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Wittstock/Dosse Junge Leute aus aller Welt helfen bei Sanierung
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18:08 30.08.2018
Junge Leute aus aller Welt helfen, die Zempower Friedensscheune zum Dokumentationszentrum für die Freie Heide auszubauen. Quelle: Christian Bark
Zempow

In der alten Feldsteinscheune hinter Ulrike Laubenthals Haus in Zempow wird gerade fleißig gekratzt, gehämmert, gemörtelt und verputzt. Das Gebäude soll einmal Dokumentationszentrum für die Bürgerbewegung „Freie Heide“ werden, bedarf aber noch vieler restauratorischer Maßnahmen, bis es mal soweit sein wird.

Junge Leute aus aller Welt helfen dabei, dass in der Friedensscheune in Zempow ein Dokumentationszentrum für die „Freie Heide“ untergebracht werden kann.

„An vielen Stellen hat sich schon der Mörtel von den Feldsteinen gelöst“, erklärt Ulrike Laubenthal. Deshalb sei es zunächst wichtig, das Mauerwerk zu restaurieren und damit zu stabilisieren. 20 000 Euro wird das voraussichtlich kosten, wie Ulrike Laubenthal informiert.

Das ist viel Geld für den Verein „Friedensscheune“, dem sie vorsteht. Dieser möchte die Geschichte der „Freien Heide“ dokumentieren und aufarbeiten. Das Dokumentationszentrum wäre laut der Vereinsvorsitzenden dafür der ideale Ort, um die Thematik einem breiteren Publikum zu präsentieren und den Austausch darüber zu fördern.

Jede Hilfe ist willkommen

Jede Hilfe ist dem Verein deshalb für die Verwirklichung des Projekts willkommen. So hatte sich Ulrike Laubenthal im vergangenen Herbst sehr über die Kontaktierung durch den Freiwilligendienst „Youth action for peace –Christlicher Driedensdienst“ (yap-cfd) gefreut. Dieser hatte dem Verein ein „Workcamp“ mit jungen Leuten aus aller Welt vorgeschlagen.

„Workcamps kannte ich schon und Erfahrungen mit internationalen Gästen haben wir in Zempow ohnehin“, berichtet Ulrike Laubenthal. So arbeiten und leben regelmäßig Teilnehmer des Hosptianz-Netzwerks „Workaway“ auf dem Hof.

Lucy Clarke studiert in England Deutsch. Ihre Semesterferien wollte sie nicht in der Stadt verbringen. Quelle: Christian Bark

So zum Beispiel Lucy Clarke. Die 21-jährige Britin studiert in England Deutsch. „Ich finde die Deutsche Geschichte interessant“, erklärt sie. In ihren Semsterferien habe sie fern der Stadt arbeiten wollen – da habe sich Zempow angeboten.

Auch eine Workaway-Teilnehmerin ist die Spanierin Nahia Garcia de Andoin. Die 17-Jährige war zuletzt für zwei Monate in Berlin. „Ich möchte aber ein besseres Gefühl für die Landwirtschaft bekommen“, sagt sie. Deshalb arbeite sie bis zu Beginn ihres Kinematographiestudiums auf dem Hof von Ulrike Laubenthal.

Miki Tatsumi kommt aus Osaka

Ursprünglich wegen der Gartenarbeit ist auch Miki Tatsumi aus dem japanischen Osaka nach Zempow gekommen. Dass sie nebenher noch mit Kelle und Mörtel bei der Restaurierung der Scheune mithilft, stört sie nicht. „Es macht sogar Spaß, wir sind ein gutes Team“, so die 25-Jährige.

Das sieht ihr Landsmann Akinori Nagai ebenso. Er ist im Gegensatz zu Miki nicht über Workaway, sondern über den japanischen Ableger von yap-cfd nach Zempow gekommen. Obwohl er handwerklich wenig Erfahrungen hat, interessieren solche alten deutschen Gebäude den 19-jährigen Japaner doch ungemein – eben weil sie sich so von denen seiner Heimat unterscheiden. „Ich studiere bald Architektur“, sagt Akinori.

Bevor die jungen Leute mit ihrer Arbeit Anfang der Woche beginnen konnten, hatte ihnen Ulrike Laubenthal erklärt, was denn eigentlich die Freie Heide ist und was aus der Scheune werden soll.

„Ich kannte diese Bürgerbewegung vorher nicht, obwohl ich aus Brandenburg komme“, sagt Franka Rinn. Die 19-jährige Oranienburgerin nimmt an dem Restaurierungsprojekt über den „Interessenkreis Jugendarbeit“(IKJA), dem Ulrike Laubenthal zufolge auch yap-cfd angehört, teil. Bei IKJA ist sie schon „Teamerin“ und als solche mit für die Betreuung der Gruppe zuständig. „Im Vordergrund steht der pädagogische Prozess und der Austausch“, erklärt sie.

Von der Bewegung Freie Heide fasziniert

An der Freien Heide habe sie besonders die Vielfältigkeit der Bewegung fasziniert. „Davon können andere Initiativen etwas lernen“, sagt Franka Rinn. Deshalb sei es auch so wichtig, dass es so ein Dokumentationszentrum geben soll.

Wie wichtig ihre Arbeit dieses Ziel ist, weiß auch Nahia Garcia de Andoin. „Wenn ich später mal die fertige Scheune besuche, weiß ich, ich bin ein Teil von dem“, sagt die Spanierin.

Bis alles fertig ist, wird aber noch etwas Zeit vergehen – zumal das Workcamp ansich nur zwei Wochen dauert. „Wir freuen uns, wenn bis dahin neuer Mörtel in den Wänden ist und diese vielleicht verputzt sind“, sagt Ulrike Laubenthal. Im kommenden Jahr wolle der Verein dann das Dach sanieren. Zwischendurch seien aber auch die inhaltliche Arbeit zur Freien Heide und entsprechende Präsentationen wichtig. „Wir wollen hier schließlich nicht die Asche aufheben, sondern die Flamme am Lodern halten“, so die Vereinsvorsitzende.

Der Verein Friedensscheune

2012 wurde der Verein durch Initiative der „Sichelschmiede-Werk-statt für Friedensarbeit in der Kyritz-Ruppiner Heide“ in Zempow ins Leben gerufen.

17 Mitglieder zählt der Verein derzeit, würde sich aber über weitere Mitstreiter, besonders junge Leute, freuen.

Der Verein verwaltet Nachlässe von Bombodrom-Gegnern und sammelt Dokumente zur „Freien-Heide“-Bewegung.

2017 gab es in der Friedensscheune eine Ausstellung zu 25 Jahren „Freie Heide“. Im Fokus dabei standen die Mahnsäulen, die auf besondere Art und Weise erlebbar werden sollten.

Eine alte Scheune auf dem Hof von Ulrike Laubenthal soll ein Dokumentationszentrum der „Freien Heide“ werden. Die Sanierung der Wände kostet etwa 20.000 Euro. 5000 Hat der Verein dafür bereits gesammelt.

Der Verein finanziert seine Projekte über Spenden. Diese können überwiesen werden auf das Konto des Friedensscheune e.V. bei der Raiffeisenbank OPR, IBAN: DE 2516 0619 3800 0160 4627.

Von Christian Bark

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