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Wittstock/Dosse Das größte Bahnunglück Wittstocks
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11:51 15.03.2019
Historisches Foto vom 20. August 1919. Damals geschah das größte Bahnunglück in Wittstock. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Den Museen Alte Bischofsburg in Wittstock stehen bewegte Monate bevor. Das Haus gehört zum Gelände der Landesgartenschau (Laga), die am 18. April öffnet. Das heißt, Besucher können die Museen nur erreichen, wenn sie eine Eintrittskarte für die Schau kaufen.

Die Stadt Wittstock rechnet mit rund 300.000 Laga-Besuchern. Das heißt, das auch das Museum einen größeren Besucheransturm als in den vergangenen Jahren zu bewältigen hat.

Weniger Ausstellungen

Das kostet personelle Kapazitäten. Deshalb werde es weniger Ausstellungen geben als in den Vorjahren, sagt Leiterin Antje Zeiger. Dennoch hat das Museum Sehenswertes in Vorbereitung.

Los geht es mit der Ausstellung „Einblicke“. Sie wird am 6. April eröffnet und widmet sich Werken der Künstler Werner Klotz und Lothar Gryczan vom Kunsthaus Dossepark in Wittstock. „Beide werden eine große Spannung erzeugen, weil sie sehr unterschiedlich in ihrer künstlerischen Gestaltung sind“, sagt Antje Zeiger.

Die Museen Alte Bischofsburg Wittstock Quelle: Björn Wagener

Werner Klotz hat mehrere Installationen auf dem Gelände des Kunsthauses Dosseparks erstellt. Bei „Die Mitte der Welt“ hat er zum Beispiel geschaut, welche Meridiane durch Wittstock laufen und welche weiteren Städte diese ebenfalls durchqueren. „So ergibt sich ein besonderer Schulterschluss, an den man zunächst gar nicht denkt. Lothar Gryzcan hat ein philosophisches Gesamtkonzept. Es ist beeindruckend“, sagt Antje Zeiger.

Voraussichtlich Anfang August widmen sich die Museen Alte Bischofsburg der Geschichte der Prignitzer und Ruppiner Eisenbahn auf der Strecke des RE 6. Dabei wird ein dramatisches Ereignis beleuchtet, das sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. „Am 20. August 1919 kam es zum schwersten Bahnunglück, das sich bisher in Wittstock ereignet hat“, berichtet Antje Zeiger. Zwei Züge kollidierten miteinander. Historische Fotos zeigen das ganze Ausmaß des Vorfalls.

Historisches Foto vom 20. August 1919. Damals geschah das größte Bahnunglück in Wittstock. Quelle: Museen Alte Bischofsburg Wittstock

Daneben geht es um die Eisenbahntechnik und den damaligen Alltag der Eisenbahner. Die Kosten des Streckenausbaus werden ebenso thematisiert wie die Frage, wo das Geld dafür herkam. Die Eisenbahn sei damals eine einschneidende technische Entwicklung gewesen. Die Kommunen hätten sich am Streckenausbau beteiligt, weil sie den Fortschritt wollten.

Die Menschen in den Dörfern blieben jedoch skeptisch. „Deshalb liegen noch heute Bahnhöfe oftmals außerhalb der Orte – zum Beispiel in Liebenthal oder Heiligengrabe. Die Leute wollten die lauten, stinkenden Geräte nicht vor ihren Haustüren haben“, so die Museumsleiterin.

Hilfe zweier Sammler

Bei der Realisierung dieser Ausstellung hätten vor allem zwei Sammler geholfen: Torsten Pridöhl und Frank Muschke. Ihre Exponate, Fotos und ihr Detailwissen seien wichtige Beiträge gewesen. „So ein Projekt wächst ja über mehrere Jahre“, sagt Antje Zeiger.

Anfang Dezember soll eine weitere Ausstellung das Jahr 2019 beschließen: Dann geht es ebenfalls um zwei Jubiläen: Der Flugplatz bei Alt Daber wäre 80 Jahre alt geworden, gäbe es ihn noch. Gleichzeitig ist der Abzug der russischen Truppen 25 Jahre her.

Außerdem seien mehrere Vorträge geplant, zu denen Antje Zeiger noch nicht ins Detail gehen möchte.

Von Björn Wagener

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