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Wittstock/Dosse Landratskandidaten stellen sich Fragen aus dem Kirchenkreis
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Landratskandidaten stellen sich Fragen aus dem Kirchenkreis
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00:39 20.04.2018
Matthias Puppe (l.) und Christiane Schulz (r.) diskutierten mit Petra Hentschel, Sven Deter, Hans-Georg Rieger, Christian Scherkenbach und Ralf Reinhardt (v.l.) Themen aus Kirche und Gesellschaft. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Die fünf Kandidaten für die Landratswahl am kommenden Sonntag, 22. April, stellten sich am Montagabend in der Heiliggeistkirche in Wittstock den Fragen aus dem Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. Dabei standen die Rolle der Religionsgemeinschaften, speziell die Evangelische Kirche in der Gesellschaft, Bildung und die Willkommenskultur für Geflüchtete im Vordergrund.

Superintendent Matthias Puppe und Pfarrerin Christiane Schulz moderierten die zweistündige Veranstaltung in der gut gefüllten Kirche. Auch Jungwähler saßen im Publikum. Bereits bei der Landratswahl vor acht Jahren gab es an derselben Stelle eine ähnliche Veranstaltung. Nach der Podiumsdiskussion stellten sich die Kandidaten im zweiten Teil den Fragen aus dem Publikum. Amtsinhaber Ralf Reinhardt (SPD), Sven Deter (CDU), Christian Scherkenbach (parteilos, unterstützt von der Linken), Hans-Georg Rieger (BVB/Freie Wähler) und Petra Hentschel (AFD) stellten zunächst sich und ihre Positionen vor.

„Welche Rolle spielt die Kirche in der Gesellschaft?“, so Puppe. Ralf Reinhardt kann sich die „Kirche nicht aus dem Alltag wegdenken, denn sie geht Problemen auf den Grund. Bei der Arbeit mit Flüchtlingen ist die Kirche ein wichtiger Partner.“ Für Hans-Georg Rieger ist „das gesamtgesellschaftliche Engagement der Kirche wertvoll.“ Christian Scherkenbach sieht „eine verbindende Form zwischen Kirche und Gesellschaft.“ „Kirche stärkt den Gemeinschaftssinn“, sagt Petra Hentschel. Und Sven Deter stellt fest: „Kirchen sind Orte der Begegnung und Kirche ist im gesamten Leben wichtig.“

Auch Jungwähler stellten Fragen. Quelle: Christamaria Ruch

Bei der Frage, wie der Landkreis im Bereich Denkmalschutz die Herausforderungen in einem konstruktiven Miteinander mit der Kirche meistert, gingen die Meinungen der Kandidaten auseinander. Amtsinhaber Ralf Reinhardt sieht, dass „der Denkmalschutz gemeinsam mit Bund, Land und Stiftungen Kirchen saniert.“ Scherkenbach sagte unmissverständlich, dass „der Denkmalschutz kleingeistig ist, nein, er ist vorschriftsmäßig“, und erntete dafür Lacher aus dem Publikum. Während für Petra HentschelDenkmalschutz wichtig ist“, sagte Sven Deter: „Entscheidungen des Denkmalschutzes lösen auch Kopfschütteln aus und zeigen, wie unterschiedlich das alles interpretiert wird.“ Hans-Georg Rieger sagte: „Die Denkmalbehörde kann nicht alles.“

Beim Thema Flüchtlinge ging Christiane Schulz konkreter vor und stellte vier Fragen. Dies führte zunächst zu längeren Antworten als den vorher festgelegten drei Minuten Redezeit. Schulz trug Eindrücke von Migranten vor, dass die Willkommenskultur ab- und Diskriminierung zunehme. Der Mangel an Wohnraum in attraktiven Orten, Arbeitslosigkeit und die Arbeitsmöglichkeiten in der Verwaltung sowie deren Hürden wegen der „Verregelung“, also der Gesetze, waren für Schulz ebenfalls von Interesse. Hans-Georg Rieger fordert „deutliche Worte bei Regelverstößen.“

Bei Fragen zum Denkmalschutz gingen die Meinungen auseinander

Sven Deter meint, dass „Toleranz vorgelebt werden muss.“ Reinhardt geht davon aus, „dass Wohnungen selten auf dem Land angemietet werden, weil die weitere Infrastruktur fehlt.“ Christian Scherkenbach zitierte ein Modell aus den Ruppiner Kliniken. Dort gab es eine Modellklasse, in der die Flüchtlinge an die Ausbildungsanforderungen herangeführt werden.“ Petra Hentschel sprach sich dafür aus, dass „Flüchtlinge vor Ort in ihren Ländern unterstützt werden.“ Schulen in freier Trägerschaft finden vor allem bei Deter, Reinhardt und Rieger Rückhalt.

Bei den Fragen aus dem Publikum stand die Mobilität für Jugendliche, mehr Mittel im Jugendhilfeplan und Kitas in freier Trägerschaft im Gespräch. Auch der Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung und Teilhabe wurde geäußert. „Wenn Geld vom Himmel regnet, sind wir zu allem bereit, es gibt Themen, die ich mir nicht getraut habe, dem Kreistag vorzulegen, weil das politische Risiko vom Kreistag getragen wird“, so Ralf Reinhardt mit Blick auf kostenfreie Tickets für Schüler und Jugendliche im Nahverkehr.

Von Christamaria Ruch

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