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Wittstock/Dosse DDR-Schauspieler wurde wieder lebendig
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse DDR-Schauspieler wurde wieder lebendig
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15:01 01.06.2018
Alexander Schäfer (l.) verkaufte und signierte im Anschluss noch Bücher. Quelle: Christian Bark
Freyenstein

Dieses Jahr wäre der Schauspieler und Komiker Gerd E. Schäfer 95 Jahre alt geworden. Und obwohl der aus dem DDR-Fernsehen bekannte Berliner schon 17 Jahre tot ist, wurde er am Donnerstag in der Freyensteiner Schlossbibliothek doch wieder ganz lebendig. Nicht zuletzt, weil der Sohn des Schauspielers, Alexander Schäfer, unverkennbare Ähnlichkeit in Aussehen und auch mit der Stimme seines Vaters hat. Vor fünf Jahren hatte er ein Buch über das Leben Gerd E. Schäfers verfasst. Teile daraus mit allerlei amüsanten Anekdoten gab Alexander Schäfer in Freyenstein zum Besten.

Als „Maxe Baumann“ spielte Gerd E. Schäfer in den 70er und 80er Jahren seine Paraderolle im DDR-Fernsehen. Quelle: Agentur

„In Freyenstein war bisher wohl noch keiner von uns Schäfers. Dabei ist es eine Reise wert“, sagte der 53-Jährige. In seinem Vortrag reiste er weit in die Familiengeschichte zurück – zu seiner Oma, die offensichtlich eine Vorliebe für verheiratete, ältere Männer hatte und mit einem solchen auch ihren Sohn gezeugt hatte. Am 14. Juli 1923, an einem Sonntag, war Gerhard Kurt Egilhard Schäfer in Berlin zur Welt gekommen. Seine erste Rolle als Schauspieler – er war der siebte Zwerg bei Schneewittchen in einer Schulaufführung – hatte Schäfer insofern vermasselt, weil ihm der Sarg auf die Füße gefallen war und er danach nur noch als „Ersatzzwerg“ diente.

Vom Puppenpapagei „Pfeffi“ bis zur goldenen Gans

Als Kind hatte Gerd E. Schäfer eine kurze Begegnung mit dem Schauspieler Gustav Gründgens so beeindruckt, dass er fortan ebenfalls auf der Bühne stehen wollte. Wirklich Erfolg hatte er damit aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Schauspielstudium in Potsdam und etlichen Engagements an kleineren Theatern überall in der DDR.

Mit Witz und Berliner Schnauze führte Alexander Schäfer sein Publikum durch das Leben seines Vaters. Quelle: Christian Bark

Große Bekanntheit erlangte Schäfer jedoch erst in den 50er Jahren, als er in Kinofilmen und im Fernsehen auftreten konnte. Auch seine Stimme war vielen DDR-Bürgern ein Begriff gewesen. Die lieh er unter anderem dem Puppenpapagei „Pfeffi“. Während eines Urlaubs, als Schäfer bei Nachbarn rufend um Ruhe bat, hieß es durch die Wand nur „Schnauze Pfeffi“, wie Alexander Schäfer bemerkte. Als Hofgelehrter Weisenstein sollte Gerd E. Schäfer 1964 im gleichnamigen Defa-Märchenfilm von der „Goldenen Gans“ gebissen werden. Das habe der Schauspieler zweimal geprobt, die Aufgabe danach aber einem „Beißdouble“ überlassen. „Mein Vater wurde in seinem Leben sicher mehrmals vom Affen, aber nur zweimal von der goldenen Gans gebissen“, sagte Alexander Schäfer.

Zum dank gab es von Bibliotheksmitarbeiterin Sandra Göske noch ein Präsent. Quelle: Christian Bark

Seine Paraderolle spielte Gerd E. Schäfer ab 1976 als „Maxe Baumann“ in der gleichnamigen Fernsehserie, die bis 1984 immer Silvester zu sehen war. Und auch nach der Wende habe Schäfer, der da schon Rentner war, kein Problem gehabt, Rollen zu bekommen.

Rückblickend auf das bewegte Leben seines Vaters, der 2001 in Folge einer Alzheimererkrankung gestorben war, sagte Alexander Schäfer am Ende der Lesung: „Mein Vater war bis auf ganz wenige Montage immer ein Sonntagskind.“

Von Christian Bark

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