiker Volkhard Brock gleich mit. Und wenn dabei noch reichlich Whisky in den Liedern fließt, verrät Brock schon mal „eine amtlich beglaubigte Mitklatschstelle, auch oberhalb von fünf Promille“ und stimmt flugs den nächsten Irish-Folk-Song an. Viele Passagen des Konzerts einschließlich seiner Moderation sind identisch mit einem Konzert vor sechs Jahren an gleicher Stelle.

Volkhard Brock ist auf vielen Instrumenten zu Hause: Er spielt Dudelsack, Tin Whistles, Mandoline oder Pickinggitarre. Als Begleitinstrument setzt er seine Füße ein, an denen er die Schellen trägt. Mit Stampfen und Klopfen gewinnt die Melodie an Bewegung, kommt in Fahrt und nimmt das Publikum auf die Reise nach Irland. Die Ballade „The town I loved so well“ erinnert an glückliche Jugend in der Stadt Derry, wird dann aber vom Blutsonntag im Januar 1972 überschattet. An diesem Tag demonstrierten die Einwohner von Derry für Bürgerrechte, 13 Menschen wurden erschossen. Volkhard Brock erklärt hingegen, dass der Blutsonntag 1974 war.

Der Dudelsack darf nicht fehlen. Quelle: Christamaria Ruch

Die Kulisse am Nebelsee punktet bei den Zuhörern. „Das ist wirklich schön, hier zu sitzen“, sagt Karin Thieme aus Wittstock. Sie wählt mit ihrem Mann Fritz einen Logenplatz oben auf der Wiese und behält dabei immer die Stimmung und das Wechselspiel des Abendlichts im Blick.

„Vom Konzert hatte ich mir mehr versprochen, es fehlt der Schwung, der Funke springt nicht über“, sagt Thieme. Zwei Besucher aus Biesen erleben das Konzert anders. Sie sitzen in der ersten Reihe auf ihren mitgebrachten Stühlen.

Tolles Ambiente am See

„Das Ambiente ist toll, die Kulisse super“, sagt die Frau. Und ihr Mann freut sich vor allem über „die Lebensfreude, Dynamik und Sound in den Irish-Folk-Liedern.“ Dennoch kann das Ehepaar nicht verstehen, warum sich so viele dieses Konzert entgehen lassen. „Es gibt viele Urlauber hier“, sagt die Frau. Denn den Sommerabend, wie er im Buche steht, gibt es gratis dazu.

Von Christamaria Ruch

Michael Faulmüller ist Germanist, Ghostrwriter, Werbetexter und arbeitet auch im Bereich Dokumentarfilm. Der 67-Jährige pendelt seit zwei Jahren zwischen Berlin-Moabit und seiner Wahlheimat Wittstock.

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