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Wittstock/Dosse Jahrhunderte im Zeitraffer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Jahrhunderte im Zeitraffer
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13:38 02.09.2013
Wittstock

Für die Besucher gab es ein Wiedersehen mit einigen historischen Persönlichkeiten der Dossestadt. So zum Beispiel „Mutter Tarnow“, die den Menschen aus der Hand lesen konnte und ihnen Gesundheitstipps mit auf den Weg gab. Am Freitag wurde sie dargestellt von Andrea Hönicke. Thorsten Boger erinnerte beim Abendspaziergang an die Arbeit seines Vaters Hubert. Er war Ortschronist in Wittstock.

Wittstock war und ist noch heute eine Stadt, in der das Handwerk angesiedelt ist. Inzwischen ist jedoch ein Teil der alten Handwerkskunst von der Bildfläche verschwunden. Raumausstatter Niens in der Gröperstraße zeigte den Spaziergängern, wie Polstermöbel gebaut und repariert werden. Dieses Handwerk wird durchaus auch heute noch durchgeführt, allerdings eher selten.

Drucktechnik aus längst vergangenen Tagen gab es am Stand der MAZ zu sehen. Wie einst an einem Hebel von Hand gedruckt wurde, konnte man dort selbst ausprobieren. Eine aus der Mode gekommene Schreibmaschine war ebenfalls zu besichtigen.
In Wittstock liegen „Hölle“ und „Himmel“ an der Kettenstraße bekanntlich recht dicht nebeneinander. Natürlich wollte niemand einen Pakt mit dem Teufel in der Hölle schließen. Da gingen die Menschen am Freitag lieber zügig vorbei. Im Himmel dagegen war es gemütlich. Eine nette Gemeinschaft von Senioren hatte es sich dort vor dem Haus bei Wohnzimmerbeleuchtung gemütlich gemacht. Während Sabrina Kobi und viele helfende Hände mit dem Ausschank von Schnaps zu tun hatten, lag Andrea Hella in einem Himmelbett und strickte einen Schal.

Ein paar Schritte weiter berichtete Wolfgang Dost über Wolf Schneider. Der war der Trainer der DDR-Fußballjunioren. 1956 belegten sie in Karlsruhe den 4. Platz. „Über 30 Jahre lang hatte er die Wittstocker Lok-Mannschaft trainiert. Sein Markenzeichen war eine blaue Schwalbe“, sagte Historiker Dost.

Gäste aus Pritzwalk stellten auf dem Parkplatz an der alten Postfiliale in einigen Bildern ihre Stadtgeschichte nach. Zu sehen war nicht nur der Räuber Klemens. Natürlich hatten sie auch ihr Wappentier mitgebracht. Der leibhaftig gewordene Wolf war überdimensional groß. „Ich habe kleine Mädchen zum Fressen gern“, behauptete er und ließ sich mit den Abendspaziergängern an seiner Seite fotografieren. Um die heutige „Generation Handy“ ging es auch nahe dem Bahnhof. Schüler stellten sich auf und machten das, was bei zahlreichen Erwachsenen nur Kopfschütteln auslöst: Sie telefonierten und schrieben fortwährend eine SMS nach der anderen.

Von Madlen Wirtz

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