Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wittstock/Dosse Saisonabschluss auf dem Trödelmarkt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Saisonabschluss auf dem Trödelmarkt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:49 08.10.2018
Letzter Kofferraumtrödelmarkt der Saison in Zempow. Quelle: Björn Wagener
Zempow

„Darf ich Ihnen ein Los anbieten?“, fragten Uta Lauterbach und Swantje Schäkel am Sonntagvormittag am Eingang zum Kofferraumtrödelmarkt in Zempow. Viele Besucher griffen zu. Für je einen Euro durften sie sich eines der mehr als 200 selbst gebastelten Exemplare aus einem Körbchen nehmen. Wer eine Zahl zog, hatte Glück und konnte auf einen Preis bei der Tombola hoffen, die um 11 Uhr über die Bühne ging.

Kürbis als Hauptgewinn

Zu gewinnen gab es allerhand Kleinprodukte aus dem Garten – von der Zucchini über Marmelade bis zu Säften, Grünpflanzen, Honig oder Nüssen. Hauptgewinn war ein stattlicher Kürbis.

Die Einnahmen aus dem Losverkauf kamen der Bürgerinitiative „Wittstock contra Industriehuhn“ zugute, die damit vor allem Prozesskosten bestreite, wie Swantje Schäkel sagte. Die BI kämpft seit Jahren gegen die Inbetriebnahme der Hähnchenmastanlage bei Groß Haßlow. Dort besteht aktuell ein Baustopp.

Viele Händler wollen ihren Trödel in Zempow anbieten. Quelle: Björn Wagener

Die Gemüselotterie war ein zusätzliches kleines Highlight zum Saisonabschluss in diesem Jahr. Ein letztes Mal öffnete der Markt seine Pforten – und rund 85 Hobbyanbieter und unzählige Besucher bevölkerten abermals den etwa 10 000 Quadratmeter großen Platz, um allerlei Dinge anzubieten, die zu Hause nicht mehr gebraucht werden.

Immer wieder sonntags

Von Mai bis Oktober ist das jeweils am ersten Sonntag eines Monats möglich. Mancher stehe dann schon Stunden vor dem Einlass vor dem Tor, das sich für Händler meist gegen 7.30 Uhr öffnet, berichtet Platzbesitzer Wilhelm Schäkel. Zuweilen bildeten sich lange Auto-Schlangen. Imbissbetreiber dürften auch schon am Abend zuvor aufs Gelände. Für die Besucher geht es offiziell um 10 Uhr los, aber viele sind schon früher auf den Beinen.

Die Trödelmärkte sind genial

Mit der vergangenen Saison „bin ich voll zufrieden, die Trödelmärkte sind genial“, resümiert Schäkel. Das Wetter sei in diesem Jahr kein Problem gewesen. Bestenfalls waren Sonnenschirme statt Regenmäntel angesagt. Zwischen 70 und 80 Händler kämen jedes Mal nach Zempow. Bei diesem Erfolg ist für Schäkel klar: Auch 2019 werde es die Kofferraumtrödelmärkte wie gewohnt wieder geben.

Preisänderung möglich

Womöglich könne sich für allzu große Stände jedoch der Preis etwas erhöhen. Bislang werden pro Fahrzeug acht Euro verlangt – doch der Begriff Fahrzeug wird ganz verschieden ausgelegt.

Herbstliches Angebot beim letzten Markt der Saison. Quelle: Björn Wagener

Mancher reist mit dem Transporter oder samt Anhänger an, während andere tatsächlich nur ein paar Dinge im Kofferraum mitbringen. Das wird bei einem Rundgang schnell deutlich.

In diesem Jahr sei die Elektrik auf dem Platz erneuert und die Toilettenanlage zumindest nutzbar gemacht worden. Papierkörbe gibt es nur noch im Bereich um die Imbissangebote, nicht mehr auf dem Platz. „Die Händler sollen ihre Sachen alle selbst wieder mitnehmen“, sagt Schäkel.

Museum, Festivals, Filme

Für die Zukunft könnte er sich vorstellen, dass das Gelände von mehreren Nutzern in Anspruch genommen wird. „Vielleicht ein kleines Museum, Festivals, ein Biergarten, Kulturveranstaltungen – und auch Filme könnten wieder gezeigt werden“, so Schäkel.

Der Zempower Dorfkulturverein, mit dem er zusammenarbeitet und dem er auch selbst angehört, besitze eine entsprechende Berechtigung dazu. Um in dieser Sache weiterzukommen, gebe es jedoch noch Klärungsbedarf mit dem Vorpächter des Grundstücks.

Dass Letzteres völlig beräumt und wieder in eine „grüne Wiese“ zurückversetzt werden soll, sei ein Gerücht, dass zwar nicht stimme, aber doch ein Körnchen Wahrheit enthalte.

Gutachten erstellt

Es sei ein Gutachten erstellt worden, um herauszufinden, was die Beräumung kosten würde. Hintergrund sei jedoch nicht, diese auch umzusetzen. Vielmehr hänge das Ganze mit den Auseinandersetzungen mit dem Vorpächter zusammen.

Alles in allem müsse eigentlich „eine kleine Million“ Euro investiert werden, um das Gelände auf den aktuellen Stand zu bringen, schätzt Wilhelm Schäkel. Da diese aber nicht vorhanden sei, solle gemeinsam mit der Stadt Wittstock überlegt werden, wie es auf dem Gelände weitergehen soll.

Von Björn Wagener

Der Wasser- und Abwasserverband Wittstock übernimmt zum 1. Januar 2019 den Versorgungsbereich des Eigenbetriebes Wasser und Abwasser in Heiligengrabe.

08.10.2018

Erst fuhr der Fahrer eines hellbraunen Wagens einen elfjährigen Radfahrer an, dann beleidigte er den Jungen auch noch und haut schließlich einfach ab. Der Unfall ereignete sich in Wittstock. Der ältere Herr wird gesucht.

07.10.2018

Erstmals gab es am Wochenende Führungen über das Gelände, das 2019 möglichst viele Besucher anlocken soll. Einiges ist schon fertig, vieles noch im Bau, aber der Geist der Gartenschau ist schon zu spüren.

07.10.2018