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Wittstock/Dosse Klaus Osterholt verabschiedet sich von Gefinex
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Klaus Osterholt verabschiedet sich von Gefinex
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01:15 01.03.2019
Kunststoff ist sein Leben: Klaus Osterholt in der Produktion. Am Donnerstag geht der langjährige Werkleiter von Gefinex in Ruhestand. Quelle: Stephanie Fedders
Steffenshagen

Die Not war groß, wenige Jahre nach der Wende. Fachkräfte wurden händeringend gesucht. Auch bei der Firma Gefinex in Steffenshagen. Vor den Toren Pritzwalks wurde ein „Werksleiter für Unternehmen in Brandenburg“ gesucht. So stand es 1995 in einer Anzeige, die Klaus Osterholt gelesen hat. An einen Satz erinnert er sich bis heute: „In landschaftlich schöner Lage“, stand dort geschrieben.

Notruf per Fernschreiben

Osterholt wurde neugierig, ließ sich auf ein Vorstellungsgespräch ein und bat um drei Wochen Bedenkzeit. Die Firmenleitung war weniger geduldig. Per Fernschreiben flehte sie ihn im Urlaub an, er möge sofort kommen. Osterholt kam. Und blieb bis heute. Am 1. März verabschiedet er sich in den Ruhestand. Der Prignitz aber bleibt er treu.

Klaus Osterholt im Kreis von Mitarbeitern bei der Übergabe des Gütesiegels „Sicherheit mit System“, das Gefinex im vorigen Jahr zum fünften Mal bekam. Quelle: Beate Vogel

Seit dem 1. Januar 1996 hat Klaus Osterholt die Geschicke der Firma maßgeblich beeinflusst. Hat die Produktion von Dämmstoffen für die Bauindustrie durch Höhen und Tiefen gesteuert und erheblichen Anteil daran, dass es einen der ersten Industriebetriebe, die nach dem Fall der Mauer in der Prignitz entstanden sind, heute immer noch gibt.

Mit Kind und Kegel nach Groß Langerwisch

Geboren in Herten im Ruhrgebiet, absolvierte Osterholt in Marl ein Chemiestudium. Das Interesse an geschäumten Kunststoffen war geweckt. Zehn Jahre lang beschäftigte sich der passionierte Fahrradfahrer im Sauerland mit der Materie, ehe ihn der Ruf nach Brandenburg erreichte.

„Uns war klar, ganz oder gar nicht“, erinnert sich Osterholt an den Aufbruch mit Frau und Kindern und den Umzug nach Groß Langerwisch, wo die Familie ein Haus baute.

Viele Mitarbeiter blieben Gefinex bis zum Ruhestand treu

Im Unternehmen lernte Osterholt schnell, was es heiß, bodenständig zu sein. Die Firma nutzt bis heute die ehemaligen Ställe der Schafzucht und hat es geschafft, Mitarbeiter des ehemaligen Volkseigenen Gutes Groß Langerwisch zu übernehmen.

Gefinex produziert in Steffenshagen Schalldämmungen oder Feuchtigkeitssperren aus aufgeschäumtem Polyethylen. Quelle: Beate Vogel

Viele sind Gefinex bis zum Ruhestand treu geblieben. „Die Prignitzer sind stark verbunden mit ihrer Scholle“, sagt Osterholt, auch wenn ihn bis zum Ende seines Berufslebens der Fachkräftemangel beschäftigt. Seit einem halben Jahr sucht die Firma einen Betriebsschlosser – bislang ohne Erfolg.

Gefinex wird österreichisch

Gefunden hat er aber vor einigen Jahren einen Vertriebsleiter, der gemeinsam mit Klaus Osterholt den letzten Inhaberwechsel im April 2017 und die Übernahme durch die österreichische Firma Steinbacher meisterte: Maurice Berg.

Der gebürtige Berliner wohnt nach wie vor in der Hauptstadt und gibt zu, dass die Liebe zur Prignitz noch nicht so weit geht, dass er es Klaus Osterholt nachmacht und aufs Land zieht.

Für den scheidenden Werkleiter kann es mittlerweile keinen schöneren Wohnort geben. „Das Ruhrgebiet muss ich nicht mehr haben“, gibt der 64-Jährige zu, der im Laufe der Jahre einen großen Freundes- und Bekanntenkreis aufgebaut hat.

„Wenn was ist, ruft mich einfach an!“

Jetzt will er gemeinsam mit seiner Frau „das machen, was ich zwei Jahrzehnte nur am Wochenende machen konnte“. Den Garten pflegen, für die Enkel da sein, an die Ostsee fahren, die Rotarier in Wittstock weiter unterstützen.

Ob das gelingt? Klaus Osterholt wird nicht nur beste Wünsche der Kollegen für den neuen Lebensabschnitt mitnehmen, sondern auch sein Mobiltelefon. „Wenn was ist, ruft mich einfach an.“

Von Stephanie Fedders

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