Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Autorinnen sprachen über Helikoptereltern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Autorinnen sprachen über Helikoptereltern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:05 28.11.2018
Die Spiegel-Online-Redakteurinnen Lena Greiner (l.) und Carola Padtberg stellten in der Bibliothek ihr Buch über Helikoptereltern vor. Quelle: Christian Bark
Wittstock

Zu welchen verrückten Aktionen Eltern aus Sorge um das Wohl ihrer Kinder bereit sein können, erfuhren die Zuhörer der Lesung von Lena Greiner und Carola Padtberg am Dienstagabend in der Wittstocker Bibliothek. Die Veranstaltung, bei der die beiden Spiegel-Online-Journalistinnen ihr Buch „Ich muss mit auf Klassenfahrt – meine Tochter kann sonst nicht schlafen“ vorstellten, war zugleich die letzte im Rahmen des 23. Literarischen Bilderbogens, der von den öffentlichen Bibliotheken und dem Kreismedienzentrum in Ostprignitz-Ruppin ausgerichtet wurde.

Auf die Eingangsfrage der beiden Autorinnen, ob sich im Publikum denn sogenannte „Helikoptereltern“, also überfürsorgliche Mütter und Väter befänden, kam nur die Antwort: „Nein, aber dafür sind heute Abend viele Lehrer anwesend.“

Der grüne Salon in der Wittstocker Bibliothek war am Dienstagabend gut gefüllt. Das Publikum hatte seinen Spaß. Quelle: Christian Bark

Das Buch war anlässlich zahlreicher Reaktionen der beiden Journalistinnen auf einen Artikel über Helikoptereltern entstanden. „Helikoptereltern werden so genannt, weil sie ständig um ihre Kinder kreisen. Sie fliegen ihnen sogar in die Uni hinterher“, erklärte Carola Padtberg. Nach weiteren Artikeln folgte ein Aufruf beider Autorinnen, wonach Leser ihre Erlebnisse mit den überfürsorglichen Eltern schildern sollten.

In dem am Dienstagabend vorgestellten Buch zog sich das Verhalten der Eltern chronologisch vom Fötus im Mutterbauch bis hin zum erwachsenen Sohn, der sich nach seinem Masterstudium um einen Job bewirbt. Weil er noch an einem Bewerbungsgespräch teilgenommen hatte, kam sein Vater besser mit, um ihm zur Seite zu stehen.

Bibliotheksleiterin Georgia Arndt (r.) bedankte sich bei den Autorinnen. Quelle: Christian Bark

Neben den Leserrückmeldungen, die sowohl von Pädagogen als auch von ganz anderen Berufsgruppen wie Polizisten oder Verkäuferinnen kamen, ließen die beiden Autorinnen auch eigene Erlebnisse in ihre Anekdoten mit einfließen.

Selbstbewusst und ohne Gemeinsinn

Und auf die Frage ihrer Kollegin Lena Greiner, ob sie denn nicht auch manchmal eine „Helikoptermutter“ sei, antwortete Carola Padtberg: „Ja, schließlich wollen Eltern ja immer nur das Beste für ihre Kinder.“

Dennoch gab es auch Kritik an dem Verhalten. So bezeichnete Lena Greiner viele Helikoptereltern als selbstbewusst, wobei es von Gemeinsinn keine Spur gebe. Gefährlich werde es, wenn Eltern aus falscher Fürsorge wichtige medizinische Behandlungen verhindern oder verzögern würden.

Umgekehrt stehe jeder nach einem Husten des Kindes gerufener Rettungswagen nicht für echte Notfälle zur Verfügung.

Die Autorinnen signierten im Anschluss noch die Bücher. Quelle: Christian Bark

Im Buch beschrieben beide Autorinnen, wie nervig Elternchats via „Whatsapp“ sein konnten – andererseits besorgte Mütter sich wunderten, warum ihr „Prinz“ den nicht mehr schreiben würde, weil ihm die Erzieher auf Klassenfahrt das Handy abgenommen hatten.

Vom Vater, der mit seinem SUV andere Eltern zuparkt, um seine Kinder in den Klassenraum zu geleiten, bis hin zu Müttern, die ihre Töchter bei der Erstsemesterveranstaltung an der Universität begleiten, war bei den Anekdoten alles dabei.

Im Anschluss kamen Carola Padtberg und Lena Greiner mit ihrem Wittstocker Publikum ins Gespräch. „Wann hat das angefangen. Liegt es vielleicht am Wohlstand“, wollte beispielsweise Monika Geyer von den Autorinnen wissen.

„Das Phänomen zieht sich durch alle sozialen Schichten“, erklärte Carola Padtberg. Laut Experten könne es aber mit immer öfter fehlendem familiären Zusammenhalt und unsicheren Jobverhältnissen zu tun haben. Dabei sei klar, das übertriebene Fürsorge seitens der Eltern die Kinder nicht gut auf das reale Leben vorbereite.

Von Christian Bark

Der Konzernsitz der KMG Kliniken Gruppe bleibt nicht mehr London, sondern wird wieder vollständig Bad Wilsnack sein. Und auch die Firmenform hat sich geändert.

01.12.2018

Seit Mittwoch zieren zwei Blickfänger aus Nadelholz den Wittstocker Markt. Mitarbeiter des Bauhofs installierten den Adventskranz am Rathaus und stellten den Weihnachtsbaum auf.

28.11.2018
Wittstock/Dosse Weihnachtsspaziergang in Wittstock - Jugendfeuerwehr im Märchenmodus

Mit Maleranzügen und Wolfskostüm probt die Wittstocker Jugendfeuerwehr gerade das Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“. Das Stück wird als eines von insgesamt 24 am 8. Dezember beim Winterspaziergang zu sehen sein.

28.11.2018